Samstag, 1. August 2015

Willkommenskultur

Deutschland so beliebt!

Herzlich Willkommen in Deutschland! Schloss Neuschwanstein grüßt!

Wir befinden uns im Jahr 2015 n. Chr. Ganz Deutschland ist von einer Willkommenskultur besetzt. … Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Bürokraten bevölkertes Institut hört nicht auf, der Idee Widerstand zu leisten.

Nun ja, die Idee der Willkommenskultur wurde primär vom Innenministerium propagiert, um die nötige Zuwanderung für Arbeitsmarkt und Rentenkasse zu fördern und für Verständnis zu sorgen, dass Deutschland und die Deutschen nicht alleine auf der Welt sind. Ob das auswärtige Amt auch dahinter steht, erscheint fraglich, wenn der Autor dieser Zeilen Berichte aus Taiwan hört, wie schwierig es ist, in angemessener Zeit ein Visum zu erhalten.

Den Umgang mit dem deutschen (Nicht-) Botschaft in Taiwan habe ich auch stets als schwierig empfunden. Das Lied „Mein kleiner grüner Kaktus“, von den Comedian Harmonists in Zeiten des Nationalsozialismus herausgebracht, was damals als Warteschleife am Telefon eingespielt wurde, entwickelte sich zum Haßlied.

Die deutsche (Nicht-) Botschaft in Taipei hat bis Ende August 2015 die telefonischen Sprechstunden am Freitag ausgesetzt, um der Bearbeitung der vielen Langzeitvisaanträge besser nachzukommen.

Damit gibt es nur noch die Möglichkeit zur Vorsprache in Visaangelegenheiten mit einem vereinbarten Termin über ein Online-Vergabesystem.

Vor einigen Tagen habe ich das mal getestet. Ergebnis meines kleinen Tests war nach einigen Klicks:

504 Gateway Time-out

The server didn't respond in time.

Vorgestern ging es besser.

Hmm, wie war das noch mit der Barrierefreiheit im Internet und den deutschen Rechtsgrundlagen?

Immerhin kam ich bis zu den Terminen durch. Im August gab es kein Terminangebot.

Im Dezember 2015 habe ich aufgehört weiter zu klicken.

Da werden junge Taiwaner, die in Deutschland studieren wollen, herausgefordert und lernen gleich, warum der „Hauptmann von Köpenick“ im ihrem Zielland so populär wurde. Ohne Zulassung einer deutschen Universität kein Visum, nach Erhalt der Universitätszulassung kaum Chance zeitnah einen Termin für das Langzeitvisum zu bekommen, ohne Visum kein Studium zum angestrebten Zeitpunkt in Deutschland.

So hat sich denn quasi ein „Schwarzmarkt“, eine Austauschbörse im Netz, für Termine beim deutschen Institut entwickelt. Liegt es am billigen Euro und an der florierenden Wirtschaft, dass dieses Land so beliebt ist? Wirtschaftfördernd greift das auswärtige Amt noch ein, indem es schneller Visa für Sprachstudien erteilt, die dann in Deutschland in Studentenvisa umgewandelt werden können. Gewöhnlich kann keine Änderung des Visa-Zwecks und damit des Visums in Deutschland vorgenommen werden. Welche Sprachschul-Lobby hat sich denn da durchgesetzt?

Deutschland lockt mit Super-Attraktionen, doch es wird unseren Gästen nicht leicht gemacht.

Die Marienbrücke, Standort für das vorhergehende Foto, wird ab dem 3. August 2015 für voraussichtlich etwa vier Monate gesperrt. Einer der besten Fotostandpunkte mit Schloß Neuschwanstein geht damit erst einmal verloren. Ein Schock für die Touristenwelt!

Richtig ist sicherlich, die Zahl der Besucher auf das Brücke durch ein Drehkreuz oder ähnliches zu begrenzen, wie es jetzt beabsichtigt wird. Mich erstaunte, wieviele Menschen die Brücke aushält. Die Holzbohlen bogen sich allerdings schon unter den Füßen.

Leider sind einige der Mitbesucher rempelnde Hooligans, wozu auch Damen aus Fernost zählen. Also hieß es, geschickt einen gute Positon auf der Brücke zu erreichen, einen festen Standort einzunehmen und zu verteidigen, zu knipsen und dann wieder schnell von der belasteten Brücke flüchten.

Bei den letzten Besuchen vor etlichen Jahren hatte ich niemals eine solche Situation erlebt. Während dieses touristische Interesse von reichen Nord- und Südamerikanern, Asiaten, Australiern, Malayen und Indonesiern, Osteuropäern und Russen Deutschland schmeichelt, wird eine andere Zuwanderung kritisch gesehen. So hat die deutsche Botschaft in Tirana Anzeigen in albanischen Zeitungen geschaltet, die vor der Armutsflucht warnen. Das wirkt sehr hilflos. Vermutlich führt kein Weg an einem vereinten Europa vorbei, dass einen gemeinsamen Haushalt mit einem Länderfinanzausgleich hat, eine gemeinsame Sozial- und Wirtschaftspolitik verfolgt, für gleichwertige Lebensverhältnisse und gleiche Rechte sorgt. Wenn es schon in Europa nicht gelingt, in allen Ländern ein verantwortliches politisches Management zu installieren, was den Menschen dient, wie sollen dann erst lebenswürdige Zustände in Afrika oder im nahen Osten hergestellt werden?

Das die beste Ehefrau von allen angesichts der zunehmenden Zahl von Flüchtlichen erwägt, mit Pegida zu sympathisieren, stellt sicherlich keine Lösung dar. Gerade die Flüchtlinge aus der Fremde sind am wenigsten an ihrem Schicksal und ihrer Verzweifelung schuld.

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