Dieser neue Artikel im Blog sollte ursprünglich unter dem Titel „Nageltee“ über einen nachgenutzten „Bubble-Tea“-Laden in einer benachbarten westdeutschen Großstadt berichten. Die reißerisch bunte Werbung für den Teeladen war noch halb an der Hausfassade vorhanden.
Genutzt wurde das Lokal aber durch ein asiatisches Fuß- und Fingernagelstudio, was zwar die asiatische Flexibilität und Geschäftstüchtigkeit nachwies, wenn es mit einer Sache nicht so richtig läuft, auf das nächste Geschäftsfeld auszuweichen. Andererseits wirkte es irgendwie unappetitlich auf den Betrachter, der die Theke im Laden mit seinen Blicken suchte, das gesüßte und aromatisierte Getränk mit gefeilten und lackierten Fingernägeln in Verbindung gebracht zu sehen.
Leider habe ich das Foto des Geschäfts ohne Sicherung auf der Festplatte von Speicherkarte gelöscht. Der Herbsturlaub stand bevor und da wurde Speicherplatz gebraucht. Auf eine weitere Vertiefung des aus den Schlagzeilen gekommenen Themas werde ich folglich verzichten.
Der nächste „Bubble-Tea“-Ausschank, geöffnet und weiterhin existent, fand sich übrigens direkt auf der anderen Straßenseite in einem großen Einkaufszentrum. Trotz allen scheint eine ausreichend gute Versorgungssituation zu bestehen, die zumindest alle großen Stadtzentren in der Region abdeckt.
Besserer und dankenswerter Stichwortgeber ist da Ludigel mit seinen Ausführungen zum Thema „Abschleppen“. Der gesichtete Dreier-BMW lässt sich noch toppen. Wie schon geschrieben, im Süden ist alles besser. Sogar die Kaohsiunger Parktickets wirken in ihrer Aufmachung aufwändiger und designorientierter.
Sicherlich muss man sich nach von der heimischen Knöllchen-Philosophie verabschieden. Im deutschen Heimatland gilt, dass alle Autofahrer per se als Halbkriminelle gelten, denen erstmal alles Schlechte zu unterstellen ist, die stets misstrauisch gejagt und bestraft werden müssen. Jeder ist ein potenzieller Verkehrssünder und - trotz aller preußischer Reformen nach Napoleon – ein Untertan voll anarchischen Gedankenguts, den missmutige Staatsdiener zu beobachten haben, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung, sprich den uneingeschränkten Autoritätserhalt der Obrigkeit zu sichern. Ein Fehlverhalten ist sofort abzustellen und abzustrafen, um möglichen Nachahmern keine Vorbilder und falsche Ideen anzubieten.
Wie anders und alternativ scheint da doch die Gedankenwelt Taiwans zu sein, auch wenn westliche Denk- und Handlungsmuster teilweise in die Gesellschaft Eingang gefunden haben.
Aufmerksame Parkwächter befestigen keine Knöllchen - Strafmandate und Verwaltungsakte mit Androhung weiterer rechtlicher Maßnahmen - an der Windschutzscheine, sondern Parktickets, die der verehrte Nutzer der Parkmöglichkeit in den nächsten Tagen in einem „Convenience Store“ begleichen kann. Das ist doch sehr zuvorkommend, nicht vom Autofahrer zu verlangen, hunderte von Metern zum nächsten, möglicherweise defekten Parkautomaten zu laufen, Wechselgeld vorzuhalten, genau vorherzusehen, wie lange man parkt, und immer in Gefahr zu sein, bei einem Versäumnis in die Schublade „Verbrecher“ zu kommen.
Nach dem Motto „Wir können auch anders!“ Wer hier die Parkuhr falsch bedient, wird abgeschleppt. Das Kennzeichen der abgeschleppten Fahrzeuge findet sich mit Kreide notiert auf dem Bürgersteig, so dass der Fahrer Bescheid weiß. Sofern keine Handynummer daneben steht, hilft und vermittelt die lokale Polizei gerne bei der Suche nach dem neuen Standort des Fahrzeugs. Das Auto kann dann mittels Taxifahrt irgendwo auf einem Gewerbegrundstück außerhalb der Stadt gegen Auslösung abgeholt werden. Der Verfasser schreibt aus eigener Erfahrung.
Mittwoch, 14. November 2012
Samstag, 10. November 2012
Mama Huhu und die Teigtaschen
Mama Huhu ist korrekt „Mǎmǎ-Hǔhǔ“ (马马虎虎) und bedeutet im Chinesischen „Es geht so.“ oder „So lala!“. Das deutsche Mama lautet chinesisch „māma“ (媽媽). Als ich vor Jahren zum ersten Mal diese chinesische Chilisoße mit dem Werbeaufdruck sah, fiel mir sofort der Begriff Mama Huhu ein.
Auch wenn die Dame so aussieht und als seriöseste Hausfrau, Mutter und um das Wohl der gesamten Familie besorgten Köchen auftritt, es ist nicht Mama Huhu. Es ist Lǎo Gān Mā (老干媽, traditionell geschrieben 老乾媽), also auch eine Mama (媽), aber mehr eine gute alte Patentante. Im Zusammenhang mit Chilisoße ist die alte Patentante ein etabliertes Lebensmittelunternehmen, das die Welt mit ihren ausgezeichneten Produkten versorgt.
Laoganmas Chilisoße ist hervorragend zum Würzen der Shuǐjiǎo (水餃), leckerer Teigtaschen mit einer Füllung aus Hackfleisch, Gemüse und anderem, wie Ingwer und Frühligszwiebeln, geeignet. Als Gemüse nehmen wir in Deutschland je nach Saison Spitzkohl oder Chinakohl. Chinesischer Lauch („Leek“) ist in Deutschland leider zu teuer.
Frische Jiozi kamen in dieser Woche zum Abendessen auf den Tisch. So geformt und ungekocht sind sie am schönsten anzusehen. Ihre Form erinnert in der chinesischen Kultur an historische Geldstücke.
Wirklich eßbar sind sie erst nach dem Kochen.
Neben der Chilisoße gehören zu den Teigtaschen Sesamöl, Sojasoße oder ein besonderer Essig.
