Variationen
Das wird nichts mehr mit dieser Menschheit. Luo You lässt resigniert den Kopf sinken.
Ist noch etwas zu retten, wenn eine geborene Herzogin von Oldenburg und andere merkwürdige Menschen in das Europaparlament einziehen? Übrigens, warum sollte es europafeindlich sein, wenn Frau von Storch statt Herrn van Rompuy sagt, dass der Unterschied zwischen dem Europaparlament und denen,die wirklich entscheiden, den Bürgern sehr klar ist? Für mich ist die Frage, was will die Frau im Europaparlament, wenn es dort nichts wirklich zu entscheiden gibt? Ob das Salär und die Chance, mehr Mitarbeiter zur Durchsetzung der eigenen Ziele zu beschäftigen, eine Rolle spielen?
Und wer entscheidet wirklich in unserem demokratischen System? An dieser Stelle wird es sicherlich unterschiedliche Auffassungen geben zwischen Herrn van Rompuy, den Vertretern der Volkspartei AfD und meiner Person.
Bei all der Resignation kommt wieder ein wenig kindliche Freude auf, wenn das, was uns zur Durchsetzung ganz privater Interessen beeinflussen will, kreativ verfremdet und anarchisch zerstört wird.
Bevor alle Plakatträger verschwunden sind, sollten einige interessante Ideen hier einen Wiederhall finden. Irgendwo im Ruhrgebiet warben noch am vergangenen Donnerstag Frau Merkel und Herr Schulz für ihre Vereinigungen.
Frau Merkel gab es schon einmal anders. Mit Stolz auf ihr Reich Europa und Hitlerbärtchen präsentierte sie sich – hier im Blog digital nachgestellt - an einer Autobahnauffahrt in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens. Die kleinen Veränderungen erinnern an griechische Vorbilder zur Darstellung der deutschen Kanzlerin.
Bei Herrn Schulz weiten sich angesichts dieser europäischen Perspektiven nur bunt die Pupillen. Das Vorbild dazu stand am Düsseldorfer Hauptbahnhof.
Treffender hinsichtlich der politischen und ökonomischen Ausrichtung von Frau Merkel und der CDU ist sicherlich das „Einsam reich in Europa‟.
Was sich alles so im Briefkasten ansammelt! Eine coole Gesichtstätowierung aus dem Film der „Hangover 2‟, den ich vergangene Woche gerne wieder gesehen habe, im Stil von Mike Tyson könnte dem einen oder anderen Kandidaten wirklich gut stehen und ihn unvergesslich machen.
Samstag, 31. Mai 2014
Sonntag, 25. Mai 2014
Die ultimative Wahlempfehung
Jetzt ins Wahllokal gehen!
Noch haben die Wahllokale einige Stunden in Deutschland geöffnet. Deshalb macht Luo Yous ultimative Wahlempfehlung für die Unentschlossenen durchaus noch Sinn.
Wer das Spielmodell des letzten Beitrags in diesem Blog nicht zu ganz erfasst hat, folgt hier der Klartext.
Die Hauptthese ist, dass alle etablierten Parteien der verlängerte Arm privater, wirtschaftlicher Interessen einzelner Menschen sind. Folglich ist es besser, sich für neue oder unbekanntere politische Gliederungen zu entscheiden, die in dieser Weise noch nicht vereinnahmt sind. Natürlich sind die Gruppen abzulehnen, die menschenverachtenden Ideologien folgen, Mitmenschen ausstoßen oder die offen und rücksichtslos den eigenen Reichtum zu Lasten Anderer weiter mehren wollen. Die rechts auf der politischen Bühne stehen, sind ohnehin draußen.
Taipeis Metro in Tamsui (淡水區) – Wer die Entscheidung trifft, ein solches Verkehrssystem aufzubauen, verteilt Milliarden. Das Volk, das zahlt und die Auswirkungen spüren wird, lässt sich bei solchen Entscheidungen vertreten. In Deutschland macht das die Gemeindevertretung oder der Stadtrat (mit Hobby-Politikern). Den Menschen und Wählern sind gewöhnlich Dinge in ihrem Umfeld wichtiger - vielleicht abgesehen von Stuttgart 21 -, zum Beispiel einen Job zu haben, saubere Parkanlagen oder Sicherheit. Bisher galt die Metro in Taipei als extrem sicher. Die Messerattacke eines 21-Jährigen in der U-Bahn mit 4 Toten und mehr als 20 Verletzten führt jetzt zu Diskussionen. Es ist kaum zu erwarten, das dieser Amoklauf dazu führt, jungen Menschen in Asien oder anderswo mehr soziale Aufmerksamkeit und Freiräume geben wird. Vielmehr wird es wieder als Preis dieser Gesellschaftsordnung akzeptiert und vergessen werden, dass Menschen dann und wann ausrasten und unwiederbringliches Unglück über unbeteiligte Mitmenschen und Nachbarn bringen.
Bei der Wahlentscheidung in Deutschland fragt sich der so beratene Wähler natürlich, ob da überhaupt noch eine Partei auf den Listen übrig bleibt. Die Entscheidung für eine kleinere Partei und deren politische Stärkung schafft immerhin eine Verunsicherung im System und zeigt, dass das Wahlvolk mehr ist als eine Stimmmaschine, eine Funktion (Input) = Output. Nur so kann die enge Vernetzung zwischen Wirtschaftsinteressen und politischer Macht in Frage gestellt werden.
Gerade der jetzige Kommunalwahlkampf war zur Farce verkommen. Die Spielmodell hat aufgezeigt, dass der Bürgermeister trotz Direktwahl in Nordrhein-Westfalen von den Mehrheiten im Rat abhängt. Den Bürgern wird suggeriert, dass sie eine wichtige Person wählen, das das Volk selber Macht entfalten kann. Aber es ist nur ein „Grüß-August‟, dessen Abbild in vielen Städten an Laternen und Bäumen mit Plastikbändern angeclipst ist.
Auch hier empfiehlt sich, den Kandidaten der kleinsten Partei oder einen wirklich Unabhängigen zu wählen, um auch hier die Absurditäten des politischen Systems herauszukehren und wirkliche Reformen zu erreichen. Die Stärkung der Fachebene in den Verwaltungen tut noch und genauso fehlt mehr direkte Demokratie in den örtlichen Gemeinschaften. Nur so kann der politischen Cliquenwirtschaft entgegen gesteuert werden.
Dies setzt unter anderem voraus, Wahlentscheidungen einfacher und kostengünstiger ermöglichen. Solange dies alles mit viel Papier und Personal bewältigt werden muss, ist direkte Demokratie ein mühseliger Prozess. Aber warum sollte die etablierte Klasse, die von der indirekten Demokratie profitiert, dies ändern wollen, Wahlautomaten einführen, elektronische Wege installieren oder die Zahl und Höhe der Hürden zur aktiven Teilnahme am politischen Leben verringern? Kein Wunder, dass es die meisten - oder fast alle (?) - Stadträte abgelehnt haben, ihre öffentlichen Sitzungen per Webcam ins Internet zu übertragen.
Wer politisch auf lokaler Ebene aktiv werden will, braucht viel Zeit und Unterstützung. Die Unterstützung kommt von den Altvorderen in den Parteien, die wissen wie es läuft, und indirekt kommt die Unterstützung in Form von Parteispenden wieder aus der Nähe zu ökonomisch Starken. Bis zu einem gewissen Grad, nämlich dort, wo an der Legalität des System zu zweifeln ist, kommt dem ganzen die wachsende Politikverdrossenheit durchaus entgegen. Wir dürfen gespannt sein, wie gering die Wahlbeteiligung diesmal bei der Europa- und Kommunalwahl sein wird.
Bürger glaubt nicht, es geht darum, marode Schultoiletten zu sanieren oder einige von euch ein paar Jahre früher in die Rente gehen zu lassen! Es geht viel mehr darum, die Milliarden an Steuergeldern, die von euch gezahlt werden, in Aufträge für die „richtigen‟ Auftragnehmer umzusetzen.
Noch haben die Wahllokale einige Stunden in Deutschland geöffnet. Deshalb macht Luo Yous ultimative Wahlempfehlung für die Unentschlossenen durchaus noch Sinn.
Wer das Spielmodell des letzten Beitrags in diesem Blog nicht zu ganz erfasst hat, folgt hier der Klartext.
Die Hauptthese ist, dass alle etablierten Parteien der verlängerte Arm privater, wirtschaftlicher Interessen einzelner Menschen sind. Folglich ist es besser, sich für neue oder unbekanntere politische Gliederungen zu entscheiden, die in dieser Weise noch nicht vereinnahmt sind. Natürlich sind die Gruppen abzulehnen, die menschenverachtenden Ideologien folgen, Mitmenschen ausstoßen oder die offen und rücksichtslos den eigenen Reichtum zu Lasten Anderer weiter mehren wollen. Die rechts auf der politischen Bühne stehen, sind ohnehin draußen.
Taipeis Metro in Tamsui (淡水區) – Wer die Entscheidung trifft, ein solches Verkehrssystem aufzubauen, verteilt Milliarden. Das Volk, das zahlt und die Auswirkungen spüren wird, lässt sich bei solchen Entscheidungen vertreten. In Deutschland macht das die Gemeindevertretung oder der Stadtrat (mit Hobby-Politikern). Den Menschen und Wählern sind gewöhnlich Dinge in ihrem Umfeld wichtiger - vielleicht abgesehen von Stuttgart 21 -, zum Beispiel einen Job zu haben, saubere Parkanlagen oder Sicherheit. Bisher galt die Metro in Taipei als extrem sicher. Die Messerattacke eines 21-Jährigen in der U-Bahn mit 4 Toten und mehr als 20 Verletzten führt jetzt zu Diskussionen. Es ist kaum zu erwarten, das dieser Amoklauf dazu führt, jungen Menschen in Asien oder anderswo mehr soziale Aufmerksamkeit und Freiräume geben wird. Vielmehr wird es wieder als Preis dieser Gesellschaftsordnung akzeptiert und vergessen werden, dass Menschen dann und wann ausrasten und unwiederbringliches Unglück über unbeteiligte Mitmenschen und Nachbarn bringen.
