Taiwan – Grüne Insel im Taifun
Vor einigen Tagen wurde eine interessante TV-Produktion aus dem Jahr 2004 wiederholt. „Taiwan – Grüne Insel im Taifun‟ lautete der Titel der Fernsehsendung über die Natur und das Tierleben auf der subtropischen Insel. Der Betrachter fühlte sich fast in das unberührte Taiwan des 17. Jahrhunderts zurück versetzt, bevor die Holländer mit einer systematischen Siedlungspolitik auf dem Eiland begannen. Wenig ist vom technisierten und lebenfeindlichen Gewusel in Taiwans Städten zu sehen.
Die knapp 45 Minuten sind auch über Youtube verfügbar. So schön kann Taiwan sein.
Der Gedanke an Loriots Waldmöpse, denen kürzlich in Brandenburg ein Denkmal gewidmet wurde, liegt beim Anblick von Taiwans Mini-Rehen oder Bergschafen, nahe.
Meine eigene Begegnung mit dem Shān Qiāng (山羌), Muntiacus reevesi micrurus), dem scheuen Waldtier, unerwartet auf Kaohsiungs Affenberg im Frühjahr 2004.
Mit meiner ersten Einschätzung als Shān Yáng (台灣長鬃山羊, Taiwan-Serau, Naemorhedus swinhoei oder Capricornis swinhoei) lag ich ziemlich daneben. Da hat mich wohl der taiwanische Akzent im Mandarin-Chinesisch der besten Ehefrau von allen fehlgeleitet, höhm. Shān Qiāng und Shān Yáng liegen nun wirklich dicht zusammen. Hilfreich bei der Klärung war die Liste geschützter Arten auf Taiwan in Wikipedia. Bei der westlichen Namensnennung hat wieder Konsul Swinhoe die Chance ergriffen, der Tierart seinen Namen aufdrückt und versucht, sich zu verewigen. Das Shān Qiāng hört hingegen auf den Namen John Reeves, einem Naturforscher und Teeinspektor der Britisch East India Company, der 19 Jahre in China arbeitete.
Ebenfalls ziemlich scheu ist der Sikahirsch, den es sich zwar auch im Sauerland eingebürgert hat, aber in seinen ursprünglichen taiwanischen Habitaten vom Aussterben bedroht ist. Das Wild kam hier besser vor die Kamera, da es im Gehege auf dem Gelände des Sisal-Museum von Hengchuen nicht weglaufen konnte. Dem Thema „Evolution und Sikahirsch″ hatte ich mich schon einmal hier aus anderer Perspektive nach dem Besuch des nationalen Museums für Meeresbiologie, auch in Hengchuen, angenähert.
Wahrscheinlich beruht die Gefahr auf Taiwan zu verschwinden, wie so oft bei gefährdeten Arten, darauf, dass der Sikahirsch einfach zu zu lecker. Dazu passt gut der Artikel aus „Taiwan Heute″ , der Eßgewohnheiten und ein mangelndes Bewußtsein für die Bedrohung der Tierwelt Taiwans anspricht. Mir selbst wurden Jagdgeschichten von unserem Unterkunftgeber in Osttaiwan berichtet, wo die lokale Bevölkerung vor allem zum Zeitvertreib Flughunden nachstellt. Es gibt eine bejagbare Arte und eine geschützte Art von Flughunden. Leider sind die Unterschiede zwischen den Arten sehr gering und erst dann feststellen, wenn das Tier erlegt ist.
Der Hirsch des „Jägermeisters‟ findet sich in verschiedenen Bars auf Taiwan und wird dort ansprechend präsentiert. Hier wirbt eine schlankere Variante des Hirschen als weißer Sechsender für ein Geschäft in Yuchi am Sonne-Mond-See. Nach der Legende soll eine weißer Hirsch die Jäger der Ureinwohner zu dem schönen See geführt haben, an desen Ufer der Stamm sich dann niederließ.
Wildbeobachtung vor der deutschen Haustür: Weder als Rückzüchtung noch gehörnt präsentiert sich Nachbars Rehpinscher. Aufmerksam wartet er, wer von seinen vierbeinigen Freunden als nächstes über den Weg kommt. Ihm zu folgen, um den Wohnsitz zu wechseln, lohnt nicht wirklich.
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Samstag, 23. Mai 2015
Dienstag, 12. August 2014
Der imperiale Kohl
Ist Taiwan noch ein Reiseland?
Wenn mehr als 1 Milliarde (1.000.000.000) Menschen ermuntert werden, sich eine relativ kleine Insel, etwa 10 % größer als das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen anzusehen, ist das Ergebnis vorhersehbar. Dies gilt umso mehr als diese Insel in den früheren Jahrzehnten zu etwas Verbotenen, etwas Wert- und Geheimnisvollen hochstilisiert wurde. Der Milliarde und mehr an Menschen wurde seit ihrer Kindheit durch Staat und Schule eingetrichtert, wie bedeutsam das Eiland Taiwan für das große China und dem Wohlergehen der Nation ist. Nun ist der Moment gekommen für alle, die es sich leisten können und heiß darauf sind, dieses Geheimnis zu ergründen.
Bei ihrem Sommeraufenthalt berichtete eine der Nichten davon, dass sie kürzlich beim Besuch des nationalen Palastmuseums (NPM) in Taipei angesichts der Mengen an Besuchern aus der Volksrepublik China nicht in der Lage war, sich eines der berühmten Exponate - wohl vor dem Beginn der gerade noch laufenden Ausstellung in Japan - anzusehen. So umlagert war der kaiserliche Kohlstrunk mit Heuschrecke, aus edler Jade kunstvoll geschliffen und poliert.