Vorsicht beim Gebrauch der Worts Gān, in vereinfachten Schriftzeichen 干, traditionell 乾 in Chinesisch geschrieben. Durch einen falschen Ton wird daraus das hässliche Gàn, vereinfacht bleibt es 干, traditionell wird es zum 幹. Im Kontext, zum Beispiel bei Lǎo Gān Mā, sollte das mit ausländischem Akzent aber kaum auffallen.
Auch wenn die Dame so aussieht und als seriöseste Hausfrau, Mutter und um das Wohl der gesamten Familie besorgten Köchen auftritt, es ist nicht Mama Huhu. Es ist Lǎo Gān Mā (老干媽, traditionell geschrieben 老乾媽), also auch eine Mama (媽), aber mehr eine gute alte Patentante. Im Zusammenhang mit Chilisoße ist die alte Patentante ein etabliertes Lebensmittelunternehmen, das die Welt mit ihren ausgezeichneten Produkten versorgt.
Laoganmas Chilisoße ist hervorragend zum Würzen der Shuǐjiǎo (水餃), leckerer Teigtaschen mit einer Füllung aus Hackfleisch, Gemüse und anderem, wie Ingwer und Frühligszwiebeln, geeignet. Als Gemüse nehmen wir in Deutschland je nach Saison Spitzkohl oder Chinakohl. Chinesischer Lauch („Leek“) ist in Deutschland leider zu teuer.
Frische Jiozi kamen in dieser Woche zum Abendessen auf den Tisch. So geformt und ungekocht sind sie am schönsten anzusehen. Ihre Form erinnert in der chinesischen Kultur an historische Geldstücke.
Wirklich eßbar sind sie erst nach dem Kochen.
Neben der Chilisoße gehören zu den Teigtaschen Sesamöl, Sojasoße oder ein besonderer Essig.
Vorsicht beim Gebrauch der Worts Gān, in vereinfachten Schriftzeichen 干, traditionell 乾 in Chinesisch geschrieben. Durch einen falschen Ton wird daraus das hässliche Gàn, vereinfacht bleibt es 干, traditionell wird es zum 幹. Im Kontext, zum Beispiel bei Lǎo Gān Mā, sollte das mit ausländischem Akzent aber kaum auffallen.
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Freitag, 9. November 2012
Zweifel an Make Boluo - Zweifel an Luo You?
Mǎkě Bōluó (馬可 波羅) oder Marco Polo war ein Händler aus Venedig, der dadurch bekannt wurde, dass er Ende des 13. Jahrhunderts über seine Reisen nach China berichtete.
Bradley Mayhew´s „Die Marco Polo Fährte - Abenteuer Seidenstraße“ in fünf Teilen wurde in den letzten Tagen auf Phoenix ausgestrahlt. Der Autor von Reiseführern folgte dabei dem Weg, den der Venezianer im Mittelalter genommen haben sollte.
In der Fernsehdokumentation wird erläutert, wie auch im Artikel auf Wikipedia, dass von einigen bezweifelt wird, ob Marco Polo überhaupt in China war. In seinem Buch fehlen bedeutende und essentielle Themen aus der damaligen chinesischen Kultur, die eigentlich kein Reisender unerwähnt gelassen hätte. Nirgends in Marco Polos Schilderungen werden etwa die chinesische Mauer, die für Europäer außergewöhnlichen Schriftzeichen oder die abgebundenen Füße bei den Frauen genannt.
Bei der Diskussion mit der besten Ehefrau von allen, wie berechtigt der Einwand gegen die Glaubwürdigkeit Marco Polos sein kann, kam der Gedanke, dass auch mein bescheidener Blog in späteren Jahren angezweifelt werden könnte. Es kann durchaus in Frage gestellt werde, dass ich jemals Taiwan bereist habe. Menschen könnten zu der Meinung kommen, dass Luo You nur aus anderen Quellen und Blogs abge-guttenbergt hat und im übrigen nur selbst ersponnene Märchen erzählt. Wie sonst könnten so herausragende Dinge, wie die Taroko-Schlucht unerwähnt bleiben? Kein einziges Mal hast du darüber geschrieben, sagt mein Schatz.
Um also möglichen späteren Ungläubigen dieses Argument zu nehmen, steht hier die Taroko-Schlucht in einer eigenen Aufnahme vom 19. Juni 2004. Das erste Mal besuchte ich sie nach dem chinesischen Neujahresfest im Jahr 2001. Das Naturphänomen sollte zum Pflichtprogramm jedes Taiwantouristen gehören.
Die Schlucht ist in ihrer Größe äußerst beeindruckend und die hindurch führende Straße, hier auf einem Foto im Mai 2005, legendär. Damit hat auch mein Taiwan-Blog diesen Punkt abgehandelt.
Und wie sagte Marco Polo - was auch hier gilt - auf seinem Sterbebett, als ihn die Nahestehenden bedrängten im Angesicht des Todes, endlich mit seiner irrsinnigen Flunkerei aufzuhören: „Ich habe nicht die Hälfte dessen erzählt, was ich gesehen habe!“
Bradley Mayhew´s „Die Marco Polo Fährte - Abenteuer Seidenstraße“ in fünf Teilen wurde in den letzten Tagen auf Phoenix ausgestrahlt. Der Autor von Reiseführern folgte dabei dem Weg, den der Venezianer im Mittelalter genommen haben sollte.
In der Fernsehdokumentation wird erläutert, wie auch im Artikel auf Wikipedia, dass von einigen bezweifelt wird, ob Marco Polo überhaupt in China war. In seinem Buch fehlen bedeutende und essentielle Themen aus der damaligen chinesischen Kultur, die eigentlich kein Reisender unerwähnt gelassen hätte. Nirgends in Marco Polos Schilderungen werden etwa die chinesische Mauer, die für Europäer außergewöhnlichen Schriftzeichen oder die abgebundenen Füße bei den Frauen genannt.