Bei der Wahlentscheidung in Deutschland fragt sich der so beratene Wähler natürlich, ob da überhaupt noch eine Partei auf den Listen übrig bleibt. Die Entscheidung für eine kleinere Partei und deren politische Stärkung schafft immerhin eine Verunsicherung im System und zeigt, dass das Wahlvolk mehr ist als eine Stimmmaschine, eine Funktion (Input) = Output. Nur so kann die enge Vernetzung zwischen Wirtschaftsinteressen und politischer Macht in Frage gestellt werden.
Gerade der jetzige Kommunalwahlkampf war zur Farce verkommen. Die Spielmodell hat aufgezeigt, dass der Bürgermeister trotz Direktwahl in Nordrhein-Westfalen von den Mehrheiten im Rat abhängt. Den Bürgern wird suggeriert, dass sie eine wichtige Person wählen, das das Volk selber Macht entfalten kann. Aber es ist nur ein „Grüß-August‟, dessen Abbild in vielen Städten an Laternen und Bäumen mit Plastikbändern angeclipst ist.
Auch hier empfiehlt sich, den Kandidaten der kleinsten Partei oder einen wirklich Unabhängigen zu wählen, um auch hier die Absurditäten des politischen Systems herauszukehren und wirkliche Reformen zu erreichen. Die Stärkung der Fachebene in den Verwaltungen tut noch und genauso fehlt mehr direkte Demokratie in den örtlichen Gemeinschaften. Nur so kann der politischen Cliquenwirtschaft entgegen gesteuert werden.
Dies setzt unter anderem voraus, Wahlentscheidungen einfacher und kostengünstiger ermöglichen. Solange dies alles mit viel Papier und Personal bewältigt werden muss, ist direkte Demokratie ein mühseliger Prozess. Aber warum sollte die etablierte Klasse, die von der indirekten Demokratie profitiert, dies ändern wollen, Wahlautomaten einführen, elektronische Wege installieren oder die Zahl und Höhe der Hürden zur aktiven Teilnahme am politischen Leben verringern? Kein Wunder, dass es die meisten - oder fast alle (?) - Stadträte abgelehnt haben, ihre öffentlichen Sitzungen per Webcam ins Internet zu übertragen.
Wer politisch auf lokaler Ebene aktiv werden will, braucht viel Zeit und Unterstützung. Die Unterstützung kommt von den Altvorderen in den Parteien, die wissen wie es läuft, und indirekt kommt die Unterstützung in Form von Parteispenden wieder aus der Nähe zu ökonomisch Starken. Bis zu einem gewissen Grad, nämlich dort, wo an der Legalität des System zu zweifeln ist, kommt dem ganzen die wachsende Politikverdrossenheit durchaus entgegen. Wir dürfen gespannt sein, wie gering die Wahlbeteiligung diesmal bei der Europa- und Kommunalwahl sein wird.
Bürger glaubt nicht, es geht darum, marode Schultoiletten zu sanieren oder einige von euch ein paar Jahre früher in die Rente gehen zu lassen! Es geht viel mehr darum, die Milliarden an Steuergeldern, die von euch gezahlt werden, in Aufträge für die „richtigen‟ Auftragnehmer umzusetzen.
Mittwoch, 21. Mai 2014
Luo You erklärt die Kommunalwahl
Wem bringt meine Lebenszeit Profit?
Während in Taiwan in den Wahllokale abgesperrt und bewacht werden, Handies abzugeben sind, um Stimmenkauf zu verhindern, geht es in Deutschland durchweg locker zu. Das zeichnet die gereifte Demokratie aus. Hier läuft es nach dem Motto zu: „Wahlen ändern sowieso nichts, sonst wären sie verboten.“ Luo You hat es erwischt und er darf am 25. Mai Vorstand in einem Wahllokal sein, ein Ehrenamt, das er nicht ablehnen kann.
An diesem Tag findet neben der Europawahl im hiesigen Bundesland Nordrhein-Westfalen die Kommunalwahl statt. In allen Städten, Gemeinden und Landkreisen sind die Wahlberechtigten aufgerufen, zu den Urnen zu gehen und ihre Stimme für die Stadträte, den Kreistag, manchmal auch Landrätin oder Landrat und Bürgermeister/-in abzugeben.
Hier wird neben vielen anderen Orten am 25. Mai 2014 gewählt: Hauptstadt des Landes Nordrhein-Westfalen Düsseldorf
Glück gehabt, dass nur dieser Job von der höheren Politik als „Ehrenamt“ deklariert wurde, und nicht etwa Parkanlagen von Drogenspritzen säubern, Nuklearmüll in der Asse bergen oder Kanonenfutter zur Verteidigung der Freiheit am Hindukusch sein.
Für die Kommunalpolitiker und diejenigen, die es noch werden wollen, geht es darum, bei der Wahl eine möglichst große Anzahl von Stimmen zu erhalten, um danach gestalterisch auf die jeweilige Gebietskörperschaft Einfluss nehmen zu können.
Düsseldorfs Rathaus als Zentrum kommunaler Macht
Ein Sitz im Stadtrat bedeutet, vermeintlich Macht auszuüben und Entscheidungen für viele Mitbürger treffen zu dürfen. Wer Macht hat, kann aber auch sich, seiner Partei und den Parteifreunden eine Menge Vorteile zu sichern. Öffentliche Einnahmen und Vermögen können nämlich zu den Richtigen gelenkt werden.
Einst öffentliche Straßenbahnanlage und Busplatz, heute ein privates Investorenprojekt erster Klasse: der Kö-Bogen im Düsseldorfer Zentrum
Dabei geht das Spiel so:
Das Ziel des Spiels
Die Spieler als örtliche Geschäftsleute, leben ihre Gier voll aus und verfolgen das Ziel ihr Geld maximal zu mehren. Gewinner ist, wer am Ende des Spiels über das meiste Barkapital verfügt.
Es gilt, öffentliche Werte, die insbesondere durch Baulandausweisung in der Stadt entstehen, und das Geld der Häuslebauer, die am Ort ihre Bauabsichten umsetzen wollen, in die eigene Schatulle zu lenken.
Dies wird durch kommunale Entscheidungen beeinflusst, die im Stadtrat getroffen werden. Dabei sind die Spieler jeweils mit einer Parteien (Farben) verbunden. Für die Spieler bedeutet dies, ihrer Partei eine möglichst gute Position im Stadtrat, dem entscheidenden Gremium zu verschaffen. Dies geschieht entweder über eine möglichst große Anzahl an Wählerstimmen oder geschickte Absprachen beziehungsweise Vereinbarungen mit den anderen Parteien (zur Koalitionsbildung).
Das Spielschema mit den wesentlichen Elementen
Der Spielplan: Die Stadt
Der Spielplan stellt ein historische Stadtzentrum in der Mitte eines Sechseckrasters dar. Die Ressource, die zu entwickeln und zu versilbern ist, ist die Fläche des Stadtgebietes. Alle Felder des Sechseckraster sind am Anfang „Wiese“.
Ein historisches Stadtzentrum steht im Mittelpunkt - Cochem 2008
Die Spieler, aber auch der Bürgermeister, können das Eigentum an Flächen erwerben und veräußern. Markiert wird dies auf den Feldern durch Eigentumsmarken.
Die Qualität der Flächen ändert sich durch die Ausweisung als Bauland oder Grünfläche / Naturschutzgebiet beziehungsweise deren Aufhebung.
Die Fläche kann für eine Bebauung erschlossen werden. Sie ist also entweder ohne eine Erschließung oder die Erschließung ist durch ein Bauunternehmen im Bau oder sie ist erschlossen und verfügt über eine Straße. Notwendig ist, dass die Erschließung entweder mit dem Stadtzentrum verbunden ist oder an eine vorhandene Erschließung an dem Nachbarfeld anschließt.
Am Ende der Flächenentwicklung steht die Bebauung mit einem Haus, der Wechsel vom unbebauten zum bebauten Feld. Das Eigentum geht vom Spieler oder dem Bürgermeister an den Häuslebauer.
Das Spiel endet unter anderem spätestens dann, wenn alle Felder bebaut oder als Günfläche / Naturschutzgebiet ausgewiesen sind.
Schema des Spielplans – Viermal herum ist für den Bürgermeister eine Legislaturperiode
Der Spielablauf und die Spielakteure: Bürgermeister, Stadtrat, Geschäftsleute
Der Spielablauf wird durch die Spielfigur des Bürgermeisters bestimmt. Jede Farbe hat einen Bürgermeisterkandidaten. Am Spielanfang wird der Bürgermeister durch auswürfeln ermittelt. Wer die höchste Punktzahl würfelt, dessen Kandidat wird Bürgermeister.
Im späteren Spielverlauf wird der Kandidat Bürgermeister, dessen Farbe die meisten Stimmkarten am Wahltag in der Wahlurne hat (einfache Mehrheit). Die Figur des Bürgermeisters bewegt sich am Rand des Spielfeldes ähnlich wie bei Monopoly entsprechend gewürfelten Zahl. Es würfelt jeweils der Spieler, dessen Farbe den Bürgermeister stellt.
Die Spieler sind angesehene Bürger und Geschäftsleute in der Stadt. Sie sind mit unterschiedlichen Parteien (Farben) verbunden. Jeder Spieler wählt zuerst seine Farbe, wobei der älteste Spieler beginnt. Zu ihnen gehören die jeweiligen Stadtverordneten ihrer Partei im Stadtrat. Am Anfang hat jeder Spieler die gleiche Zahl an Stadtverordneten und damit Sitzen im Stadtrat.
Die Spieler starten mit einem Grundkapital, das sie nach der Wahl der Farbe erhalten. Es wird angenommen, dass sie dieses Geld in der Vergangenheit durch einen Lottogewinn, eine Erbschaft oder auf einem anderen Wege, zum Beispiel Bestechungsgelder aus Waffengeschäften, erhalten haben.
Die Spieler können das Eigentum an freien Feldern erwerben. Mit den Grundstückstransaktionen beginnt der Spieler dessen Farbe den Bürgermeister stellt. Nach Abschluss aller Aktionen folgt der Spieler links und es geht so weiter im Uhrzeigersinn.
