Ureinwohnerinnen okay, Chinesinnen okay, Showgirls nein!
Zum Jubiläum des Kentinger Strandhotels gab es nicht nur ein Sonderangebot für die Gäste, nämlich ein tägliches Nachmittagsbuffet inklusive, was natürlich weit über Kaffee und Kuchen hinaus ging. Darüber hinaus fand ein nettes Fest statt, was die Hotelangestellten selber organisiert hatten. Sie hatten im Kongressbereich des Hotels eine kleine "Food Mall", so eine Art Marktstraße, aufgebaut. An den Ständen wurden vom Vormittag bis zum frühen Nachmittag im Wesentlichen für einen günstigen Betrag besondere Spezialitäten außerhalb des üblichen Standardprogramms angeboten, wie Gänseköpfe mit Hals oder Badzang, die in einem Blatt eingewickelten chinesischen Reisknödel, welche es gewöhnlich zum Drachenbootfest gibt.
Alles waren Angebot, die zwar hübsch exotisch aussahen und Fragen aufwarfen, aber die westliche Nase nicht wirklich reizten. So war mehr Gelegenheit für gemeinsame Fotos mit den Ureinwohnerinnen im gesetzteren Alter, die sich in den typischen Trachten ihrer Stämme gekleidet hatten, und den Mitarbeiterinnen, die in züchtigen Kostümen höhergestellte Menschen aus der chinesischen Qing-Dynastie repräsentierten. Freundlich lächelnd war Zeit genug, Urlaubserinnerungen in allen Konstellationen auf die Speicherkarten zu bringen.
Dabei wurde es erst richtig spannend am Ende der Mall, wo eine kleine Bühne aufgebaut war mit einem besonders schrillen Stand nebenan. Schlecht für den Fotografen, der umgehend zur Kehrtwende auf den Rückweg in Richtung Ausgang abgedrängt wurde. Von den drei sexy Show-Girls blieb nur ein rascher Schnappschuss, auf dem lediglich eine von ihnen zu sehen ist. Jede Chance für ein gemeinsames Posen wurde mit dem Hinweis "Du bist eh zu schüchtern!" abgedrückt.
Kein Karaoke im Duett oder was sonst dem in den höheren chineschen Schriftzeichen Ungebildeten angeboten wurde. Die Schlange, mit der ich verheiratet bin, schaffte es, diplomatisch geschickt, jede weitere Annäherung nach meinem offenbar mehr als innerlichen WOW abzuwenden.
"Wir können ja später nochmal kommen und schauen, ob dann mehr los ist, und noch Fotos machen", räusperte sich Luo You. "Das schaffen wir nicht. Wenn du Fotos machen willst, dann jetzt", schwupps stand ich mit der perfiden Psychologie von Ehefrau und der sie unterstützenden Mutter vor der sich öffnenden Aufzugstür zur Tiefgarage.
An den Tag folgte ein sehr langer Ausflug ins Sisal-Museum, wo die frühere Bedeutung dieses Produktionszweiges für Taiwan anschaulich und ausführlich dargestellt ist, und nach Baisha, der Strand, wo der Tiger an Land ging.
In der Flut chinesischer Touristen ertränkt, statt von süßen Bunnies auf die Bühne gehoben zu werden. - Dieser Tag hätte durchaus anders verlaufen können.
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Dienstag, 13. Januar 2015
Freitag, 9. Januar 2015
Wider der Götzenverehrung
Mutter, wie konntest du das tun? Da speiste sich die Familienkultur zum einen aus dem althergebrachten unterwürfig rheinischen Katholizismus. Bekanntermaßen herrschen und dominieren hier im wesentlichen immer noch die protestantischen Preussen in den gesellschaftlichen Führungspositionen, während die Katholiken ihnen - genau wie ihrem unfehlbaren Papst - folgen und gehorsam arbeiten. Zum anderen kommen die Familientraditionen aus dem katholisch-thüringischen Eichsfeld (ohne DDR-Zwischenspiel) sowie quasi frühausgesiedelt dem katholisch-ostpreussischen Ermland, also zwei Exklaven des Katholizismus umgeben von protestantischen Gebieten beziehungsweise angrenzend an Polen. Jedenfalls kann davon ausgegangen werden, das die sozio-geografische Situation zu einem besonderen Bewusstsein für den eigenen Glauben führte. Und nun das! Mutter verbeugt sich mit gefaltenen Händen gegenüber heidnischen Götzenstatuen.