Bei der Diskussion mit der besten Ehefrau von allen, wie berechtigt der Einwand gegen die Glaubwürdigkeit Marco Polos sein kann, kam der Gedanke, dass auch mein bescheidener Blog in späteren Jahren angezweifelt werden könnte. Es kann durchaus in Frage gestellt werde, dass ich jemals Taiwan bereist habe. Menschen könnten zu der Meinung kommen, dass Luo You nur aus anderen Quellen und Blogs abge-guttenbergt hat und im übrigen nur selbst ersponnene Märchen erzählt. Wie sonst könnten so herausragende Dinge, wie die Taroko-Schlucht unerwähnt bleiben? Kein einziges Mal hast du darüber geschrieben, sagt mein Schatz.
Um also möglichen späteren Ungläubigen dieses Argument zu nehmen, steht hier die Taroko-Schlucht in einer eigenen Aufnahme vom 19. Juni 2004. Das erste Mal besuchte ich sie nach dem chinesischen Neujahresfest im Jahr 2001. Das Naturphänomen sollte zum Pflichtprogramm jedes Taiwantouristen gehören.
Die Schlucht ist in ihrer Größe äußerst beeindruckend und die hindurch führende Straße, hier auf einem Foto im Mai 2005, legendär. Damit hat auch mein Taiwan-Blog diesen Punkt abgehandelt.
Und wie sagte Marco Polo - was auch hier gilt - auf seinem Sterbebett, als ihn die Nahestehenden bedrängten im Angesicht des Todes, endlich mit seiner irrsinnigen Flunkerei aufzuhören: „Ich habe nicht die Hälfte dessen erzählt, was ich gesehen habe!“
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Dienstag, 6. November 2012
Am Rande der Surrealität - Salzeisenbahnen in Taiwan
Die Insel Taiwan, die von den Portugiesen im 16. Jahrhundert „Ilha Formosa“, die schöne Insel genannt wurde, wird für den zeitgenössischen Reisenden häufig zur „Ilha Louco“.
Statt dröge beschaulicher Eisenbahnromantik für ältere Herren findet der Ferrophile auf der Suche nach den Resten von Taiwans Salzeisenbahnen zunächst sexy Cosplayers vor weißen Bergen. Wenn Märklin, Roco, Fleischmann & Co. ihre Produkte so an den Mann brächten, wären sie vielleicht nicht so hart an der Pleite vorbeigeschrammt.
Taiwaner im Schnee? Die These meines Schwiegervaters war, dass Taiwaner nicht auf Schnee leben können. Diese Auffassung wurde klar widerlegt. Sowohl eine seiner Töchter wie auch eine Enkelin verbrachten schneereiche Winter in Deutschland.
Völlig surreal wurde die Suche nach den Resten der taiwanischen Salzeisenbahnen nördlich von Tainan als dann noch der Weihnachtsmann mit seinen Rentieren erschien. Kein Zweifel: Dies muss die „Ilha Louca“ sein!
Es ist keine Schneelandschaft, die Luo You auf der subtropischen Insel umgibt, sondern es sind die Salzfelder und Salinen von Cigu.
Nachdem 1662 der Ming-Getreue Zhèng Chénggōng (鄭成功), auch Koxinga (國姓爺) genannt, die Insel den Holländern genommen hatte und Salz benötigte, begann die Salzgewinnung in den westlichen Küstengegenden von Taiwan.
Wurde früher mit Menschenkraft und Ochsenkarren das Salz abgefahren, begann in der japanischen Kolonialzeit von Taiwan ab 1895 der Transport auf den Salzfeldern mit Feldbahnen. Die Bahnlinien wurden später mit dem Schmalspurnetz der Zuckereisenbahnen verbunden. 1952 wurde das Netz der Salzeisenbahnen mit US-Krediten in Budai (布袋) und Cigu (七股) erneuert. Die Bahnen dienten sogar dem Personenverkehr, etwa um Schüler zu ihren Ausbildungsstätten zu bringen.
Eisenbahnnetze bestanden auf den Salzfeldern von
Budai (布袋), wie auf der Seite von Su I-Jaw dargestellt, und
Cigu (七股), wie hier enthalten. In diesem Ort befindet sich auch das heutige Salzmuseum Taiwans, welches die Geschichte dieses Produktions- und Erwerbszweig zu bewahren versucht.
Seit den 1970er Jahren wurden aus wirtschaftlichen Überlegungen verstärkt Lastkraftwagenzum Salztransport eingesetzt. Ab 1969 begann der Import von Industriesalz nach Taiwan. Damit wurde der Niedergang der klassischen taiwanischen Salzproduktion eingeläutet. Trotz aller Rationalisierungsbemühungen war die heimische Salzproduktion vor allem wegen der Kostenstruktur und ungünstiger Wetterbedingungen nicht mehr wettbewerbsfähig.
Eingestellt wurde 2002 nach 338 Jahren Betrieb die mechanische Salzproduktion in Cigu (七股). Auch heute wird noch in Taiwan Salz hergestellt. Produktionsstätte ist insbesondere in der Fabrik von Taiyen oder Taiwan Salt (台鹽) in Tunghsiao (通霄), die mittels Elektrodialyse Salz gewinnt. Ansonsten wird das meiste in Taiwan benötigten Salz über den Hafen in Taichung aus Australien eingeführt.
So sind von den Salzeisenbahnen nur korrodierte Relikte und Denkmäler, Dokumente und Museumsstücke in einer fremdartigen vom Menschen geformten Landschaft übrig geblieben, die Wandel und Vergänglichkeit repräsentieren, aber trotzdem die Freude an einer spaßigen Gegenwart und Neugier auf kommende Skurilitäten in der Zukunft erlauben.
Statt dröge beschaulicher Eisenbahnromantik für ältere Herren findet der Ferrophile auf der Suche nach den Resten von Taiwans Salzeisenbahnen zunächst sexy Cosplayers vor weißen Bergen. Wenn Märklin, Roco, Fleischmann & Co. ihre Produkte so an den Mann brächten, wären sie vielleicht nicht so hart an der Pleite vorbeigeschrammt.
Taiwaner im Schnee? Die These meines Schwiegervaters war, dass Taiwaner nicht auf Schnee leben können. Diese Auffassung wurde klar widerlegt. Sowohl eine seiner Töchter wie auch eine Enkelin verbrachten schneereiche Winter in Deutschland.