Für den Erwerb eines freien Feldes zahlen die Spieler einen festgelegten Marktpreis, wenn das Feld keinem anderen Mitspieler gehört. Das Geld wird im „Kapitalmarkt“ abgelegt. Für die Transaktion wird eine Stimmkarte in der Farbe des Käufers in die Wahlurne eingeworfen, da der Immobilienwechsel als Belebung der Wirtschaft und Fortschritt in der Stadtentwicklung verstanden wird. Wenn das Feld einem anderen Mitspieler gehört, kann es zu einem ausgehandelten Preis von diesem erworben werden. Der Mitspieler erhält dann auch das Geld. Es wird keine Stimmkarte in die Wahlurne geworfen.
Hat ein Spieler in Feld erworben, belegt er es mit einer Eigentumsmarke seiner Farbe. Der Verkäufer entfernt seine Marke von dem Feld.
Grundsätzlich kann auch der Bürgermeister für die Stadt ein Grundstück erwerben. Der Bürgermeister wird tätig, nachdem der Spieler seiner Farbe alle Aktionen beendet hat. Der Bürgermeister braucht für die jeweiligen Grundstücksgeschäfte einen Mehrheitsbeschluss des Stadtrates. Er legt darauf eine Eigentumsmarke der Stadt. Mit dem Erwerb eines freien, erstmalig erworbenen Grundstück, erhält er für seine Farbe eine Stimmkarte für die Wahlurne.
Land kann vom Stadtrat als Bauland ausgewiesen werden. Dieses setzt einen Mehrheitsbeschluss des Stadtrates für das Feld voraus. Ausgaben entstehen dadurch keine. Das Feld wird durch ein aufgestelltes Zeichen für Bauland markiert.
Nach Vorlage des Bürgermeisters oder Antrag einer Partei und auf Mehrheitsbeschluss können einzelne nicht erschlossene Felder als Naturschutzgebiet oder Grünfläche bestimmt werden. Der Bürgermeister setzt darauf das Baumsymbol. Eine Entschädigung wird nicht fällig. Der Beschluss und die Festlegung kann wieder aufgehoben werden.
Der Stadtrat kann durch Mehrheitsbeschluss, nicht erschlossenes Bauland wieder aufheben. Das Zeichen wird wieder abgeräumt. Der Bürgermeister muss dann dem Eigentümer dieses Feldes eine Entschädigung in Höhe des Preises auf dem Grundstücksmarkt für erschlossenes Bauland zahlen. Für die Farbe des Eigentümers gibt es eine Stimmkarte in die Wahlurne, da die Entwertung des Eigentums allgemein als Unrecht empfunden wird.
Der Stadtrat wird am Wahltag ermittelt. Passiert die Spielfigur des Bürgermeisters das Feld „Wahltag“ wird, darauf ein Zählstein für den Wahltag gelegt. Ausgezählt wird, wenn 4 Zählsteine auf dem Feld liegen. Die Wahlurne wird geöffnet und die Stimmkarten werden zählt. Der Anteil der einzelnen Farbe an den Stimmkarten entspricht ihrem Anteil an Sitzen im Stadtrat (Stimmkartenzahl / Divisor = Anzahl der Sitze im Stadtrat).
Damit das Feld bebaut werden kann, bedarf es noch der Erschließung. Durch ein Stück „Straße“ ist es mit dem Stadtzentrum oder mit einem bereits erschlossenen Feld zu verbinden. Der Eigentümer, der ein freies Bauunternehmen hat, ist in der Lage ist das Feld zu erschließen. Er kann dem Bürgermeister einen Erschließungsvertrag vorschlagen, den dieser nicht ablehnen kann. Die Bauarbeiten dauern eine Spielrunde, d.h. über Startpunkt bis zum Punkt „Fertigstellung aller Bauarbeiten“ auf dem Spielplan. Dabei steht das Bauunternehmen auf dem Feld. Es wird danach vom Plan genommen und ist wieder frei. An Stelle des Bauunternehmens wird ein Stück Straße auf das Feld gelegt.
Ein Baunternehmen kann der Spieler auf dem Baumarkt anwerben. Je weniger freie Bauunternehmen auf dem Markt verfügbar sind, desto höher ist der Preis. Der Preis wird bei der Anstellung fällig, der aktuelle Preis ist jeweils zum Jahresanfang zu entrichten. Er wird auch als Entschädigung bei Entlassung des Bauunternehmens an den Kapitalmarkt gezahlt.
Stimmkarten gibt es für jede Anstellung eines Bauunternehmens und Jahreszahlung an dieses. Bei einer Entlassung erhalten alle anderen Spieler jeweils ein Stimmkarte ihre Farbe. Derjenige, der das Bauunternehmen entlässt und für Arbeitslosigkeit sorgt, erhält nichts.
Auch der Bürgermeister kann jederzeit Erschließungsmaßnahmen durchführen. Wie die Spieler braucht er ein Bauunternehmen und muss dieses genauso bezahlen. Beschäftigung oder Entlasung eines Bauunternehmens wirken sich in gleicher Weise auf die Stimmkarten seiner Farbe aus.
Erschlossenes Bauland kann der Eigentümer jederzeit auf dem Grundstücksmarkt an Häuslebauer veräußern. Je mehr Fertighäuser auf dem Markt nachgefragt werden, desto höher ist der Preis, den der Spieler erhält. Pro Verkauf erhält der Spieler eine Stimmkarte seiner Farbe für die Wahlurne.
Das Neubaugebiet - Höhepunkt westdeutscher Stadtentwicklung in vielen Städten
Im Spielablauf wird zum Beginn des Frühjahrs und Ende des Sommers gewürfelt, wie viele Fertighäuser in der Stadt neu nachgefragt werden. Damit wird eine Zuwanderung in die Stadt simuliert. Durch bestimmte Würfelkombinationen, z.B. einen Pasch, kann auch eine Abwanderung oder unveränderte Nachfrage entstehen.
Wenn der Grundstücksmarkt voll ist, können keine neuen Fertighäuser mehr aufgenommen werden. Außer der Partei des Bürgermeisters, der nicht genug Bauland für die Nachfrager bereitstellen konnte, bekommen in dem Fall alle anderen Farben eine Stimmkarte für die Wahlurne.
Die Handlungsmöglichkeiten und Aufgaben des Bürgermeisters sind also:
- der Landerwerb und -veräußerung mit Mehrheitsbeschluss des Stadtrates,
- die Markierung und Aufhebung von Bauland oder Grünflächen / Naturschutzgebieten nach Mehrheitsbeschluss des Stadtrates,
- Erschließungsmaßnahmen durchzuführen mit Mehrheitsbeschluss des Stadtrates.
Der Bürgermeister hat das Recht von sich aus und die Pflicht auf Antrag einer Partei mögliche Handlungen zur Abstimmung zu stellen. Da die Spieler nicht Stadtverordnete sind, sondern die Stadtverordneten ihre Parteifreunde und zu ihnen gehören, kann jeder abstimmen. Niemand ist befangen.
In eigenem Ermessen kann der Bürgermeister, Bauunternehmen einzustellen oder zu entlassen, vorausgesetzt er verfügt über das entsprechende Budget im Haushaltsplan. Den Haushaltsplan legt der Bürgermeister dem Stadtrat zum Beschluss vor.
Auf der Einnahmeseite sind
- ein festgelegter Grundbetrag, den es nur beim Spielbeginn gibt,
- Steuereinnahmen (festgelegte Grundsteuer für jedes erschlossene Feld – egal ob bebaut oder unbebaut - von den jeweiligen Eigentümern oder vom Kapitalmarkt, festgelegte jährliche Gewerbesteuer für jedes eingestellte Bauunternehmen. Steuern werden zum Jahresende fällig und gehen in den Haushaltsplan ein. Können Steuern nicht gezahlt werden ist der Spieler pleite; das Spiel endet. Jedoch kann ein anderer Spieler seine Steuerzahlung übernehmen. Dann geht es weiter.),
- Ausgabereste des vorherigen Haushaltsjahres, die als Einnahmen verbucht werden,
- Einnahmen durch von der Stadt ausgegebene Wechsel (Der Bürgermeistern kann den Spielern, beziehungsweise Geschäftsleuten, oder dem Kapitalmarkt Schuldschein oder Wechsel geben und erhält dafür Geld. Die maximale Anzahl an Wechseln im Haushaltsjahr wird im Haushaltsplan festgelegt. Durch Nachtragsbeschlüsse des Stadtrates kann der Bürgermeister weitere Wechsel im Haushaltsjahr ausgeben, etwa wenn es finanzielle knapp wird oder Grunderwerb getätigt werden soll.),
- sonstige Einnahmen (etwa aus Grundstücksveräußerungen).
Auf der Ausgabenseite finden sich:
- Ausgaben für Zinszahlung (Je ausgegebenen Wechsel wird jährlich eine festgelegte Zinszahlung erforderlich.)
- Ausgaben zum Rückkauf von Wechseln
- Ausgaben für Grunderwerb, Bauunternehmen, Erschließungsmaßnahmen (Der Bürgermeister legt hier eine Summe vor, die er in dem Jahr ausgeben will.)
- Ausgaben für soziale und freiwillige Leistungen (Hier investiert der Bürgermeister in die Chance für die Wiederwahl seiner Farbe. Für eine festgelegten Betrag kann er jeweils einmal würfeln und erhält nach Ergebnis Stimmkarten für seine Farbe oder bei vorheriger Ansage die Farbe seiner Koalitionspartner. Dies sollte in einem Koalitionsvertrag festgelegt sein. Nach Beschluss des Haushaltsplans kann der Bürgermeister jederzeit würfeln.)
Zunächst stellt der Bürgermeister die Einnahmen zusammen. Er verteilt das Geld dann auf die Ausgaben. Für Ausgaben, die nicht durch Steuern, Ausgabenreste oder sonstige Einnahmen gedeckt sind, werden Wechsel vorgesehen. Der Bürgermeister stellt seinen Plan am Jahresanfang im Stadtrat zur Abstimmung. Wird der Plan angenommen, kann er das Geld zweckentsprechend im Jahr, also während einer Runde im Spiel ausgegeben, vorausgesetzt der Bürgermeister braucht nicht auch noch die oben genannten Einzelentscheidungen des Stadtrates.