Hort der Götzenanbetung am Sonnen-Mond-See - der ehrwürdige Xuanzang-Tempel
Wie brutal war ich als Kind noch in den 1960er und 1970er Jahren genötigt worden, stets an der Knieschmerzen verursachenden sonntäglichen Messe teilzunehmen, alle Sakramente der heiligen katholischen Kirche zu inhalieren und mich bloß nicht vom Religionsunterricht - bei dem es schon längst mehr um ethische als um Glaubensfragen ging - in der Schule abzumelden. Erst mit dem stärkeren Lösen vom Elternhaus konnte ich das nachvollziehen, was gesellschaftlich schon viel früher durch die 1968er erreicht worden war.
Die einzige Erklärung für das mütterliche Verhalten, vor den vergoldeten Holzstatuen die Hände zu falten und sich zu verbeugen, kann nur im christlichen Respekt für die nächsten Mitmenschen liegen. Der allmächtige Christengott könnte es doch nie zulassen, dass so freundliche und höfliche Menschen einem Irrglauben unterliegen. Also müssen etwa der verehrte Mönch, der heilige Schriften des Buddhismus von Indien nach China brachte, oder die Minister, die aufgrund ihrer Wohltaten für die Menschen zu Göttern wurden, ihre Anbetungswürdigkeit nur deshalb erhalten haben, weil der christliche Gott dies zuließ. Sie symbolisieren und bestätigen in ihrer eigenen Art, dass es Gott gibt. Da bleibt dann nur der offene Punkt, warum den heidnischen Asiaten von Gott nicht gleich und direkt der wahre Glaube offenbart wurde. Dies wird wohl Gottes Geheimnis bleiben, warum weiterhin zähe Missionsarbeit in Asien nötig ist. Außerdem sei auch an die ziemlich klaren Aussagen in den zehn Geboten erinnert.
Erfolg hatten die Missionare jedenfalls bei einer Landsmännin meiner Ehefrau, die uns gegenüber ihr Christsein in Bauer Steins Pflaumenplantage bekannte, mir mit einem "Hello" um den Hals fiel, "I love you" rief, mich küsste, den Besuch in Deutschland ankündigte und ihre Email hinterließ - nicht übertrieben. Sie ist deshalb Christin, um ihr Leben zu genießen, sagte sie. Ja ist den schon die Hochzeit im rheinischen Karneval? "Sehr untaiwanesisch", meinte die beste Ehefrau von allen, die auch die junge Frau innerhalb ihrer christlichen Reisegruppe aus Taoyuan als außergewöhnlich empfand. Viel besser als religiöse Fanatiker, dachte Luo You in Anbetracht aktueller Ereignisse.
Den Buddhisten, Taoisten und anderen Fremdgläubigen dürfte es ziemlich egal sein, wie Mutter Luo You sie in ihr christliches Weltbild einsortiert, solange sie keine Statuen sprengt, Tempel zu Kirchen umbaut oder buddhistische Nonnen und Mönche als Ketzer hinrichtet.
Totalüberfremdung am Strand bei Kending, heutiger Stand gegen 15.30 Uhr - Bei Dresdner Verhältnissen (Problem-Entwicklung Gering-Intelligenter Deutschtümelnder Aktivisten) und fast 100 % Adoka (Langnasen) abgesehen von Sonnenschirmvermietern, Strandwächtern und Barbedienung wäre die Gründung einer PAGODE (Panische Asiaten Gegen die Oriententzauberung Durch Europide) zu befürchten.
