Der Blick aus dem Fenster sagt alles. Am vergangenen Wochenende überzog wieder der farblose Schnee die Landschaft. Heute sind die Wege noch vereist oder zu einem puddingartigen Matsch aufgeweicht. Obwohl bereits ersten Frühjahrsboten in Form von Tulpen sprießen, sah es einige Tage noch so aus, als hätten sie erst einmal das Wachstum eingestellt. Sie wirkten wie kleine Kreaturen, eine Art Erdmännchen, bibbernd in der gefrorenen Erde und einem Mantel gleich umhüllt von ihren Blättern.
Deutschland nervt. Alles will gegenwärtig Stress machen: die berufliche Arbeit mit verschiedenen absehbaren Personalwechseln im näheren Umfeld, die seit dem Hausbau andauernden Grabenkämpfe vor Gericht und über Rechtsanwälte mit glücklicherweise nur wenigen, aber besonders schrecklichen Handwerkern. Da gilt Verbraucherschutz nichts und die Bauprofi nutzen alle miesen Tricks und ihre Erfahrung, um den eigenen Profit zu mehren und sich die Bälle im Gewerbe gegenseitig zuzuspielen. Die Einmal-Bauherrenschaft wird wie eine Zitrone bis zum letzten Tropfen ausgepresst. Dieses Generve scheint im Vorfrühjahr alle Lebensbereiche zu umfassen. Nichts läuft wirklich gut. Also ist es der richtige Zeitpunkt, die vom Winter geschlauchten Deutschen zu verlassen. Das E-Ticket von Frankfurt nach Kaohsiung ist gebucht und es wird Zeit sich Gedanken über den - im deutschen Sinne sommerlich ausgerichteten - Kofferinhalt zu machen.
Im Frühjahr 2005 ging die Reise unter anderem nach Penghu. Von Blüten umrahmte Sandstrände an einer karibisch wirkenden Taiwanstraße unter subtropischer Sonne. Da wird doch gleich die Zirbeldrüse aktiviert. Auf dem Hügel im Hintergrund lädt ein kleiner Tempel zur Strandwanderung ein. „Such dir etwas Schönes aus, was du auf Taiwan sehen willst“, sagt mir die Ehefrau, die sich bereits auf dem Eiland befindet, am Telefon. Aus familiären Gründen werden wir in Kaohsiung oder in der Nähe, das heißt im Süden, bleiben. Also ist jetzt Zeit für den ewigen Taiwantouristen, um im Internet zu surfen, was es noch Interessantes oder Neues gibt und was uns anspricht.
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Dienstag, 26. Februar 2013
Freitag, 9. November 2012
Zweifel an Make Boluo - Zweifel an Luo You?
Mǎkě Bōluó (馬可 波羅) oder Marco Polo war ein Händler aus Venedig, der dadurch bekannt wurde, dass er Ende des 13. Jahrhunderts über seine Reisen nach China berichtete.
Bradley Mayhew´s „Die Marco Polo Fährte - Abenteuer Seidenstraße“ in fünf Teilen wurde in den letzten Tagen auf Phoenix ausgestrahlt. Der Autor von Reiseführern folgte dabei dem Weg, den der Venezianer im Mittelalter genommen haben sollte.
In der Fernsehdokumentation wird erläutert, wie auch im Artikel auf Wikipedia, dass von einigen bezweifelt wird, ob Marco Polo überhaupt in China war. In seinem Buch fehlen bedeutende und essentielle Themen aus der damaligen chinesischen Kultur, die eigentlich kein Reisender unerwähnt gelassen hätte. Nirgends in Marco Polos Schilderungen werden etwa die chinesische Mauer, die für Europäer außergewöhnlichen Schriftzeichen oder die abgebundenen Füße bei den Frauen genannt.