Im Rahmen ihrer Aktionen können auch die einzelnen Spieler Geld für soziale und freiwillige Leistungen oder zur Wahlwerbung ausgeben und damit Stimmkarten kaufen. Das Geld wird dann am Kapitalmarkt abgelegt.
Für die Spieler ist die also wesentliche Einnahmequelle der Verkauf von erschlossenen und bebaubaren Grundstücken an Häuslebauer. Hierfür haben sie vorher, die Grundstücke zu erwerben, bei einer Ausweisung als Bauland diese zu erschließen und hierfür ein Bauunternehmen zu beschäftigen. Für die Ausweisung der Grundstücke als Bauland brauchen sie politische Mehrheiten im Stadtrat.
Das Spielende: Volle Kasse
Das Spiel endet, wenn die Ressource Fläche aufgebracht ist. Alle Grundstücke sind bebaut und mit Häusern besetzt oder als Grünfläche / Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Spiel endet auch dann, wenn ein Spieler nicht mehr seinen Verpflichtungen, sprich Steuerzahlungen, nachkommen kann und kein anderer bereit ist, dies zu übernehmen. Die dritte Möglichkeit zum Spielende ist die gemeinsame Feststellung aller Spieler, dass es Zeit für den Ruhestand ist und darauf zu verzichten, weiter in der Stadt die Fäden zu ziehen. Die maßlose Gier und der Trieb, der die moderne Stadtentwicklung bestimmt, haben sich dann ausgelebt. Zurück bleiben ein Häusermeer, wenig Natur und geschröpfte Häuslebauer.
Am Ende des Spiels wird Kasse gemacht. Die einzelnen Spieler zählen, wie viel Barkapital sie für den Ruhestand auf Ibiza angesammelt haben. Gewinner ist der Spieler mit dem meisten Geld.
Im wahren Leben geht es immer weiter: Das Rathaus von Berlin, davor der Wiederaufbau des Stadtschlosses. Hier fließt gewiss mehr Geld als im angenommenen Städtchen mit Neubaugebiet. Die grobe hier formulierte Spielidee lässt bereits deutlich erkennen, dass viele Add-Ons möglich sein werden. © Idee, Text und Bilder unterliegen alle dem Urheberrecht von Luo You
Während in Taiwan in den Wahllokale abgesperrt und bewacht werden, Handies abzugeben sind, um Stimmenkauf zu verhindern, geht es in Deutschland durchweg locker zu. Das zeichnet die gereifte Demokratie aus. Hier läuft es nach dem Motto zu: „Wahlen ändern sowieso nichts, sonst wären sie verboten.“ Luo You hat es erwischt und er darf am 25. Mai Vorstand in einem Wahllokal sein, ein Ehrenamt, das er nicht ablehnen kann.
An diesem Tag findet neben der Europawahl im hiesigen Bundesland Nordrhein-Westfalen die Kommunalwahl statt. In allen Städten, Gemeinden und Landkreisen sind die Wahlberechtigten aufgerufen, zu den Urnen zu gehen und ihre Stimme für die Stadträte, den Kreistag, manchmal auch Landrätin oder Landrat und Bürgermeister/-in abzugeben.
Hier wird neben vielen anderen Orten am 25. Mai 2014 gewählt: Hauptstadt des Landes Nordrhein-Westfalen Düsseldorf
Glück gehabt, dass nur dieser Job von der höheren Politik als „Ehrenamt“ deklariert wurde, und nicht etwa Parkanlagen von Drogenspritzen säubern, Nuklearmüll in der Asse bergen oder Kanonenfutter zur Verteidigung der Freiheit am Hindukusch sein.
Für die Kommunalpolitiker und diejenigen, die es noch werden wollen, geht es darum, bei der Wahl eine möglichst große Anzahl von Stimmen zu erhalten, um danach gestalterisch auf die jeweilige Gebietskörperschaft Einfluss nehmen zu können.
Düsseldorfs Rathaus als Zentrum kommunaler Macht
Ein Sitz im Stadtrat bedeutet, vermeintlich Macht auszuüben und Entscheidungen für viele Mitbürger treffen zu dürfen. Wer Macht hat, kann aber auch sich, seiner Partei und den Parteifreunden eine Menge Vorteile zu sichern. Öffentliche Einnahmen und Vermögen können nämlich zu den Richtigen gelenkt werden.
Einst öffentliche Straßenbahnanlage und Busplatz, heute ein privates Investorenprojekt erster Klasse: der Kö-Bogen im Düsseldorfer Zentrum
Dabei geht das Spiel so:
Das Ziel des Spiels
Die Spieler als örtliche Geschäftsleute, leben ihre Gier voll aus und verfolgen das Ziel ihr Geld maximal zu mehren. Gewinner ist, wer am Ende des Spiels über das meiste Barkapital verfügt.
Es gilt, öffentliche Werte, die insbesondere durch Baulandausweisung in der Stadt entstehen, und das Geld der Häuslebauer, die am Ort ihre Bauabsichten umsetzen wollen, in die eigene Schatulle zu lenken.
Dies wird durch kommunale Entscheidungen beeinflusst, die im Stadtrat getroffen werden. Dabei sind die Spieler jeweils mit einer Parteien (Farben) verbunden. Für die Spieler bedeutet dies, ihrer Partei eine möglichst gute Position im Stadtrat, dem entscheidenden Gremium zu verschaffen. Dies geschieht entweder über eine möglichst große Anzahl an Wählerstimmen oder geschickte Absprachen beziehungsweise Vereinbarungen mit den anderen Parteien (zur Koalitionsbildung).
Das Spielschema mit den wesentlichen Elementen
Der Spielplan: Die Stadt
Der Spielplan stellt ein historische Stadtzentrum in der Mitte eines Sechseckrasters dar. Die Ressource, die zu entwickeln und zu versilbern ist, ist die Fläche des Stadtgebietes. Alle Felder des Sechseckraster sind am Anfang „Wiese“.
Ein historisches Stadtzentrum steht im Mittelpunkt - Cochem 2008
Die Spieler, aber auch der Bürgermeister, können das Eigentum an Flächen erwerben und veräußern. Markiert wird dies auf den Feldern durch Eigentumsmarken.
Die Qualität der Flächen ändert sich durch die Ausweisung als Bauland oder Grünfläche / Naturschutzgebiet beziehungsweise deren Aufhebung.
Die Fläche kann für eine Bebauung erschlossen werden. Sie ist also entweder ohne eine Erschließung oder die Erschließung ist durch ein Bauunternehmen im Bau oder sie ist erschlossen und verfügt über eine Straße. Notwendig ist, dass die Erschließung entweder mit dem Stadtzentrum verbunden ist oder an eine vorhandene Erschließung an dem Nachbarfeld anschließt.
Am Ende der Flächenentwicklung steht die Bebauung mit einem Haus, der Wechsel vom unbebauten zum bebauten Feld. Das Eigentum geht vom Spieler oder dem Bürgermeister an den Häuslebauer.
Das Spiel endet unter anderem spätestens dann, wenn alle Felder bebaut oder als Günfläche / Naturschutzgebiet ausgewiesen sind.
Schema des Spielplans – Viermal herum ist für den Bürgermeister eine Legislaturperiode
Der Spielablauf und die Spielakteure: Bürgermeister, Stadtrat, Geschäftsleute
Der Spielablauf wird durch die Spielfigur des Bürgermeisters bestimmt. Jede Farbe hat einen Bürgermeisterkandidaten. Am Spielanfang wird der Bürgermeister durch auswürfeln ermittelt. Wer die höchste Punktzahl würfelt, dessen Kandidat wird Bürgermeister.
Im späteren Spielverlauf wird der Kandidat Bürgermeister, dessen Farbe die meisten Stimmkarten am Wahltag in der Wahlurne hat (einfache Mehrheit). Die Figur des Bürgermeisters bewegt sich am Rand des Spielfeldes ähnlich wie bei Monopoly entsprechend gewürfelten Zahl. Es würfelt jeweils der Spieler, dessen Farbe den Bürgermeister stellt.
Die Spieler sind angesehene Bürger und Geschäftsleute in der Stadt. Sie sind mit unterschiedlichen Parteien (Farben) verbunden. Jeder Spieler wählt zuerst seine Farbe, wobei der älteste Spieler beginnt. Zu ihnen gehören die jeweiligen Stadtverordneten ihrer Partei im Stadtrat. Am Anfang hat jeder Spieler die gleiche Zahl an Stadtverordneten und damit Sitzen im Stadtrat.
Die Spieler starten mit einem Grundkapital, das sie nach der Wahl der Farbe erhalten. Es wird angenommen, dass sie dieses Geld in der Vergangenheit durch einen Lottogewinn, eine Erbschaft oder auf einem anderen Wege, zum Beispiel Bestechungsgelder aus Waffengeschäften, erhalten haben.
Die Spieler können das Eigentum an freien Feldern erwerben. Mit den Grundstückstransaktionen beginnt der Spieler dessen Farbe den Bürgermeister stellt. Nach Abschluss aller Aktionen folgt der Spieler links und es geht so weiter im Uhrzeigersinn.
Für den Erwerb eines freien Feldes zahlen die Spieler einen festgelegten Marktpreis, wenn das Feld keinem anderen Mitspieler gehört. Das Geld wird im „Kapitalmarkt“ abgelegt. Für die Transaktion wird eine Stimmkarte in der Farbe des Käufers in die Wahlurne eingeworfen, da der Immobilienwechsel als Belebung der Wirtschaft und Fortschritt in der Stadtentwicklung verstanden wird. Wenn das Feld einem anderen Mitspieler gehört, kann es zu einem ausgehandelten Preis von diesem erworben werden. Der Mitspieler erhält dann auch das Geld. Es wird keine Stimmkarte in die Wahlurne geworfen.
Hat ein Spieler in Feld erworben, belegt er es mit einer Eigentumsmarke seiner Farbe. Der Verkäufer entfernt seine Marke von dem Feld.