"Was für ein lustiges Land Deutschland ist", kommentierte die Ehefrau aufgrund der permanenten PEGIDA-Nachrichten in den Systemmedien. Luo You wollte dem zustimmen, wenn denn nicht die deutsche Vergangenheit zeigt, dass Irrsinn und Fanatismus in die übelste Situation führen können. Die Frage wird zu beantworten sein, wie der Prozess zu einer säkularen und aufgeklärten Weltordnung wieder aufgenommen und forciert werden kann. Weder der Bau von Moscheen noch der sonntägliche Kirchenbesuch oder eine Stimmabgabe für die Freunde der PEGIDA wird die Antwort dazu liefern.
Hort der Götzenanbetung am Sonnen-Mond-See - der ehrwürdige Xuanzang-Tempel
Wie brutal war ich als Kind noch in den 1960er und 1970er Jahren genötigt worden, stets an der Knieschmerzen verursachenden sonntäglichen Messe teilzunehmen, alle Sakramente der heiligen katholischen Kirche zu inhalieren und mich bloß nicht vom Religionsunterricht - bei dem es schon längst mehr um ethische als um Glaubensfragen ging - in der Schule abzumelden. Erst mit dem stärkeren Lösen vom Elternhaus konnte ich das nachvollziehen, was gesellschaftlich schon viel früher durch die 1968er erreicht worden war.
Die einzige Erklärung für das mütterliche Verhalten, vor den vergoldeten Holzstatuen die Hände zu falten und sich zu verbeugen, kann nur im christlichen Respekt für die nächsten Mitmenschen liegen. Der allmächtige Christengott könnte es doch nie zulassen, dass so freundliche und höfliche Menschen einem Irrglauben unterliegen. Also müssen etwa der verehrte Mönch, der heilige Schriften des Buddhismus von Indien nach China brachte, oder die Minister, die aufgrund ihrer Wohltaten für die Menschen zu Göttern wurden, ihre Anbetungswürdigkeit nur deshalb erhalten haben, weil der christliche Gott dies zuließ. Sie symbolisieren und bestätigen in ihrer eigenen Art, dass es Gott gibt. Da bleibt dann nur der offene Punkt, warum den heidnischen Asiaten von Gott nicht gleich und direkt der wahre Glaube offenbart wurde. Dies wird wohl Gottes Geheimnis bleiben, warum weiterhin zähe Missionsarbeit in Asien nötig ist. Außerdem sei auch an die ziemlich klaren Aussagen in den zehn Geboten erinnert.
Erfolg hatten die Missionare jedenfalls bei einer Landsmännin meiner Ehefrau, die uns gegenüber ihr Christsein in Bauer Steins Pflaumenplantage bekannte, mir mit einem "Hello" um den Hals fiel, "I love you" rief, mich küsste, den Besuch in Deutschland ankündigte und ihre Email hinterließ - nicht übertrieben. Sie ist deshalb Christin, um ihr Leben zu genießen, sagte sie. Ja ist den schon die Hochzeit im rheinischen Karneval? "Sehr untaiwanesisch", meinte die beste Ehefrau von allen, die auch die junge Frau innerhalb ihrer christlichen Reisegruppe aus Taoyuan als außergewöhnlich empfand. Viel besser als religiöse Fanatiker, dachte Luo You in Anbetracht aktueller Ereignisse.
Den Buddhisten, Taoisten und anderen Fremdgläubigen dürfte es ziemlich egal sein, wie Mutter Luo You sie in ihr christliches Weltbild einsortiert, solange sie keine Statuen sprengt, Tempel zu Kirchen umbaut oder buddhistische Nonnen und Mönche als Ketzer hinrichtet.