Völlig surreal wurde die Suche nach den Resten der taiwanischen Salzeisenbahnen nördlich von Tainan als dann noch der Weihnachtsmann mit seinen Rentieren erschien. Kein Zweifel: Dies muss die „Ilha Louca“ sein!
Es ist keine Schneelandschaft, die Luo You auf der subtropischen Insel umgibt, sondern es sind die Salzfelder und Salinen von Cigu.
Nachdem 1662 der Ming-Getreue Zhèng Chénggōng (鄭成功), auch Koxinga (國姓爺) genannt, die Insel den Holländern genommen hatte und Salz benötigte, begann die Salzgewinnung in den westlichen Küstengegenden von Taiwan.
Wurde früher mit Menschenkraft und Ochsenkarren das Salz abgefahren, begann in der japanischen Kolonialzeit von Taiwan ab 1895 der Transport auf den Salzfeldern mit Feldbahnen. Die Bahnlinien wurden später mit dem Schmalspurnetz der Zuckereisenbahnen verbunden. 1952 wurde das Netz der Salzeisenbahnen mit US-Krediten in Budai (布袋) und Cigu (七股) erneuert. Die Bahnen dienten sogar dem Personenverkehr, etwa um Schüler zu ihren Ausbildungsstätten zu bringen.
Eisenbahnnetze bestanden auf den Salzfeldern von
Budai (布袋), wie auf der Seite von Su I-Jaw dargestellt, und
Cigu (七股), wie hier enthalten. In diesem Ort befindet sich auch das heutige Salzmuseum Taiwans, welches die Geschichte dieses Produktions- und Erwerbszweig zu bewahren versucht.
Seit den 1970er Jahren wurden aus wirtschaftlichen Überlegungen verstärkt Lastkraftwagenzum Salztransport eingesetzt. Ab 1969 begann der Import von Industriesalz nach Taiwan. Damit wurde der Niedergang der klassischen taiwanischen Salzproduktion eingeläutet. Trotz aller Rationalisierungsbemühungen war die heimische Salzproduktion vor allem wegen der Kostenstruktur und ungünstiger Wetterbedingungen nicht mehr wettbewerbsfähig.
Eingestellt wurde 2002 nach 338 Jahren Betrieb die mechanische Salzproduktion in Cigu (七股). Auch heute wird noch in Taiwan Salz hergestellt. Produktionsstätte ist insbesondere in der Fabrik von Taiyen oder Taiwan Salt (台鹽) in Tunghsiao (通霄), die mittels Elektrodialyse Salz gewinnt. Ansonsten wird das meiste in Taiwan benötigten Salz über den Hafen in Taichung aus Australien eingeführt.
So sind von den Salzeisenbahnen nur korrodierte Relikte und Denkmäler, Dokumente und Museumsstücke in einer fremdartigen vom Menschen geformten Landschaft übrig geblieben, die Wandel und Vergänglichkeit repräsentieren, aber trotzdem die Freude an einer spaßigen Gegenwart und Neugier auf kommende Skurilitäten in der Zukunft erlauben.
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Mittwoch, 31. Oktober 2012
Chiang Kai-Sheks Paddel
Kürzlich kam mir wieder Chiang Kai-Sheks Paddel in den Sinn, als ich von aktuellen Proteste vor Rheinmetall in Düsseldorf gegen deutsche Waffenexporte hörte. Hartwig Hummel, Politikprofessor, vertrat dabei die Auffassung, dass Deutschland und Europa davon abgehen, Zivilmächte zu sein und zu Militärmächten werden, die militärische Außenpolitik betreiben.
Dabei gibt es schon seit sehr langer Zeit eine militärische Außenpolitik Deutschlands mit Waffenexporten und Vermittlung von Wissen zur Kriegsführung. Hiervon erhielt auch Chiang Kai Sheks Regime auf Taiwan etwas.
Wie es sich für einen ordentlichen Diktator gehört, hatte Chiang Kai-Shek, Paläste und Villen an den schönsten Orten in seinem Herrschaftsgebiet, um sich von den anstrengenden Strapazen des Regierens, dem Verfolgen der politischen Gegner und der Planung zur Rückeroberung des Festlandes zu erholen oder wichtige Gäste, mögliche Allierte für seine Pläne, zu beeindrucken.
Die Landschaft des Sonne-Mond-Sees, 日月潭, so wird geschrieben, erinnerte Chiang Kai-Shek sehr an seinen Geburtsort Xi1 Kou3, 溪口鎮, etwa 39 km westlich von Ningbo auf dem chinesischen Festland.
Der Sonne-Mond-See als taiwanische Fälschung des chinesischen Ting Xia Stausees in der Nähe des Geburtsortes von Chiang Kai-Shek?
Jedenfalls gefielen dem Herrscher über die Republik China offenbar die taiwanische Landschaft und auch Ruderausflüge auf dem See, wie sein am Ufer ausgestelltes Boot zeigen soll.
Bei Luo Yous ersten Besuch im Jahr 2003 gab es auch noch das dazugehörige Paddel mit der Geschichte in einem der großen Touristenrestaurants im Nachbarort Yuchi. Nach der Erzählung sollte ein Angehöriger aus der Familie der Restaurantbesitzer den Diktator regelmäßig über das Wasser gerudert haben.
Bei meinem letzten Besuch konnte ich das Paddel nicht mehr entdecken, vielleicht waren wir auch im falschen Restaurant. Jedenfalls war das Holz schon früher arg wurmstichig, so dass es mich nicht wundert, wenn Klima und Mikrofauna Taiwans das Relikt so weit aufgelöst haben, dass es nicht mehr zum Ausstellungsstück taugt.
Immer noch beindruckt das Lalu Hotel, früher Residenz Chiang Kai-Sheks, in bester Lage am See die Gäste.
Das daneben befindliche alte Hanbi Gebäude wurde unter Chiang Kai-Shek quasi inoffizielles Gästehaus der Regierung.
Unter den im Hanbi Gebäude ausgestellten Fotos findet sich auch ein Bild von Oskar Munzel, der respektvoll den großen Diktator begrüßt.
