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Freitag, 2. März 2012

A.I. / Artificial Intelligence / Künstliche Intelligenz / Inteligencia Artificial / 人工智能


Oder eine Baustellenabsicherung in Taiwan / A site equipment in Taiwan / Un dispositivo de una obra en Taiwan / 台湾 的 工地 設施

Steven Spielberg sorgte nicht nur in Luo Yous Vorleben 1988 in Guadix durch eine Statistenrolle als Nazi-Offizier bei Indiana Jones letztem Kreuzzug für bleibende Erinnerungen. Der Kontakt war damals über die Sekretärin meiner Sprachschule, dem „Colegio Nueva Universidad De Granada“, zu Stande gekommen. Die junge Frau studierte Theaterwissenschaften in Granada und kannte den Agenten, der für den Film blonde, blauäugige, junge Männer über 1,80 m für die Rolle der bösen, deutschen Nazi-Soldaten suchte. Meine damalige Erscheinung ließ mir am Drehort die Offiziersuniform zukommen. Die Szene, an der ich mitwirkte, wurde zwar nicht im Film aufgenommen, trotzdem blieb mir die Jagd auf Sean Connery sehr gut im Gedächtnis. Wenigstens gab es für den Tag und das Auftreten vor der Kamera einen feschen Haarschnitt, Bocadillos und Mineralwasser sowie einige Peseten Bares. So wie ich zum Nazi-Offizier wurde, veränderte sich im Film übrigens der Bahnhof von Guadix zur Bahnstation von Iskenderun.

Unvergessen blieb Steven Spielberg dann auch viele Jahre später mit dem Film „A.I. - Künstliche Intelligenz“, dessen traumatische Bilder ich in der Trance des Halbschlafs auf dem Langstreckenflug von Frankfurt nach Taipei sah.

Am 5. Januar 2012 kamen die Bilder der bizarr zusammengeflickten Mechas in Form einer Baustellenabsicherung auf Taiwan in Luye (鹿野) wieder.

Einsam verrichtet auf einer gesperrten Allee der mögliche Vorfahre der eventuellen evolutionären Nachfolger der Menschen seinen Job.


Ist er schon an dem Platz, wo Träume geboren werden? Seine Erschaffer könnten jedenfalls Anhänger der Occupy-Bewegung, Anti-ACTA-Aktivisten oder Sympathisanten von Anonymous sein. Die Gesichtsgestaltung hat sehr große Ähnlichkeit mit einer Guy-Fawkes-Maske.

Sonntag, 5. Februar 2012

Kandidatinnen - Female Candidates in Taiwan

Eine Vielzahl der Werbebannern, aufgespannt vor Bambusgerüsten, Fassaden oder zwischen Masten, und Fahnen für die Parteien und Kandidaten säumten die Straßen von Taiwan im Januar 2012 vor der Wahl. Plakatständer und Tafeln, wie sie in Deutschland üblich sind, fielen mir nicht auf. Wahrscheinlich spricht die Verletzungsgefahr für weiche Plastiksfolien und Tuch aus Synthetics. Bei der Enge im Straßentraum für die Fußgänger in Taiwan, vollgestopft mit Motorrollern, parkenden Autos und allem möglichen Zeug aus der Nachbarschaft, ist das Risiko hoch sich an harten Pappschildern zu stoßen und dem dort abgebildeten Kandidat die Beule bei der Wahl heimzuzahlen. Auch kann ein Schild aus Presspappe bei Taifunwetterlagen umherfliegen und möglicherweise einen Anhänger der eigenen Partei treffen und ihn an der Stimmabgabe hindern. Briefwahl gibt es in Taiwan nämlich nicht. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigten, dass der körperlich Kontakt mit einer Werbefahne harmlos ist, ja sogar durchaus als angenehm empfunden werden kann.

Angenehm war auch die hohe Anzahl der abgebildeten, ausgesprochen attraktiven Kandidatinnen. Ich fühlte mich durchaus an die Bundeskanzlerkandidatin der Partei „Die Partei“, Samira El Ouassil, erinnert. Das Motto der Partei war 2009 „Bundeskanzlerin ja, aber schöner!“

Hier mal aus der Perspektive des Busreisenden nach Baolei.

Oder vor dem Bahnhof von Luye mit Tsai Ing-Wen, der unglücklichen Herausforderin von Präsident Ma Ying-Jeou.

Örtliche Kandidatin des Distrikts in einer Dorfstraße bei Kaohsiung. Im Hintergrund zeigt sich als Landmann verkleidet der Kontrahent der KMT, um die Dorfbewohner für sich zu gewinnen. Gewonnen hat er die Wahl trotzdem nicht.

Vermutlich nicht beim Karaoke sondern bei einer flammenden Rede wurde das Foto der Kandidatin, einer bekannten Schauspielerin und Sängerin aus der Bevölkerungsgruppe der Ureinwohner Taiwans, aufgenommen. Hier zu sehen vor Betelnusspalmen in Luye.

Kraftvoll zeigt sich eine weitere Kandidatin in der Nähe der Zuckerfabrik von Huwei. Wer will da noch „Orange“ (unten links) wählen.

So strahlend musste Taiwan „blau“ bleiben.

Kandidatinnen-Casting in Taiwan? Sicher nicht!