Grundsätzlich kann auch der Bürgermeister für die Stadt ein Grundstück erwerben. Der Bürgermeister wird tätig, nachdem der Spieler seiner Farbe alle Aktionen beendet hat. Der Bürgermeister braucht für die jeweiligen Grundstücksgeschäfte einen Mehrheitsbeschluss des Stadtrates. Er legt darauf eine Eigentumsmarke der Stadt. Mit dem Erwerb eines freien, erstmalig erworbenen Grundstück, erhält er für seine Farbe eine Stimmkarte für die Wahlurne.
Land kann vom Stadtrat als Bauland ausgewiesen werden. Dieses setzt einen Mehrheitsbeschluss des Stadtrates für das Feld voraus. Ausgaben entstehen dadurch keine. Das Feld wird durch ein aufgestelltes Zeichen für Bauland markiert.
Nach Vorlage des Bürgermeisters oder Antrag einer Partei und auf Mehrheitsbeschluss können einzelne nicht erschlossene Felder als Naturschutzgebiet oder Grünfläche bestimmt werden. Der Bürgermeister setzt darauf das Baumsymbol. Eine Entschädigung wird nicht fällig. Der Beschluss und die Festlegung kann wieder aufgehoben werden.
Der Stadtrat kann durch Mehrheitsbeschluss, nicht erschlossenes Bauland wieder aufheben. Das Zeichen wird wieder abgeräumt. Der Bürgermeister muss dann dem Eigentümer dieses Feldes eine Entschädigung in Höhe des Preises auf dem Grundstücksmarkt für erschlossenes Bauland zahlen. Für die Farbe des Eigentümers gibt es eine Stimmkarte in die Wahlurne, da die Entwertung des Eigentums allgemein als Unrecht empfunden wird.
Der Stadtrat wird am Wahltag ermittelt. Passiert die Spielfigur des Bürgermeisters das Feld „Wahltag“ wird, darauf ein Zählstein für den Wahltag gelegt. Ausgezählt wird, wenn 4 Zählsteine auf dem Feld liegen. Die Wahlurne wird geöffnet und die Stimmkarten werden zählt. Der Anteil der einzelnen Farbe an den Stimmkarten entspricht ihrem Anteil an Sitzen im Stadtrat (Stimmkartenzahl / Divisor = Anzahl der Sitze im Stadtrat).
Damit das Feld bebaut werden kann, bedarf es noch der Erschließung. Durch ein Stück „Straße“ ist es mit dem Stadtzentrum oder mit einem bereits erschlossenen Feld zu verbinden. Der Eigentümer, der ein freies Bauunternehmen hat, ist in der Lage ist das Feld zu erschließen. Er kann dem Bürgermeister einen Erschließungsvertrag vorschlagen, den dieser nicht ablehnen kann. Die Bauarbeiten dauern eine Spielrunde, d.h. über Startpunkt bis zum Punkt „Fertigstellung aller Bauarbeiten“ auf dem Spielplan. Dabei steht das Bauunternehmen auf dem Feld. Es wird danach vom Plan genommen und ist wieder frei. An Stelle des Bauunternehmens wird ein Stück Straße auf das Feld gelegt.
Ein Baunternehmen kann der Spieler auf dem Baumarkt anwerben. Je weniger freie Bauunternehmen auf dem Markt verfügbar sind, desto höher ist der Preis. Der Preis wird bei der Anstellung fällig, der aktuelle Preis ist jeweils zum Jahresanfang zu entrichten. Er wird auch als Entschädigung bei Entlassung des Bauunternehmens an den Kapitalmarkt gezahlt.
Stimmkarten gibt es für jede Anstellung eines Bauunternehmens und Jahreszahlung an dieses. Bei einer Entlassung erhalten alle anderen Spieler jeweils ein Stimmkarte ihre Farbe. Derjenige, der das Bauunternehmen entlässt und für Arbeitslosigkeit sorgt, erhält nichts.
Auch der Bürgermeister kann jederzeit Erschließungsmaßnahmen durchführen. Wie die Spieler braucht er ein Bauunternehmen und muss dieses genauso bezahlen. Beschäftigung oder Entlasung eines Bauunternehmens wirken sich in gleicher Weise auf die Stimmkarten seiner Farbe aus.
Erschlossenes Bauland kann der Eigentümer jederzeit auf dem Grundstücksmarkt an Häuslebauer veräußern. Je mehr Fertighäuser auf dem Markt nachgefragt werden, desto höher ist der Preis, den der Spieler erhält. Pro Verkauf erhält der Spieler eine Stimmkarte seiner Farbe für die Wahlurne.
Das Neubaugebiet - Höhepunkt westdeutscher Stadtentwicklung in vielen Städten
Im Spielablauf wird zum Beginn des Frühjahrs und Ende des Sommers gewürfelt, wie viele Fertighäuser in der Stadt neu nachgefragt werden. Damit wird eine Zuwanderung in die Stadt simuliert. Durch bestimmte Würfelkombinationen, z.B. einen Pasch, kann auch eine Abwanderung oder unveränderte Nachfrage entstehen.
Wenn der Grundstücksmarkt voll ist, können keine neuen Fertighäuser mehr aufgenommen werden. Außer der Partei des Bürgermeisters, der nicht genug Bauland für die Nachfrager bereitstellen konnte, bekommen in dem Fall alle anderen Farben eine Stimmkarte für die Wahlurne.
Die Handlungsmöglichkeiten und Aufgaben des Bürgermeisters sind also:
- der Landerwerb und -veräußerung mit Mehrheitsbeschluss des Stadtrates,
- die Markierung und Aufhebung von Bauland oder Grünflächen / Naturschutzgebieten nach Mehrheitsbeschluss des Stadtrates,
- Erschließungsmaßnahmen durchzuführen mit Mehrheitsbeschluss des Stadtrates.
Der Bürgermeister hat das Recht von sich aus und die Pflicht auf Antrag einer Partei mögliche Handlungen zur Abstimmung zu stellen. Da die Spieler nicht Stadtverordnete sind, sondern die Stadtverordneten ihre Parteifreunde und zu ihnen gehören, kann jeder abstimmen. Niemand ist befangen.
In eigenem Ermessen kann der Bürgermeister, Bauunternehmen einzustellen oder zu entlassen, vorausgesetzt er verfügt über das entsprechende Budget im Haushaltsplan. Den Haushaltsplan legt der Bürgermeister dem Stadtrat zum Beschluss vor.
Auf der Einnahmeseite sind
- ein festgelegter Grundbetrag, den es nur beim Spielbeginn gibt,
- Steuereinnahmen (festgelegte Grundsteuer für jedes erschlossene Feld – egal ob bebaut oder unbebaut - von den jeweiligen Eigentümern oder vom Kapitalmarkt, festgelegte jährliche Gewerbesteuer für jedes eingestellte Bauunternehmen. Steuern werden zum Jahresende fällig und gehen in den Haushaltsplan ein. Können Steuern nicht gezahlt werden ist der Spieler pleite; das Spiel endet. Jedoch kann ein anderer Spieler seine Steuerzahlung übernehmen. Dann geht es weiter.),
- Ausgabereste des vorherigen Haushaltsjahres, die als Einnahmen verbucht werden,
- Einnahmen durch von der Stadt ausgegebene Wechsel (Der Bürgermeistern kann den Spielern, beziehungsweise Geschäftsleuten, oder dem Kapitalmarkt Schuldschein oder Wechsel geben und erhält dafür Geld. Die maximale Anzahl an Wechseln im Haushaltsjahr wird im Haushaltsplan festgelegt. Durch Nachtragsbeschlüsse des Stadtrates kann der Bürgermeister weitere Wechsel im Haushaltsjahr ausgeben, etwa wenn es finanzielle knapp wird oder Grunderwerb getätigt werden soll.),
- sonstige Einnahmen (etwa aus Grundstücksveräußerungen).
Auf der Ausgabenseite finden sich:
- Ausgaben für Zinszahlung (Je ausgegebenen Wechsel wird jährlich eine festgelegte Zinszahlung erforderlich.)
- Ausgaben zum Rückkauf von Wechseln
- Ausgaben für Grunderwerb, Bauunternehmen, Erschließungsmaßnahmen (Der Bürgermeister legt hier eine Summe vor, die er in dem Jahr ausgeben will.)
- Ausgaben für soziale und freiwillige Leistungen (Hier investiert der Bürgermeister in die Chance für die Wiederwahl seiner Farbe. Für eine festgelegten Betrag kann er jeweils einmal würfeln und erhält nach Ergebnis Stimmkarten für seine Farbe oder bei vorheriger Ansage die Farbe seiner Koalitionspartner. Dies sollte in einem Koalitionsvertrag festgelegt sein. Nach Beschluss des Haushaltsplans kann der Bürgermeister jederzeit würfeln.)
Zunächst stellt der Bürgermeister die Einnahmen zusammen. Er verteilt das Geld dann auf die Ausgaben. Für Ausgaben, die nicht durch Steuern, Ausgabenreste oder sonstige Einnahmen gedeckt sind, werden Wechsel vorgesehen. Der Bürgermeister stellt seinen Plan am Jahresanfang im Stadtrat zur Abstimmung. Wird der Plan angenommen, kann er das Geld zweckentsprechend im Jahr, also während einer Runde im Spiel ausgegeben, vorausgesetzt der Bürgermeister braucht nicht auch noch die oben genannten Einzelentscheidungen des Stadtrates.
Im Rahmen ihrer Aktionen können auch die einzelnen Spieler Geld für soziale und freiwillige Leistungen oder zur Wahlwerbung ausgeben und damit Stimmkarten kaufen. Das Geld wird dann am Kapitalmarkt abgelegt.
Für die Spieler ist die also wesentliche Einnahmequelle der Verkauf von erschlossenen und bebaubaren Grundstücken an Häuslebauer. Hierfür haben sie vorher, die Grundstücke zu erwerben, bei einer Ausweisung als Bauland diese zu erschließen und hierfür ein Bauunternehmen zu beschäftigen. Für die Ausweisung der Grundstücke als Bauland brauchen sie politische Mehrheiten im Stadtrat.