Bei der Diskussion mit der besten Ehefrau von allen, wie berechtigt der Einwand gegen die Glaubwürdigkeit Marco Polos sein kann, kam der Gedanke, dass auch mein bescheidener Blog in späteren Jahren angezweifelt werden könnte. Es kann durchaus in Frage gestellt werde, dass ich jemals Taiwan bereist habe. Menschen könnten zu der Meinung kommen, dass Luo You nur aus anderen Quellen und Blogs abge-guttenbergt hat und im übrigen nur selbst ersponnene Märchen erzählt. Wie sonst könnten so herausragende Dinge, wie die Taroko-Schlucht unerwähnt bleiben? Kein einziges Mal hast du darüber geschrieben, sagt mein Schatz.
Um also möglichen späteren Ungläubigen dieses Argument zu nehmen, steht hier die Taroko-Schlucht in einer eigenen Aufnahme vom 19. Juni 2004. Das erste Mal besuchte ich sie nach dem chinesischen Neujahresfest im Jahr 2001. Das Naturphänomen sollte zum Pflichtprogramm jedes Taiwantouristen gehören.
Die Schlucht ist in ihrer Größe äußerst beeindruckend und die hindurch führende Straße, hier auf einem Foto im Mai 2005, legendär. Damit hat auch mein Taiwan-Blog diesen Punkt abgehandelt.
Und wie sagte Marco Polo - was auch hier gilt - auf seinem Sterbebett, als ihn die Nahestehenden bedrängten im Angesicht des Todes, endlich mit seiner irrsinnigen Flunkerei aufzuhören: „Ich habe nicht die Hälfte dessen erzählt, was ich gesehen habe!“
Bradley Mayhew´s „Die Marco Polo Fährte - Abenteuer Seidenstraße“ in fünf Teilen wurde in den letzten Tagen auf Phoenix ausgestrahlt. Der Autor von Reiseführern folgte dabei dem Weg, den der Venezianer im Mittelalter genommen haben sollte.
In der Fernsehdokumentation wird erläutert, wie auch im Artikel auf Wikipedia, dass von einigen bezweifelt wird, ob Marco Polo überhaupt in China war. In seinem Buch fehlen bedeutende und essentielle Themen aus der damaligen chinesischen Kultur, die eigentlich kein Reisender unerwähnt gelassen hätte. Nirgends in Marco Polos Schilderungen werden etwa die chinesische Mauer, die für Europäer außergewöhnlichen Schriftzeichen oder die abgebundenen Füße bei den Frauen genannt.
Bei der Diskussion mit der besten Ehefrau von allen, wie berechtigt der Einwand gegen die Glaubwürdigkeit Marco Polos sein kann, kam der Gedanke, dass auch mein bescheidener Blog in späteren Jahren angezweifelt werden könnte. Es kann durchaus in Frage gestellt werde, dass ich jemals Taiwan bereist habe. Menschen könnten zu der Meinung kommen, dass Luo You nur aus anderen Quellen und Blogs abge-guttenbergt hat und im übrigen nur selbst ersponnene Märchen erzählt. Wie sonst könnten so herausragende Dinge, wie die Taroko-Schlucht unerwähnt bleiben? Kein einziges Mal hast du darüber geschrieben, sagt mein Schatz.
Um also möglichen späteren Ungläubigen dieses Argument zu nehmen, steht hier die Taroko-Schlucht in einer eigenen Aufnahme vom 19. Juni 2004. Das erste Mal besuchte ich sie nach dem chinesischen Neujahresfest im Jahr 2001. Das Naturphänomen sollte zum Pflichtprogramm jedes Taiwantouristen gehören.
Die Schlucht ist in ihrer Größe äußerst beeindruckend und die hindurch führende Straße, hier auf einem Foto im Mai 2005, legendär. Damit hat auch mein Taiwan-Blog diesen Punkt abgehandelt.
Und wie sagte Marco Polo - was auch hier gilt - auf seinem Sterbebett, als ihn die Nahestehenden bedrängten im Angesicht des Todes, endlich mit seiner irrsinnigen Flunkerei aufzuhören: „Ich habe nicht die Hälfte dessen erzählt, was ich gesehen habe!“
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