Wikipedia kennt Oskar Munzel, der auf dem Foto als deutscher Militärberater vorgestellt wird, nur in englischer und bulgarischer Sprache.
Dabei ist der 1899 in Grimmen geborene und 1992 in Bonn Bad Godesberg verstorbene Generalmajor der Wehrmacht und in der Bundeswehr durchaus eine Persönlichkeit, die einen deutschen Eintrag in Wikipedia verdient. 1945 geriet er nach dem letzten Einsatz für „Volk und Heimat“ mit Kriegsende in Gefangenschaft. 1947 wurde er freigelassen. Danach war er ab 1951 vier Jahre Militärberater in Ägypten. Von 1956 bis 1962 diente er der Bundeswehr während der raschen Aufbauphase. Bis 1983 war Oskar Munzel Sprecher der Traditionsgemeinschaft des Reiterregiments 4 bzw. Panzerregiments 6, dessen Kommandeur er zeitweise war. Sogar ein umfangreiches Buch hat er zur Geschichte des Panzerregiments 6 veröffentlicht.
Nach Chern Chen arbeitete schon Ende der 1950er Jahre der BND eng mit den Geheimdiensten in Taiwan zusammen. Weiter beteiligte sich Bonn durch den Verkauf von Rüstungsmaterial und Maschinen zur Munitionserzeugung an der Aufrüstung der Republik China. Das Auswärtige Amt hingegen lehnte eine Tätigkeit deutscher Berater vor Ort ab, um nicht zu sehr in den chinesischen Konflikt hineingezogen zu werden und um keine Option zu verlieren. 1961 plante Chiang Kai Sheks Sohn Wego, der vor dem zweiten Weltkrieg in der deutschen Wehrmacht gedient hatte, eine Beratergruppe zusammen mit dem BND aus pensionierten deutschen Offizieren zu bilden. Als Chefberater wurde Munzel ausgewählt, der 1963 zum ersten Mal nach Taiwan kam. Bis 1972 war er insgesamt achtmal in Taiwan, schien allerdings sehr unter dem subtropischen Klima zu leiden. 1972 folgte die Bundesregierung dem Kurs der amerikanischen neuen Chinapolitik. Nach dem Tod von Chiang Kai-shek 1975 endete vollends die Tätigkeit deutscher Militärberater in Taiwan.
2012 sollte die Kunst des Kämpfens den Deutschen vermittelt werden. Während Luo You - hier beim Panzerklettern auf Kinmen - den Kriegsdienst verweigerte, erteilte die Republik China seiner Frau in der Schulzeit einen fundierten Wehrkundeunterricht. Da muss sich der Ehemann in Konfliktsituationen auf gezielte Tritte und Nackenschläge à la Shaolin einstellen. Also besser immer „Ja“ sagen.
Auch ohne Militärberater, denen es scheinbar egal zu sein scheint, wem sie das Handwerk des effizienten Tötens und Zerstörens beibringen, und die am Ende dafür mit Hitlers Ritterkreuz, dem westdeutschen Bundesverdienstkreuz und einem Handschlag des Gimo belohnt werden, und auch ohne diplomatische Beziehungen zu Deutschland, daraus resultierend einem fehlenden Auslieferungsabkommen, blieb und bleibt Taiwan eine spannende Bühne deutscher militärischer Außenpolitik, wie das Beispiel vom zeitweiligen Taiwanflüchtling Ludwig Holger Pfahls zeigt. Der promovierte Rechtsgelehrte, frühere Richter und ehemals staatstragende politische Beamte nahm Schmiergeld über Schweizer Konten an, damit Panzergeschäfte mit Saudi-Arabien geschmeidig liefen. Womit sich der Kreis zu aktuellen Ereignissen und Erlebnissen schließt.
Dabei gibt es schon seit sehr langer Zeit eine militärische Außenpolitik Deutschlands mit Waffenexporten und Vermittlung von Wissen zur Kriegsführung. Hiervon erhielt auch Chiang Kai Sheks Regime auf Taiwan etwas.
Wie es sich für einen ordentlichen Diktator gehört, hatte Chiang Kai-Shek, Paläste und Villen an den schönsten Orten in seinem Herrschaftsgebiet, um sich von den anstrengenden Strapazen des Regierens, dem Verfolgen der politischen Gegner und der Planung zur Rückeroberung des Festlandes zu erholen oder wichtige Gäste, mögliche Allierte für seine Pläne, zu beeindrucken.
Die Landschaft des Sonne-Mond-Sees, 日月潭, so wird geschrieben, erinnerte Chiang Kai-Shek sehr an seinen Geburtsort Xi1 Kou3, 溪口鎮, etwa 39 km westlich von Ningbo auf dem chinesischen Festland.
Der Sonne-Mond-See als taiwanische Fälschung des chinesischen Ting Xia Stausees in der Nähe des Geburtsortes von Chiang Kai-Shek?
Jedenfalls gefielen dem Herrscher über die Republik China offenbar die taiwanische Landschaft und auch Ruderausflüge auf dem See, wie sein am Ufer ausgestelltes Boot zeigen soll.
Bei Luo Yous ersten Besuch im Jahr 2003 gab es auch noch das dazugehörige Paddel mit der Geschichte in einem der großen Touristenrestaurants im Nachbarort Yuchi. Nach der Erzählung sollte ein Angehöriger aus der Familie der Restaurantbesitzer den Diktator regelmäßig über das Wasser gerudert haben.
Bei meinem letzten Besuch konnte ich das Paddel nicht mehr entdecken, vielleicht waren wir auch im falschen Restaurant. Jedenfalls war das Holz schon früher arg wurmstichig, so dass es mich nicht wundert, wenn Klima und Mikrofauna Taiwans das Relikt so weit aufgelöst haben, dass es nicht mehr zum Ausstellungsstück taugt.
Immer noch beindruckt das Lalu Hotel, früher Residenz Chiang Kai-Sheks, in bester Lage am See die Gäste.
Das daneben befindliche alte Hanbi Gebäude wurde unter Chiang Kai-Shek quasi inoffizielles Gästehaus der Regierung.
Unter den im Hanbi Gebäude ausgestellten Fotos findet sich auch ein Bild von Oskar Munzel, der respektvoll den großen Diktator begrüßt.