Das Spielende: Volle Kasse
Das Spiel endet, wenn die Ressource Fläche aufgebracht ist. Alle Grundstücke sind bebaut und mit Häusern besetzt oder als Grünfläche / Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Spiel endet auch dann, wenn ein Spieler nicht mehr seinen Verpflichtungen, sprich Steuerzahlungen, nachkommen kann und kein anderer bereit ist, dies zu übernehmen. Die dritte Möglichkeit zum Spielende ist die gemeinsame Feststellung aller Spieler, dass es Zeit für den Ruhestand ist und darauf zu verzichten, weiter in der Stadt die Fäden zu ziehen. Die maßlose Gier und der Trieb, der die moderne Stadtentwicklung bestimmt, haben sich dann ausgelebt. Zurück bleiben ein Häusermeer, wenig Natur und geschröpfte Häuslebauer.
Am Ende des Spiels wird Kasse gemacht. Die einzelnen Spieler zählen, wie viel Barkapital sie für den Ruhestand auf Ibiza angesammelt haben. Gewinner ist der Spieler mit dem meisten Geld.
Im wahren Leben geht es immer weiter: Das Rathaus von Berlin, davor der Wiederaufbau des Stadtschlosses. Hier fließt gewiss mehr Geld als im angenommenen Städtchen mit Neubaugebiet. Die grobe hier formulierte Spielidee lässt bereits deutlich erkennen, dass viele Add-Ons möglich sein werden. © Idee, Text und Bilder unterliegen alle dem Urheberrecht von Luo You
Mittwoch, 30. April 2014
1st of May - Hongkong Street Pee Day
Nicht ohne meinen Hund
Eine Besonderheit der hiesigen Kultur sollte es nach meiner Frau sein (und dem konnte ich in früheren Jahren zustimmen), dass es Menschen in Deutschland sehr mögen, Mitmenschen bei ihrem Fehlverhalten herauszustellen. Mittlerweile hat sich diese verbreitete Verhaltensweise nach meiner Einschätzung verändert. Wen stört es noch, wenn das Gegenüber bei Rot über die Straße geht, während man selber langer bei leerer Straße auf das Grünlicht wartet? Ich kümmere mich nur noch um meinen Kram und folge dem eigenen Gewissen. Andere darauf hinzuweisen, dass in Zügen das Rauchen nicht verboten ist, ist gar keine gute Idee, wenn man das eigene Leben und die Gesundheit nicht in Gefahr bringen will. Jemanden im morgendlichen Berufsverkehr am Bahnsteig auf den „Rauchfreien Bahnhof“ hinzuweisen, wo das Rauchen tatsächlich gar nicht frei ist, bedarf schon eines großen Einfühlungsvermögen, geschickter Rhetorik und dem Beherrschen einer wirksamen Deeskalationsstrategie. Nur so kann man erfolgreich zu sein und den Mief aus der Nase bekommen.
Da ist Asien mittlerweile deutlich besser beim „Point Out“ drauf. Durch die Nachrichten und Videoportale geht die Geschichte, einer Familie in Hongkong, die ihr Kleinkind in der Not auf die Straße hat pinkeln lassen. Diesen unanständigen Akt haben Nebenstehende zum Anlass genommen, ihre Kameras drauf zu halten und deutlich zu machen, dass sie ein solches Verhalten nicht akzeptieren. Und schon war das Theater da.
In den Kommentaren gehen, dies zum Anlass nehmend, nun Hongkonger gegen Chinesen an. Wobei die Hongkonger natürlich auch Chinesen sind, partiell sogar echte Festlandschinesen, wenn man von den Bewohnern der Inseln und Inselchen vor der Küste mal absieht. Zudem sind alle, also Leute in Hongkong und die anderen, in der Region Kantonesen.
Das lassen sich Chinesen, die sich nicht als Hongkonger fühlen, nicht gefallen und rufen zum Pinkeltag am 1. Mai in Hongkong auf, der in China Feiertag ist und deshalb geradezu zum Reisen und Besuch von Hongkong einlädt.
Aus eigener Erfahrung ist von Luo You zur ergänzen, dass die Grenzkontrollen zwischen der Sonderverwaltungszone Hongkong und Shenzhen deutlich laxer sind als zwischen dem Gebiet von Shenzhen zum Rest von der VR China. Ebenso verhält es sich mit dem gefühlten Wohlstandsgefälle zwischen den drei Gebieten in dieser Region. Da sind Hongkong und Shenzhen etwa auf dem gleichen Niveau. Also es gibt in dem Sinne durchaus Hongkonger außerhalb von Hongkong, während wohl auch Hongkonger Straßen benässende Chinesen sein könnten.
Auch in Deutschland gab es in früheren Jahren die Diskussion, ob es wirklich so schlimm ist, seinem Kind in einer Notsituation nicht zuzugestehen, in die Gosse zu pissen. Viele Hundebesitzer haben überhaupt keine Skrupel ihren besten Freund überall kacken zu lassen. Warum sollten Tiere mehr Rechte als Menschen haben? Warum darf das Tier für sein Wohlbefinden sorgen, während den kleinen unausgereiften Mitbürgern aufgenötigt wird, die Blase und Öffnungen zusammenzupressen?
Herr und Hund – Auch Taiwaner sind Chinesen, ethnisch gesehen und auch nur teilweise. Zumindest hat er die Hundekacke danach etwas beiseite geschoben. Und das auf dem Schmalspurgleisen einer der letzten in Betrieb befindlichen Zuckerrohrbahnen! Der Eisenbahnfan war schockiert.
Lass mich kacken, blöder Turi! Hier fotografiert mal umgekehrt der Zugereiste den Ansässigen und zeigt es im Internet.
Bei soviel Freiheit für Hunde im asiatischen Raum und Rücksichtslosigkeit gegenüber Kindern, die bei dem Fall in Hongkong für ihr Leben schreiend traumatisiert sein dürften, verwundert es nicht, das gleich auf Kinder verzichtet wird. Dann kommt besser der Hund in den Kinderwagen, wie hier in der Dream-Mall von Kaohsiung gesehen.
Eine Besonderheit der hiesigen Kultur sollte es nach meiner Frau sein (und dem konnte ich in früheren Jahren zustimmen), dass es Menschen in Deutschland sehr mögen, Mitmenschen bei ihrem Fehlverhalten herauszustellen. Mittlerweile hat sich diese verbreitete Verhaltensweise nach meiner Einschätzung verändert. Wen stört es noch, wenn das Gegenüber bei Rot über die Straße geht, während man selber langer bei leerer Straße auf das Grünlicht wartet? Ich kümmere mich nur noch um meinen Kram und folge dem eigenen Gewissen. Andere darauf hinzuweisen, dass in Zügen das Rauchen nicht verboten ist, ist gar keine gute Idee, wenn man das eigene Leben und die Gesundheit nicht in Gefahr bringen will. Jemanden im morgendlichen Berufsverkehr am Bahnsteig auf den „Rauchfreien Bahnhof“ hinzuweisen, wo das Rauchen tatsächlich gar nicht frei ist, bedarf schon eines großen Einfühlungsvermögen, geschickter Rhetorik und dem Beherrschen einer wirksamen Deeskalationsstrategie. Nur so kann man erfolgreich zu sein und den Mief aus der Nase bekommen.
Da ist Asien mittlerweile deutlich besser beim „Point Out“ drauf. Durch die Nachrichten und Videoportale geht die Geschichte, einer Familie in Hongkong, die ihr Kleinkind in der Not auf die Straße hat pinkeln lassen. Diesen unanständigen Akt haben Nebenstehende zum Anlass genommen, ihre Kameras drauf zu halten und deutlich zu machen, dass sie ein solches Verhalten nicht akzeptieren. Und schon war das Theater da.
In den Kommentaren gehen, dies zum Anlass nehmend, nun Hongkonger gegen Chinesen an. Wobei die Hongkonger natürlich auch Chinesen sind, partiell sogar echte Festlandschinesen, wenn man von den Bewohnern der Inseln und Inselchen vor der Küste mal absieht. Zudem sind alle, also Leute in Hongkong und die anderen, in der Region Kantonesen.
Das lassen sich Chinesen, die sich nicht als Hongkonger fühlen, nicht gefallen und rufen zum Pinkeltag am 1. Mai in Hongkong auf, der in China Feiertag ist und deshalb geradezu zum Reisen und Besuch von Hongkong einlädt.
Aus eigener Erfahrung ist von Luo You zur ergänzen, dass die Grenzkontrollen zwischen der Sonderverwaltungszone Hongkong und Shenzhen deutlich laxer sind als zwischen dem Gebiet von Shenzhen zum Rest von der VR China. Ebenso verhält es sich mit dem gefühlten Wohlstandsgefälle zwischen den drei Gebieten in dieser Region. Da sind Hongkong und Shenzhen etwa auf dem gleichen Niveau. Also es gibt in dem Sinne durchaus Hongkonger außerhalb von Hongkong, während wohl auch Hongkonger Straßen benässende Chinesen sein könnten.
Auch in Deutschland gab es in früheren Jahren die Diskussion, ob es wirklich so schlimm ist, seinem Kind in einer Notsituation nicht zuzugestehen, in die Gosse zu pissen. Viele Hundebesitzer haben überhaupt keine Skrupel ihren besten Freund überall kacken zu lassen. Warum sollten Tiere mehr Rechte als Menschen haben? Warum darf das Tier für sein Wohlbefinden sorgen, während den kleinen unausgereiften Mitbürgern aufgenötigt wird, die Blase und Öffnungen zusammenzupressen?
Herr und Hund – Auch Taiwaner sind Chinesen, ethnisch gesehen und auch nur teilweise. Zumindest hat er die Hundekacke danach etwas beiseite geschoben. Und das auf dem Schmalspurgleisen einer der letzten in Betrieb befindlichen Zuckerrohrbahnen! Der Eisenbahnfan war schockiert.
Lass mich kacken, blöder Turi! Hier fotografiert mal umgekehrt der Zugereiste den Ansässigen und zeigt es im Internet.