Dabei gibt es, dem oben eingefügten Link folgend, durchaus besondere Öffnungszeiten mit freien Eintritt für Bürger der Republik China abends am Freitag und Samstag. Diese Zeit sollten die Einheimischen tunlichst nutzen.
Insofern ist dieses Foto aus dem Jahr 2004 des imperialen Jade-Kohls (翠玉白菜) fast frei von anderen Betrachtern und herumstehenden Menschen schon als Rarität zu werten. Luo You konnte damals bei seinem zweiten Besuch im Museum die Zeit, Kunst und Kulturschätze genießen, die Chinas Kaiser zusammengetragen hatten und nach den Wirren des zweiten Weltkriegs und des Bürgerkriegs in Taiwan zu Ausstellung kamen.
„Wäre nicht Familie und Verwandtschaft in Taiwan, würde mich nichts dahin ziehen“, sinniert die beste Ehefrau von allen. Dann lamentiert sie über die hohen Hotelpreise für den geplanten Wochenendausflug mit der Schwiegermutter in Taiwans Osten oder am Sonnen-Mond-See.
Nun ja, einige weiße Flecken gibt es schon noch, die Luo You reizen, so etwa Taipingshan und die Schneeberge, die Matsu-Inseln oder die Nordküste Taiwans. Ob diese Orte für sich allein plus fremdartige Kultur, Küche und freundliche Menschen ohne die familiäre Bindung ausreichen, um nach Taiwan zu reisen, ist für mich aber auch fraglich. Das größere China, die alte Kolonialmacht Japan, die Tropenparadiese mit ihren Traumstränden in Südostasien bieten einfach und objektiv betrachtet Reizvolleres in größerer Auswahl.
Angesichts genug vorhandener Familie in Taiwan löst das bei mir noch nicht die Frage aus, ob mit den Gedanken meiner Frau auch der erträumte Ruhestand im ländlichen Raum auf der Pazifikinsel gefährdet sein könnte.
Wenn mehr als 1 Milliarde (1.000.000.000) Menschen ermuntert werden, sich eine relativ kleine Insel, etwa 10 % größer als das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen anzusehen, ist das Ergebnis vorhersehbar. Dies gilt umso mehr als diese Insel in den früheren Jahrzehnten zu etwas Verbotenen, etwas Wert- und Geheimnisvollen hochstilisiert wurde. Der Milliarde und mehr an Menschen wurde seit ihrer Kindheit durch Staat und Schule eingetrichtert, wie bedeutsam das Eiland Taiwan für das große China und dem Wohlergehen der Nation ist. Nun ist der Moment gekommen für alle, die es sich leisten können und heiß darauf sind, dieses Geheimnis zu ergründen.
Bei ihrem Sommeraufenthalt berichtete eine der Nichten davon, dass sie kürzlich beim Besuch des nationalen Palastmuseums (NPM) in Taipei angesichts der Mengen an Besuchern aus der Volksrepublik China nicht in der Lage war, sich eines der berühmten Exponate - wohl vor dem Beginn der gerade noch laufenden Ausstellung in Japan - anzusehen. So umlagert war der kaiserliche Kohlstrunk mit Heuschrecke, aus edler Jade kunstvoll geschliffen und poliert.
Dabei gibt es, dem oben eingefügten Link folgend, durchaus besondere Öffnungszeiten mit freien Eintritt für Bürger der Republik China abends am Freitag und Samstag. Diese Zeit sollten die Einheimischen tunlichst nutzen.
Insofern ist dieses Foto aus dem Jahr 2004 des imperialen Jade-Kohls (翠玉白菜) fast frei von anderen Betrachtern und herumstehenden Menschen schon als Rarität zu werten. Luo You konnte damals bei seinem zweiten Besuch im Museum die Zeit, Kunst und Kulturschätze genießen, die Chinas Kaiser zusammengetragen hatten und nach den Wirren des zweiten Weltkriegs und des Bürgerkriegs in Taiwan zu Ausstellung kamen.
„Wäre nicht Familie und Verwandtschaft in Taiwan, würde mich nichts dahin ziehen“, sinniert die beste Ehefrau von allen. Dann lamentiert sie über die hohen Hotelpreise für den geplanten Wochenendausflug mit der Schwiegermutter in Taiwans Osten oder am Sonnen-Mond-See.
Nun ja, einige weiße Flecken gibt es schon noch, die Luo You reizen, so etwa Taipingshan und die Schneeberge, die Matsu-Inseln oder die Nordküste Taiwans. Ob diese Orte für sich allein plus fremdartige Kultur, Küche und freundliche Menschen ohne die familiäre Bindung ausreichen, um nach Taiwan zu reisen, ist für mich aber auch fraglich. Das größere China, die alte Kolonialmacht Japan, die Tropenparadiese mit ihren Traumstränden in Südostasien bieten einfach und objektiv betrachtet Reizvolleres in größerer Auswahl.
Angesichts genug vorhandener Familie in Taiwan löst das bei mir noch nicht die Frage aus, ob mit den Gedanken meiner Frau auch der erträumte Ruhestand im ländlichen Raum auf der Pazifikinsel gefährdet sein könnte.
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