Das Mondkaninchen
Wenn das kommunistische China seinen „Jiao Didi” (小弟弟) zeigt, eine lange Phallusrakete mit orgasmischen Schreien zum Mond schickt und dabei die Tagesschausprecherin zu der Nachricht, wie anfangs dieser Woche geschehen, von der „Ju Tu“ genannten Raumsonde spricht, kommen bei Luo You Erinnerungen an seine guten Jahre in den Diskotheken der 1980er auf.
Aber kann „the only band that matters“, wie zu der Zeit gesagt wurde, mit so unvergeßlichen Songs wie “In The Name Of Love“ wirklich Namensgeber in der sino-kommunistischen Raumfahrt sein? Eine Musikgruppe, die sich für soziale Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit und politische Projekte einsetzt?
Vereint schmücken die Flaggen Japans, der Volksrepublik China, der Republik China, also Taiwans, und der USA eine Orchideenausstellung im März 2013. Locker gehen die zeitgenössischen Taiwaner mit dem Fahnenschmuck um, dessen Kombination in anderen Ländern, so in der Volksrepublik, große politische und strafrechtliche Probleme aufwerfen kann. Dabei ist es bestimmt nicht nur schöner, sondern auch wesentlich vernünftiger sich gegenseitig Orchideen zu zeigen als geladene Kanonenrohre und Raketen, wie gegenwärtig um die Senkaku-Inseln.
Es ist also kaum vorstellbar, dass die „Máo Fěi“ (毛匪) derart internationalisiert sind, um der Musikgruppe U2 eine für ihre Regierung so bedeutende Errungenschaft zu widmen oder allein schon darauf Anspielungen machen.
Letztendlich führte die unsaubere Aussprache des von der Tagessprecherin stark simplifizierten Chinesischen zu „U2“. Nach einigen Rätseln vor dem Fernseher kam die beste Ehefrau von allen darauf, dass es sich um „Yuè Tù“ (月兔), das Mondkaninchen, handeln muss.
Dies ist zwar nicht „Yuè Tù“ (月兔), ist aber trotzdem süß. Der Hoppel in der Nähe des Imbißzone bei der Orchideenausstellung dient auf keinen Fall dazu, den Appetit anregen. Er soll sicher zusammen mit seinen Freunden in einem Streichelzoo nach den vielen statischen Pflanzen der Schau Kinder und Erwachsene erfreuen. Bei mir hat es funktioniert.
In der chinesischen Mythologie stampft das Kaninchen, was auf dem Mond lebt, dauernd die Kräuter für das Lebenselexier der Unsterblichen und steht in enger Beziehung zur Mondgöttin, dem „Bunny Girl“ nach Buzz Aldrin.
Selbst wenn der Name „Yuè Tù“ (月兔) mittels eine Online-Abstimmung - bestimmt ganz demokratisch - ausgewählt sein sollte, kann er aus meiner zugegeben beschränkten Sicht als Metapher gelten. Letztendlich überleben auch die Funktionäre im System der Volksrepublik vor allem durch die Erfolge ihrer unermüdlichen Kaninchen, ihrer Wissenschaftler und Experten, Arbeiter und Beamten. Und für herausragende Erfolge braucht es Mondflüge. So einfach ist das mit der Raumfahrt. Dann wird auch das friedliche Zusammenleben mit den Nachbarn weniger wichtig.
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Freitag, 6. Dezember 2013
Dienstag, 2. April 2013
Wo der Tiger an Land ging
Taiwan und die Taiwaner zeichnen sich durch eine besondere Affinität zu der Großkatze aus. So war das Symbol der 1895 für einige Monate existenten Republik Formosa, die von der gewaltsamen japanische Übernahme der Insel als Kolonie ausgelöscht wurde, ein von Flammen und Wölkchen umgebener Tiger, der auch diesem Blog vorangestellt ist.
Bei der Internationalen Orchideenschau 2013 in Tainan, die im März des Jahres stattfand, schaut ein wildes Kätzchen aus der üppigen Blumenpracht.
Begeistert war das Publikum von den Züchtungen und Zusammenstellungen in den verschiedenen Hallen.
Leider hatte der Efeu im Ausstellungsarrangement der deutschen Orchideengesellschaft (DOG) dem subtropischen Klima nicht standgehalten und war schon etwas vetrocknet. Dabei wurde auch deutlich, wo die Pflanzen besonderer großer Zuneigung und Pflege bedürfen, aber trotzdem nicht wirklich ihre Schönheit entfalten oder welche Regionen durch ein ausgezeichnetes Orchideenklima begünstigt sind. Da haben Schwiegermama, Ehefrau und meine Wenigkeit uns gerne vor den Orchideen aus Indonesien und sogar aus Südafrika fotografiert.