Wikipedia kennt Oskar Munzel, der auf dem Foto als deutscher Militärberater vorgestellt wird, nur in englischer und bulgarischer Sprache.
Dabei ist der 1899 in Grimmen geborene und 1992 in Bonn Bad Godesberg verstorbene Generalmajor der Wehrmacht und in der Bundeswehr durchaus eine Persönlichkeit, die einen deutschen Eintrag in Wikipedia verdient. 1945 geriet er nach dem letzten Einsatz für „Volk und Heimat“ mit Kriegsende in Gefangenschaft. 1947 wurde er freigelassen. Danach war er ab 1951 vier Jahre Militärberater in Ägypten. Von 1956 bis 1962 diente er der Bundeswehr während der raschen Aufbauphase. Bis 1983 war Oskar Munzel Sprecher der Traditionsgemeinschaft des Reiterregiments 4 bzw. Panzerregiments 6, dessen Kommandeur er zeitweise war. Sogar ein umfangreiches Buch hat er zur Geschichte des Panzerregiments 6 veröffentlicht.
Nach Chern Chen arbeitete schon Ende der 1950er Jahre der BND eng mit den Geheimdiensten in Taiwan zusammen. Weiter beteiligte sich Bonn durch den Verkauf von Rüstungsmaterial und Maschinen zur Munitionserzeugung an der Aufrüstung der Republik China. Das Auswärtige Amt hingegen lehnte eine Tätigkeit deutscher Berater vor Ort ab, um nicht zu sehr in den chinesischen Konflikt hineingezogen zu werden und um keine Option zu verlieren. 1961 plante Chiang Kai Sheks Sohn Wego, der vor dem zweiten Weltkrieg in der deutschen Wehrmacht gedient hatte, eine Beratergruppe zusammen mit dem BND aus pensionierten deutschen Offizieren zu bilden. Als Chefberater wurde Munzel ausgewählt, der 1963 zum ersten Mal nach Taiwan kam. Bis 1972 war er insgesamt achtmal in Taiwan, schien allerdings sehr unter dem subtropischen Klima zu leiden. 1972 folgte die Bundesregierung dem Kurs der amerikanischen neuen Chinapolitik. Nach dem Tod von Chiang Kai-shek 1975 endete vollends die Tätigkeit deutscher Militärberater in Taiwan.
2012 sollte die Kunst des Kämpfens den Deutschen vermittelt werden. Während Luo You - hier beim Panzerklettern auf Kinmen - den Kriegsdienst verweigerte, erteilte die Republik China seiner Frau in der Schulzeit einen fundierten Wehrkundeunterricht. Da muss sich der Ehemann in Konfliktsituationen auf gezielte Tritte und Nackenschläge à la Shaolin einstellen. Also besser immer „Ja“ sagen.
Auch ohne Militärberater, denen es scheinbar egal zu sein scheint, wem sie das Handwerk des effizienten Tötens und Zerstörens beibringen, und die am Ende dafür mit Hitlers Ritterkreuz, dem westdeutschen Bundesverdienstkreuz und einem Handschlag des Gimo belohnt werden, und auch ohne diplomatische Beziehungen zu Deutschland, daraus resultierend einem fehlenden Auslieferungsabkommen, blieb und bleibt Taiwan eine spannende Bühne deutscher militärischer Außenpolitik, wie das Beispiel vom zeitweiligen Taiwanflüchtling Ludwig Holger Pfahls zeigt. Der promovierte Rechtsgelehrte, frühere Richter und ehemals staatstragende politische Beamte nahm Schmiergeld über Schweizer Konten an, damit Panzergeschäfte mit Saudi-Arabien geschmeidig liefen. Womit sich der Kreis zu aktuellen Ereignissen und Erlebnissen schließt.
Montag, 29. Oktober 2012
Kein 17. Bundesland und neue Exportschlager
Die Herbstferien sind vorbei. Der neue Job ist angetreten und stresst etwas. Da gilt es auf die guten Tage am Rande der Alpen zurückzublicken.
Wer in die Schweiz reist, sollte nicht zu europäisch denken. Und schon gar nicht ist die Schweiz das 17. Bundesland. Deshalb ging dem Laptop taiwanischer Herkunft mit einem Zwischenstecker für Deutschland schnell der Saft aus, da der Welt-Universal-Adapter mit Übergang von der teutonischen Klobigkeit auf die schweizer Finesse fehlte. Den hatte Luo You zuvor aus dem Reisegepäck genommen, weil er europäisch dachte.
Auch die beste Ehefrau von allen dachte sehr europäisch und packte vor der Reise ihren Reisepass aus. Alles Schengen, wir bleiben auf dem Kontinent. Der Notreiseausweis für sie konnte nach einer Odyssee bei der Bundespolizei im Lindau noch besorgt werden. Wichtig war er eigentlich nur zum Ferienende, um wieder die innere EU-Außengrenze bei Schaffhausen in Richtung Heimat passieren zu können.
Übrigens scheint „bundespolizei.de“ eine Pishing-Seite zu sein. Alle Informationen für den Notreiseausweis bis zum Termin am Grenzübergang Lindau Autobahn können eingegeben werden. Aber es gab weder elektronisch noch im wirklichen Leben eine erkennbare Reaktion. Im Grenzübergang Lindau Autobahn - bereits auf österreichischem Staatsgebiet - war nur der freundliche deutsche Zoll präsent und versuchte zu vermitteln. Der Weg führte danach zurück über die bayerische Polizei, versteckt im alten Grenzübergang in Lindau, später zur Bundespolizei in der Lindauer Altstadt. Gut, dass wir zum ersten mal mit einem Navi fuhren, welches uns perfekt den Weg durch die Gassen der eng bebauten Insel wies. 25 Euros kostete das 7 Tage gültige Dokument für die Taiwanerin, dessen Ausstellung sicher für Abwechslung im eintönigen Alltag des jungen Grenzpolizisten sorgte. Der hörte im übrigen wohl zum ersten Mal von der Bestellmöglichkeit bei seiner Behörde über Internet.