Bei soviel Freiheit für Hunde im asiatischen Raum und Rücksichtslosigkeit gegenüber Kindern, die bei dem Fall in Hongkong für ihr Leben schreiend traumatisiert sein dürften, verwundert es nicht, das gleich auf Kinder verzichtet wird. Dann kommt besser der Hund in den Kinderwagen, wie hier in der Dream-Mall von Kaohsiung gesehen.
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Dienstag, 29. April 2014
Im Zentrum der Macht
Aufgeräumte Baustelle mit Käsekuchen
Sogar chinesischsprachige Medien berichteten darüber, dass Berlin etwa 2 Millionen Besucher an den Ostertagen erwartete. Dementsprechend voll war es zwischen Kurfürstendamm und Alexanderplatz. Ein scheinbar endloser Strom von Asiaten, Süd- und Nordamerikanern, Holländern, Italienern, Osteuropäern, Inländern aller Dialekte und sonstiger „Turistas“ in Doppeldeckerbussen, per Pedes, in U- und S-Bahnen bewegte sich über die ausgetretenen Pfade der Neugierigen in Berlin. Auch Luo You tauchte an diesen Tagen in die deutsche Metropole ein.
Ruhig und aufgeräumt wirkt zwischen modernen Monumentalbauten, Beton und Schotterwegen das Bundeskanzleramt, in dem die für einige Menschen als mächtigste Frau der Welt geltende Regierungschefin ihren Sitz hat. Es sind Osterferien. Nur die Schweizer Botschaft zeigt mit großer Flagge Präsenz im Spreebogen.
Eine Kultur der Vielfalt – Italienisches Speiseeis mit Parkschein belegt vor dem würdevoll-historischen Ort wie offen und locker Deutschland geworden ist. Optimal am Trampelpfad zwischen dem neuen Hauptbahnhof und dem Brandenburger Tor gelegen sind bei heißem Wetter beste Umsätze garantiert. Im Hintergrund demonstrieren einige Staatenlose mit russischer Flagge gegen ihre Staatenlosigkeit und wie selig das politische Leben in Deutschland ist: keine Sonnenblumenbewegung, kein Maidan (Майдан Незалежності), kein Erdogan, keine bizarren Todesurteile gegen Moslembrüder trüben die heile Welt.
Eine Ex-Ministerin und Bundestagsabgeordnete plaudert vor leuchtenden Teletubby-Tulpen am Pariser Platz. Kann der politische Frühling schöner sein?
Sogar die Brüder und Schwestern aus der Volksrepublik finden ihre politische Heimat in Berlin. Der Kommunismus lebt! Obwohl das Marx-Engels-Forum 2010 aus seiner zentralen Position in die Ecke geschoben wurde und heute nach Westen statt nach Osten blickt, wird es dennoch gut in der Mitte Berlins gefunden. Es bleibt abzuwarten, in welcher Weise der Westen genüsslich-zerstörisch, den Sieg langsam und voll auskostend - wie bei der Demontage des Palastes der Republik - mit den Skulpturengruppe als Relikt der verhassten DDR umgehen wird.
Wenn etwa 2018 das neue Berliner Stadtschloss voll errichtet ist, sollte es an die Gestaltung des Umfeldes gehen. Zur Zeit wächst noch der Rohbau, damit die potenten monarchistischen Ziele in dieser Gesellschaft angemessen stark materialisiert werden können. Adel gibt es noch genug in Deutschland, der über Grundeigentum und Beziehungen von Generationen aus ruhmvoller Vergangenheit, etwas versteckt an vielen Orten politisch maßgeblich die Fäden ziehen kann. Die temporäre Humboldt-Box mit Ausstellungsräumen, Café und Restaurant im obersten Geschoss lässt vor der Baustelle die künftigen Proportionen des Baukörpers erahnen. Das Schloss wird etwas höher als die Box und den Stadtraum zwischen Berliner Dom, alten Museum und Zeughaus schließen. Das ethnologische Museum, was sich heute in Dahlem befindet soll unter anderem die Räumlichkeiten im neuen Schloss nutzen.
Luo Yous Meinung ist: Baukörper ja, Schloss nein. Zwar habe ich jetzt schon freiwillig durch das Eintrittsgeld und den Verzehr in der Humboldt-Box, aber dies geschah nur aus Neugierde und Wissendrang, aber in keiner Weise aus dem Willen heraus dieses rückwärts gewandte Gebilde finanziell fördern zu wollen.
Mit der Sprengung des Stadtschlosses ist seine Entwicklung abgeschlossen gewesen. Tote soll man nicht wieder zum Leben erwecken wollen. Heraus kommt nur ein Frankenstein. Jetzt fehlte nur noch Marx und Engels, so wie es diesem Herrn erging, einzuschmelzen und einen Kaiser Wilhelm daraus zu machen.
Wäre es dann nicht auch angemessen dem Adel die feste politische Rolle wiederzugeben, die er über Jahrtausende in Deutschland hatte? Ein politisches Staatsoberhaupt zu installieren, dass von Geburt an auf diese schwere Aufgabe professionell vorbereitet wird und den Job nicht bereits ruhestandsfähigen, berufsfremden Seiteneinsteigern zu überlassen?
Sogar chinesischsprachige Medien berichteten darüber, dass Berlin etwa 2 Millionen Besucher an den Ostertagen erwartete. Dementsprechend voll war es zwischen Kurfürstendamm und Alexanderplatz. Ein scheinbar endloser Strom von Asiaten, Süd- und Nordamerikanern, Holländern, Italienern, Osteuropäern, Inländern aller Dialekte und sonstiger „Turistas“ in Doppeldeckerbussen, per Pedes, in U- und S-Bahnen bewegte sich über die ausgetretenen Pfade der Neugierigen in Berlin. Auch Luo You tauchte an diesen Tagen in die deutsche Metropole ein.
Ruhig und aufgeräumt wirkt zwischen modernen Monumentalbauten, Beton und Schotterwegen das Bundeskanzleramt, in dem die für einige Menschen als mächtigste Frau der Welt geltende Regierungschefin ihren Sitz hat. Es sind Osterferien. Nur die Schweizer Botschaft zeigt mit großer Flagge Präsenz im Spreebogen.
Eine Kultur der Vielfalt – Italienisches Speiseeis mit Parkschein belegt vor dem würdevoll-historischen Ort wie offen und locker Deutschland geworden ist. Optimal am Trampelpfad zwischen dem neuen Hauptbahnhof und dem Brandenburger Tor gelegen sind bei heißem Wetter beste Umsätze garantiert. Im Hintergrund demonstrieren einige Staatenlose mit russischer Flagge gegen ihre Staatenlosigkeit und wie selig das politische Leben in Deutschland ist: keine Sonnenblumenbewegung, kein Maidan (Майдан Незалежності), kein Erdogan, keine bizarren Todesurteile gegen Moslembrüder trüben die heile Welt.
Eine Ex-Ministerin und Bundestagsabgeordnete plaudert vor leuchtenden Teletubby-Tulpen am Pariser Platz. Kann der politische Frühling schöner sein?
Sogar die Brüder und Schwestern aus der Volksrepublik finden ihre politische Heimat in Berlin. Der Kommunismus lebt! Obwohl das Marx-Engels-Forum 2010 aus seiner zentralen Position in die Ecke geschoben wurde und heute nach Westen statt nach Osten blickt, wird es dennoch gut in der Mitte Berlins gefunden. Es bleibt abzuwarten, in welcher Weise der Westen genüsslich-zerstörisch, den Sieg langsam und voll auskostend - wie bei der Demontage des Palastes der Republik - mit den Skulpturengruppe als Relikt der verhassten DDR umgehen wird.
Wenn etwa 2018 das neue Berliner Stadtschloss voll errichtet ist, sollte es an die Gestaltung des Umfeldes gehen. Zur Zeit wächst noch der Rohbau, damit die potenten monarchistischen Ziele in dieser Gesellschaft angemessen stark materialisiert werden können. Adel gibt es noch genug in Deutschland, der über Grundeigentum und Beziehungen von Generationen aus ruhmvoller Vergangenheit, etwas versteckt an vielen Orten politisch maßgeblich die Fäden ziehen kann. Die temporäre Humboldt-Box mit Ausstellungsräumen, Café und Restaurant im obersten Geschoss lässt vor der Baustelle die künftigen Proportionen des Baukörpers erahnen. Das Schloss wird etwas höher als die Box und den Stadtraum zwischen Berliner Dom, alten Museum und Zeughaus schließen. Das ethnologische Museum, was sich heute in Dahlem befindet soll unter anderem die Räumlichkeiten im neuen Schloss nutzen.
Luo Yous Meinung ist: Baukörper ja, Schloss nein. Zwar habe ich jetzt schon freiwillig durch das Eintrittsgeld und den Verzehr in der Humboldt-Box, aber dies geschah nur aus Neugierde und Wissendrang, aber in keiner Weise aus dem Willen heraus dieses rückwärts gewandte Gebilde finanziell fördern zu wollen.
Mit der Sprengung des Stadtschlosses ist seine Entwicklung abgeschlossen gewesen. Tote soll man nicht wieder zum Leben erwecken wollen. Heraus kommt nur ein Frankenstein. Jetzt fehlte nur noch Marx und Engels, so wie es diesem Herrn erging, einzuschmelzen und einen Kaiser Wilhelm daraus zu machen.
Wäre es dann nicht auch angemessen dem Adel die feste politische Rolle wiederzugeben, die er über Jahrtausende in Deutschland hatte? Ein politisches Staatsoberhaupt zu installieren, dass von Geburt an auf diese schwere Aufgabe professionell vorbereitet wird und den Job nicht bereits ruhestandsfähigen, berufsfremden Seiteneinsteigern zu überlassen?
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Dienstag, 8. April 2014
Ein Herz für Taiwan
Schwarzer Strom Kuroshio (黒潮) oder KMT (Killing My Taiwan)?
Luo Yous schwarzes Hemd mit Herz – Bei genauerem Hinweisen wölbt in der Mitten von Taiwan sogar das Zentralgebirge auf.