Ökonomen zählen Taiwan, respektive die Republik China, auch zu den Tigerstaaten, was sich mehr auf die Dynamik der Volkswirtschaft als auf den Lebensraum der Großkatze bezieht. Historisch zählte Taiwan nie zum seinem natürlichen Habitat.
Dabei ließ Taiwan Vorzeigeregisseur Ang Lee erst kürzlich in "Life Of Pi" den Tiger an den Stränden von Kenting anlanden. Im Film wird der Ort zwar als Küste von Mexiko benannt, der Drehort lag aber an der Baisha Bay, die Bucht des weißen Sandes in Südtaiwan. Viel Kunstfertigkeit, Filmtechnik und einige "Dreck Weg"-Tage waren sicher nötig, damit die reale Szenerie zum filmgerechten Strand wurde.
Als ordentlich Taiwanpatrioten waren wir natürlich an allen angenommenen Drehorten des Films um Kenting. Auch Chialoshui an der Westseite des Nationalparks von Kenting zählte dazu.
Obwohl viele Filmszenen auf Taiwan hergestellt wurden, wird kein örtlicher Bezug zur Insel genommen. Dieser erschließt sich nur durch Hintergrundinformationen. Damit wird der Film wohl kaum so für die Tourismuswerbung von Kenting eingesetzt werden können, wie Taiwans Kassenschlager „Cape No. 7“ aus dem Jahr 2008.
Statt eines wilden Tigers tobten in Chialoshui nur Affen in den bewaldeten Hängen über dem Pazifik. Das ist die schöne Seite Taiwans, die nur außerhalb der wuchernden Industriegebiete und des zusammengepressten Siedlungsbreis, welcher das Land zum ökonomischen Tigerstaat gemacht haben, zu finden ist.
Bei der Internationalen Orchideenschau 2013 in Tainan, die im März des Jahres stattfand, schaut ein wildes Kätzchen aus der üppigen Blumenpracht.
Begeistert war das Publikum von den Züchtungen und Zusammenstellungen in den verschiedenen Hallen.
Leider hatte der Efeu im Ausstellungsarrangement der deutschen Orchideengesellschaft (DOG) dem subtropischen Klima nicht standgehalten und war schon etwas vetrocknet. Dabei wurde auch deutlich, wo die Pflanzen besonderer großer Zuneigung und Pflege bedürfen, aber trotzdem nicht wirklich ihre Schönheit entfalten oder welche Regionen durch ein ausgezeichnetes Orchideenklima begünstigt sind. Da haben Schwiegermama, Ehefrau und meine Wenigkeit uns gerne vor den Orchideen aus Indonesien und sogar aus Südafrika fotografiert.
Ökonomen zählen Taiwan, respektive die Republik China, auch zu den Tigerstaaten, was sich mehr auf die Dynamik der Volkswirtschaft als auf den Lebensraum der Großkatze bezieht. Historisch zählte Taiwan nie zum seinem natürlichen Habitat.
Dabei ließ Taiwan Vorzeigeregisseur Ang Lee erst kürzlich in "Life Of Pi" den Tiger an den Stränden von Kenting anlanden. Im Film wird der Ort zwar als Küste von Mexiko benannt, der Drehort lag aber an der Baisha Bay, die Bucht des weißen Sandes in Südtaiwan. Viel Kunstfertigkeit, Filmtechnik und einige "Dreck Weg"-Tage waren sicher nötig, damit die reale Szenerie zum filmgerechten Strand wurde.
Als ordentlich Taiwanpatrioten waren wir natürlich an allen angenommenen Drehorten des Films um Kenting. Auch Chialoshui an der Westseite des Nationalparks von Kenting zählte dazu.
Obwohl viele Filmszenen auf Taiwan hergestellt wurden, wird kein örtlicher Bezug zur Insel genommen. Dieser erschließt sich nur durch Hintergrundinformationen. Damit wird der Film wohl kaum so für die Tourismuswerbung von Kenting eingesetzt werden können, wie Taiwans Kassenschlager „Cape No. 7“ aus dem Jahr 2008.
Statt eines wilden Tigers tobten in Chialoshui nur Affen in den bewaldeten Hängen über dem Pazifik. Das ist die schöne Seite Taiwans, die nur außerhalb der wuchernden Industriegebiete und des zusammengepressten Siedlungsbreis, welcher das Land zum ökonomischen Tigerstaat gemacht haben, zu finden ist.
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