Zwar waren die Schweizer Behörden absolut desinteressiert an irgendwelchen Kontrollen. Jedoch filzte uns bei der Rückfahrt der deutsche Zoll und war sehr am Tankgeld und der Reisekasse interessiert. Ob die Steuer-CDs nur ein Bluff sind und es weiter einschüchternder Grenzkontrollen für Steuerflüchtlinge bedarf? Etwas enttäuschte uns der oberflächliche Blick und das halbherzige Prüfen des Notreiseausweises, den wir mit soviel Aufwand beschafft hatten.
Im Gegensatz zu den kommunistisch regierten Chinesen haben Taiwaner keine Probleme, einen deutschen Notreiseausweis zu erhalten, da sie in den entsprechenden Rechtsgrundlagen aufgelistet sind. Die Republik China auf Taiwan wird von Deutschland nicht anerkannt, ihre Bürger erhalten aber relativ einfach vorübergehend gültige deutsche Passdokumente. Die VR China hat diplomatische Beziehungen zu Deutschland. Deren Landsleute können aber schauen, woher sie Ersatz für einen vergessenen Reisepass bekommen. Von Deutschen jedenfalls nicht.
Die Schweiz ist ein schönes Land und möchte immer noch Steueroase sein. Jedoch werden die Nachteile, nicht dazu zu gehören, und der Druck immer größer, je stärker die Nachbarländer zusammenhalten und sich europäisieren. Diesen Prozess fördert sicherlich die gegenwärtige Eurokrise. Die Schweizer können mit ihrem überteuerten Franken gut importieren und wunderbar günstig in Deutschland reisen. Nur wer will zu überteuerten Preisen Schweizer Produkte kaufen, dort seinen Urlaub verbringen oder ins Restaurant gehen - außer asiatischen, arabischen, indischen oder anderen eurofernen Wohlhabenden?
Trotz MIGROS kein Bock auf Rivella, Ovalmaltine, Maggi und Toblerone. Immerhin wurde der besten Ehefrau in empfehlenswerten Unterkunft des Bibelheims beim Frühstück das richtige Zubereiten der Ovalmaltine beigebracht. Ovalmaltine ist auch schon lange in Taiwan beliebt. Meine Frau kennt das schweizer Getränkepulver seit ihrer Kindheit. Allerdings wird es dort wegen einer wenig ausgeprägten Milchkultur verwässert. Also, von jetzt an ist Ovalmaltine stets mit kalter Milch anzurühren. Sollte die Milch zu kalt sein, darf dann noch erwärmte Milch hinzu gegossen werden.
Problematisch wird das Deutschsein nicht dadurch, dass irgendwelche Behörden und Politiker ungesetzlich Daten über Steuersünder kaufen. Das interessiert nicht wirklich. Viemehr scheint es das auffällige Heraustreten aus das Masse durch lautes Hochdeutsch sprechen oder das Auftreten von Deutschen in großer Zahl zu sein, wodurch sich der Schweizer bedrängt fühlt und Überfremdungsängste entwickelt.
Blick vom Bibelheim über den Zürichsee. Blättert das Gold der Goldküste wegen der Sorge über die Steuer-CDs und der scharfen Handtaschenkontrollen des deutschen Zolls? Die Immobilienpreise halten jedenfalls ihr hohes Niveau und Baukräne gibt es auch in größerer Zahl. Dabei öffnet sich erkennbar die Schere zwischen Arm und Reich.
Interessant könnten sicherlich die steuerlichen Fragestellungen und Gedanken an Immobilieneigentum in der Schweiz werden, wenn es mir endlich gelänge, meine Frau für das Im- und Exportgeschäft zu motivieren. Dabei denke ich natürlich nicht an Deals wie im Tatort.
Nach dem Erfolg des deutschen China-Öls in Taiwan, das selbst meinen Schwiegervater begeistert, inspirierten Schaufenster im Oberstdorf, wie die Produktpalette erweitert werden könnte. Wie wäre es mit Allgäuer Murmeltier-Öl, Pferde-Balsam und Pferde-Gel, Teufelskrallen-Creme, Hornhaut- und Fuß-Balsam, Bisam-Talg oder Wundershampoo?
Wer in die Schweiz reist, sollte nicht zu europäisch denken. Und schon gar nicht ist die Schweiz das 17. Bundesland. Deshalb ging dem Laptop taiwanischer Herkunft mit einem Zwischenstecker für Deutschland schnell der Saft aus, da der Welt-Universal-Adapter mit Übergang von der teutonischen Klobigkeit auf die schweizer Finesse fehlte. Den hatte Luo You zuvor aus dem Reisegepäck genommen, weil er europäisch dachte.
Auch die beste Ehefrau von allen dachte sehr europäisch und packte vor der Reise ihren Reisepass aus. Alles Schengen, wir bleiben auf dem Kontinent. Der Notreiseausweis für sie konnte nach einer Odyssee bei der Bundespolizei im Lindau noch besorgt werden. Wichtig war er eigentlich nur zum Ferienende, um wieder die innere EU-Außengrenze bei Schaffhausen in Richtung Heimat passieren zu können.
Übrigens scheint „bundespolizei.de“ eine Pishing-Seite zu sein. Alle Informationen für den Notreiseausweis bis zum Termin am Grenzübergang Lindau Autobahn können eingegeben werden. Aber es gab weder elektronisch noch im wirklichen Leben eine erkennbare Reaktion. Im Grenzübergang Lindau Autobahn - bereits auf österreichischem Staatsgebiet - war nur der freundliche deutsche Zoll präsent und versuchte zu vermitteln. Der Weg führte danach zurück über die bayerische Polizei, versteckt im alten Grenzübergang in Lindau, später zur Bundespolizei in der Lindauer Altstadt. Gut, dass wir zum ersten mal mit einem Navi fuhren, welches uns perfekt den Weg durch die Gassen der eng bebauten Insel wies. 25 Euros kostete das 7 Tage gültige Dokument für die Taiwanerin, dessen Ausstellung sicher für Abwechslung im eintönigen Alltag des jungen Grenzpolizisten sorgte. Der hörte im übrigen wohl zum ersten Mal von der Bestellmöglichkeit bei seiner Behörde über Internet.