Die schwarze Strom, der Kuroshio (黒潮), beginnt im Pazifik vor Taiwan, fließt nordostwärts an Japan vorbei und mündet dort in die Nordpazifische Strömung, die sich vor Kanada in Richtung Kalifornien und Alaska aufteilt. Ähnlich wie der Golfstrom im Atlantik bringt der schwarze Strom tropisch aufgewärmtes Wasser in Richtung der Polargebiets. Er führt unter anderem dazu, dass in Japan die nördlichsten Korallenriffe auf dem Planeten wachsen können.
Die schwarzen Hemden der Demonstanten bei der Sonnenblumenbewegung symbolisieren wohl weniger, so in der TAZ zu lesen, wie ernsthaft die Demokratie sich in der Krise befindet. Sie stehen vielmehr in Anlehnung an den schwarzen Kuroshio für die Vereinigung vor Taiwan und für eine beständige Strömung in Richtung der gefestigten Demokratien in Japan, Kanada und den USA.
Bleibt zu hoffen, dass auch nach der Räumung der Parlaments durch die Sonnenblumenbewegung die Begeisterung für die Fortentwicklung der taiwanischen Demokratie – so wie der Kuroshio – nicht abkühlt. Wenn der china-nahe Präsident Ma Ying-Jeou (馬英九 / Mǎ Yīngjiǔ) dadurch verliert und seine kritischen Gegenspieler, wie der Parlamentspräsident Wáng Jīnpíng (王金平), ihre Position im Ansehen der Bevölkerung verbessern, ist dies meiner Meinung nach schon ein Gewinn für ein weiterhin unabhängiges und freies Taiwan.
Der Sitz des Präsidenten der Republik China auf Taiwan - Auch außerhalb politisch unruhiger Zeiten lauern Regierungsagenten in Zivil den Fotografen vor dem Geheimpalast auf. Wer respektvoll Abstand hält, wie diese vorbildliche Reisegruppe vom kommunistisch regierten Festlands China im Januar 2010, bleibt unbehelligt. In der schwarzen Strömung der Demokratiebewegung untergehen sollte farblich zumindest die Flut „roter“ oder „gelber“ Touristen. Ob das auch mit den „goldenen“ Verlockungen einer politisch-wirtschaftlichen Annäherung passieren wird?
Luo Yous schwarzes Hemd mit Herz – Bei genauerem Hinweisen wölbt in der Mitten von Taiwan sogar das Zentralgebirge auf.
Die schwarze Strom, der Kuroshio (黒潮), beginnt im Pazifik vor Taiwan, fließt nordostwärts an Japan vorbei und mündet dort in die Nordpazifische Strömung, die sich vor Kanada in Richtung Kalifornien und Alaska aufteilt. Ähnlich wie der Golfstrom im Atlantik bringt der schwarze Strom tropisch aufgewärmtes Wasser in Richtung der Polargebiets. Er führt unter anderem dazu, dass in Japan die nördlichsten Korallenriffe auf dem Planeten wachsen können.
Die schwarzen Hemden der Demonstanten bei der Sonnenblumenbewegung symbolisieren wohl weniger, so in der TAZ zu lesen, wie ernsthaft die Demokratie sich in der Krise befindet. Sie stehen vielmehr in Anlehnung an den schwarzen Kuroshio für die Vereinigung vor Taiwan und für eine beständige Strömung in Richtung der gefestigten Demokratien in Japan, Kanada und den USA.
Bleibt zu hoffen, dass auch nach der Räumung der Parlaments durch die Sonnenblumenbewegung die Begeisterung für die Fortentwicklung der taiwanischen Demokratie – so wie der Kuroshio – nicht abkühlt. Wenn der china-nahe Präsident Ma Ying-Jeou (馬英九 / Mǎ Yīngjiǔ) dadurch verliert und seine kritischen Gegenspieler, wie der Parlamentspräsident Wáng Jīnpíng (王金平), ihre Position im Ansehen der Bevölkerung verbessern, ist dies meiner Meinung nach schon ein Gewinn für ein weiterhin unabhängiges und freies Taiwan.
Der Sitz des Präsidenten der Republik China auf Taiwan - Auch außerhalb politisch unruhiger Zeiten lauern Regierungsagenten in Zivil den Fotografen vor dem Geheimpalast auf. Wer respektvoll Abstand hält, wie diese vorbildliche Reisegruppe vom kommunistisch regierten Festlands China im Januar 2010, bleibt unbehelligt. In der schwarzen Strömung der Demokratiebewegung untergehen sollte farblich zumindest die Flut „roter“ oder „gelber“ Touristen. Ob das auch mit den „goldenen“ Verlockungen einer politisch-wirtschaftlichen Annäherung passieren wird?
Montag, 31. März 2014
Der Ursprung der Wale
Keine wirklich guten Nachrichten
Für nur 48.000 chinesische Renminbi (5.608,44 Euro nach heutigem Kurs) nach Taiwan auswandern? Mit einem Geschäftsvisum und danach einer ständigen Aufenthaltsgenehmigung beim Immobilienkauf? In den Genuß einer guten Krankenversicherung und medizinischen Versorgung kommen? Keine Geburtenkontrolle und 12 Jahre Schulbildung auf Staatskosten? Familienzusammenführung auf Taiwan? Die Chance, dass alle Familienangehörigen ein Geschäft gründen können? In Taiwan geborene Kinder die Staatsangehörigkeit der Republik China erhalten?
Die Volksrepublik China muss schlimm sein, dass so für eine Auswanderung nach Taiwan geworben wird, über die Fu Ludigel in seinem Blog schrieb.
Und was machen die Taiwaner? Nicht nur der beliebte Blogger und eine meiner Nichten protestieren, sondern auch zigtausende andere Menschen gingen gegen die Annäherung an die Volksrepublik China in Taipei auf die Straße.
Aber es gibt auch bessere Nachrichten vom heutigen Tage. Nach Auffassung des internationalen Gerichtshofs in Den Haag muss Japan die Jagd auf die Wale in der Antarktis beenden.
Vor dem Aquarium von Hengchun zeigen sich beeindruckend die mächtigen Meeressäuger als sprudelnd-spritzende Skulpturen.
Dabei trägt Taiwan durchaus eine Mitschuld am früheren Abschlachten der Wale, sei es durch die Nachfrage für die Küche im Land, wie auch durch Fangpiraterie und eigene Jagd. So sah der Autor vor einigen Jahren in einem Restaurant, das so heute nicht mehr besteht, nahe einem kleinen Fischerhafen bei Kending ein historisches Foto von der Anlandung eines großen Wals, von dem auch die Wirtin berichten konnte.
Die Entwicklung der Wale, so wie sie im Meeresaquarium illustriert wird, und ihre Gefährdung erinnert stark an Loriots wilden Waldmops dessen einstmals mächtige Schaufeln zurückgezüchtet wurden, da ein Zwölfender sich kaum zum Schosshund für ältere Damen eignet.
In Kombination mit dem, was das Besucherzentrum des Nationalparks Kending ausgestopft präsentierte, wird klar: Die Wale stammen vom taiwanischen Reh ab.
Bleibt für die Wale zu hoffen, dass sie weder zurückgezüchtet werden noch ihnen durch andere profitorientierte Walfängernationen an Stelle der Japaner der Garaus gemacht wird. Zudem stellt sich die Frage, wo es jetzt mit der japanischen Jagd weiter geht, wenn diese in der Antarktis beendet wird. Also, wirklich gut scheint diese Nachricht dann doch nicht zu sein.
Für nur 48.000 chinesische Renminbi (5.608,44 Euro nach heutigem Kurs) nach Taiwan auswandern? Mit einem Geschäftsvisum und danach einer ständigen Aufenthaltsgenehmigung beim Immobilienkauf? In den Genuß einer guten Krankenversicherung und medizinischen Versorgung kommen? Keine Geburtenkontrolle und 12 Jahre Schulbildung auf Staatskosten? Familienzusammenführung auf Taiwan? Die Chance, dass alle Familienangehörigen ein Geschäft gründen können? In Taiwan geborene Kinder die Staatsangehörigkeit der Republik China erhalten?
Die Volksrepublik China muss schlimm sein, dass so für eine Auswanderung nach Taiwan geworben wird, über die Fu Ludigel in seinem Blog schrieb.
Und was machen die Taiwaner? Nicht nur der beliebte Blogger und eine meiner Nichten protestieren, sondern auch zigtausende andere Menschen gingen gegen die Annäherung an die Volksrepublik China in Taipei auf die Straße.
Aber es gibt auch bessere Nachrichten vom heutigen Tage. Nach Auffassung des internationalen Gerichtshofs in Den Haag muss Japan die Jagd auf die Wale in der Antarktis beenden.
Vor dem Aquarium von Hengchun zeigen sich beeindruckend die mächtigen Meeressäuger als sprudelnd-spritzende Skulpturen.
Dabei trägt Taiwan durchaus eine Mitschuld am früheren Abschlachten der Wale, sei es durch die Nachfrage für die Küche im Land, wie auch durch Fangpiraterie und eigene Jagd. So sah der Autor vor einigen Jahren in einem Restaurant, das so heute nicht mehr besteht, nahe einem kleinen Fischerhafen bei Kending ein historisches Foto von der Anlandung eines großen Wals, von dem auch die Wirtin berichten konnte.
Die Entwicklung der Wale, so wie sie im Meeresaquarium illustriert wird, und ihre Gefährdung erinnert stark an Loriots wilden Waldmops dessen einstmals mächtige Schaufeln zurückgezüchtet wurden, da ein Zwölfender sich kaum zum Schosshund für ältere Damen eignet.
In Kombination mit dem, was das Besucherzentrum des Nationalparks Kending ausgestopft präsentierte, wird klar: Die Wale stammen vom taiwanischen Reh ab.
Bleibt für die Wale zu hoffen, dass sie weder zurückgezüchtet werden noch ihnen durch andere profitorientierte Walfängernationen an Stelle der Japaner der Garaus gemacht wird. Zudem stellt sich die Frage, wo es jetzt mit der japanischen Jagd weiter geht, wenn diese in der Antarktis beendet wird. Also, wirklich gut scheint diese Nachricht dann doch nicht zu sein.
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