Zwar waren die Schweizer Behörden absolut desinteressiert an irgendwelchen Kontrollen. Jedoch filzte uns bei der Rückfahrt der deutsche Zoll und war sehr am Tankgeld und der Reisekasse interessiert. Ob die Steuer-CDs nur ein Bluff sind und es weiter einschüchternder Grenzkontrollen für Steuerflüchtlinge bedarf? Etwas enttäuschte uns der oberflächliche Blick und das halbherzige Prüfen des Notreiseausweises, den wir mit soviel Aufwand beschafft hatten.
Im Gegensatz zu den kommunistisch regierten Chinesen haben Taiwaner keine Probleme, einen deutschen Notreiseausweis zu erhalten, da sie in den entsprechenden Rechtsgrundlagen aufgelistet sind. Die Republik China auf Taiwan wird von Deutschland nicht anerkannt, ihre Bürger erhalten aber relativ einfach vorübergehend gültige deutsche Passdokumente. Die VR China hat diplomatische Beziehungen zu Deutschland. Deren Landsleute können aber schauen, woher sie Ersatz für einen vergessenen Reisepass bekommen. Von Deutschen jedenfalls nicht.
Die Schweiz ist ein schönes Land und möchte immer noch Steueroase sein. Jedoch werden die Nachteile, nicht dazu zu gehören, und der Druck immer größer, je stärker die Nachbarländer zusammenhalten und sich europäisieren. Diesen Prozess fördert sicherlich die gegenwärtige Eurokrise. Die Schweizer können mit ihrem überteuerten Franken gut importieren und wunderbar günstig in Deutschland reisen. Nur wer will zu überteuerten Preisen Schweizer Produkte kaufen, dort seinen Urlaub verbringen oder ins Restaurant gehen - außer asiatischen, arabischen, indischen oder anderen eurofernen Wohlhabenden?
Trotz MIGROS kein Bock auf Rivella, Ovalmaltine, Maggi und Toblerone. Immerhin wurde der besten Ehefrau in empfehlenswerten Unterkunft des Bibelheims beim Frühstück das richtige Zubereiten der Ovalmaltine beigebracht. Ovalmaltine ist auch schon lange in Taiwan beliebt. Meine Frau kennt das schweizer Getränkepulver seit ihrer Kindheit. Allerdings wird es dort wegen einer wenig ausgeprägten Milchkultur verwässert. Also, von jetzt an ist Ovalmaltine stets mit kalter Milch anzurühren. Sollte die Milch zu kalt sein, darf dann noch erwärmte Milch hinzu gegossen werden.
Problematisch wird das Deutschsein nicht dadurch, dass irgendwelche Behörden und Politiker ungesetzlich Daten über Steuersünder kaufen. Das interessiert nicht wirklich. Viemehr scheint es das auffällige Heraustreten aus das Masse durch lautes Hochdeutsch sprechen oder das Auftreten von Deutschen in großer Zahl zu sein, wodurch sich der Schweizer bedrängt fühlt und Überfremdungsängste entwickelt.
Blick vom Bibelheim über den Zürichsee. Blättert das Gold der Goldküste wegen der Sorge über die Steuer-CDs und der scharfen Handtaschenkontrollen des deutschen Zolls? Die Immobilienpreise halten jedenfalls ihr hohes Niveau und Baukräne gibt es auch in größerer Zahl. Dabei öffnet sich erkennbar die Schere zwischen Arm und Reich.
Interessant könnten sicherlich die steuerlichen Fragestellungen und Gedanken an Immobilieneigentum in der Schweiz werden, wenn es mir endlich gelänge, meine Frau für das Im- und Exportgeschäft zu motivieren. Dabei denke ich natürlich nicht an Deals wie im Tatort.
Nach dem Erfolg des deutschen China-Öls in Taiwan, das selbst meinen Schwiegervater begeistert, inspirierten Schaufenster im Oberstdorf, wie die Produktpalette erweitert werden könnte. Wie wäre es mit Allgäuer Murmeltier-Öl, Pferde-Balsam und Pferde-Gel, Teufelskrallen-Creme, Hornhaut- und Fuß-Balsam, Bisam-Talg oder Wundershampoo?
Montag, 10. September 2012
Unverrückbar
Als Nachtrag und Ergänzung zum letzten Post folgt noch der große Stein in der Mitte Taiwans. Wem dabei Obelix in den Sinn kommt, hat ähnliche Gedanken wie ich.
Der Stein fügt sich perfekt in ein Ensemble aus Mäuerchen, Pollern, steinerner Bushaltestelle, 7 Eleven und einem Ludigel „L“ der Sponsoren am Straßenrand ein.
Sogar die zwei Detektive sind zur Stelle. Den Stinketofu 臭豆腐 gibst bestimmt auch in Nähe. Der Wind stand günstig und kam vom Berg. Da war vor Ort außer Motorabgasen nichts zu riechen. Wer Lust hat, kann kulinarisch per „Street View“ auf die weitere Suche gehen.
Im Gegensatz dazu gab es im deutschen Niederdorla gar nichts. Nicht einmal irgendwelche NPD-Anhänger gibt es dort, die versuchen das Vakkuum mit ein paar vergessenen Wahlplakaten oder unanständigen Schmierereien zu füllen.
Der Stein fügt sich perfekt in ein Ensemble aus Mäuerchen, Pollern, steinerner Bushaltestelle, 7 Eleven und einem Ludigel „L“ der Sponsoren am Straßenrand ein.
Sogar die zwei Detektive sind zur Stelle. Den Stinketofu 臭豆腐 gibst bestimmt auch in Nähe. Der Wind stand günstig und kam vom Berg. Da war vor Ort außer Motorabgasen nichts zu riechen. Wer Lust hat, kann kulinarisch per „Street View“ auf die weitere Suche gehen.
Im Gegensatz dazu gab es im deutschen Niederdorla gar nichts. Nicht einmal irgendwelche NPD-Anhänger gibt es dort, die versuchen das Vakkuum mit ein paar vergessenen Wahlplakaten oder unanständigen Schmierereien zu füllen.
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Deutschland,
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Taiwan im April 2007,
埔里
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