Totalüberfremdung am Strand bei Kending, heutiger Stand gegen 15.30 Uhr - Bei Dresdner Verhältnissen (Problem-Entwicklung Gering-Intelligenter Deutschtümelnder Aktivisten) und fast 100 % Adoka (Langnasen) abgesehen von Sonnenschirmvermietern, Strandwächtern und Barbedienung wäre die Gründung einer PAGODE (Panische Asiaten Gegen die Oriententzauberung Durch Europide) zu befürchten.
"Was für ein lustiges Land Deutschland ist", kommentierte die Ehefrau aufgrund der permanenten PEGIDA-Nachrichten in den Systemmedien. Luo You wollte dem zustimmen, wenn denn nicht die deutsche Vergangenheit zeigt, dass Irrsinn und Fanatismus in die übelste Situation führen können. Die Frage wird zu beantworten sein, wie der Prozess zu einer säkularen und aufgeklärten Weltordnung wieder aufgenommen und forciert werden kann. Weder der Bau von Moscheen noch der sonntägliche Kirchenbesuch oder eine Stimmabgabe für die Freunde der PEGIDA wird die Antwort dazu liefern.
Sonntag, 28. Dezember 2014
Rückblick zum Jahresende – Taiwan 2002 und 2014
Meine zweite Reise nach Taiwan 2002
Im Jahr 2002 starte ich zum zweiten Mal zu der bezaubernden subtropischen Insel zwischen Pazifik und Formosastraße. Auf der Reisestrecke lagen nach dem - damals noch – Chiang-Kai-Shek-Flughafen Kaohsiung insbeswondere mit dem buddhistischen Zentrum Fo Guan Shan, die Stadt Meinung mit ihrem Hakka-Museum, Kenting mit der Jugendherberge im chinesischen Stil unterhalb des Froschfelsens sowie dem später durch einen Film sehr populären Chateau-Hotel, dann das Gebiet von Alishan mit der Jugendherberge in Erwanping, der Berggegend um Tatajia, der Bahnhof von Fenqihu. Der Abschluss dieser Reise führte mich nach Taipei. In Erinnerung geblieben sind die Schwefelquellen am Yangminshan und die damals zum Restaurant adaptierte frühere amerikanische Botschaft.
Erst von Kaohsiung in den nahen Osten, nämlich das Gebiet um Meinung, in dem die Volksgruppe der Hakka lebt, dann in den Süden ins Urlaubsgebiet um Kenting. Dann folgte die Route nach Norden in die Berge von Alishan und anschließend nach Taipei in die Hauptstadt.
Vor 12 Jahren fehlte dem Kloster Fo Guan Shan noch das Monumentale.
Aber damals wie heute straht die alte Haupthalle des buddistischen Klosters Spiritualität und Erhabenheit aus.
Die Reise war übrigens meine erste Begenung mit Kenting, dem Urlaubsgebeit im Süden Taiwans. Sehnsüchtig blickte 2002 in Eluanbi an der Südspitze der Insel der Generalissimo Chiang Kai-Shek als Statue in Richtung des chinesischen Festland und träumte noch von dessen kriegerischer Rückeroberung der verlorenen Gebiete, die wieder Millionen Menschen unendliches Leid gebracht hätte.
Heute sind viele der Statuen im Cihu-Skulpturen-Park vom Daxi versammelt. Prominente Plätze wurden nicht wegen der – etwa wie hier in Eluanbi - fotografierenden chinesischen Touristen freigemacht, sondern weil während der Regierungszeit der DPP diese Huldigung des ehemaligen Diktators unpassend in der sich fortschreitend demokratisierencen Gesellschaft Taiwans empfunden wurde. Übrigens waren damals trotz der heute fehlenden Statuen viele Plätze und Orte mit Interesse für ausländische Besucher signifikant leerer. Ob ich irgendwann einmal die silberne Ehrennadel der Gemeinde Kenting für den 25. Urlaubsaufenhalt dort bekommen werde?
Eigentlich ein Muss für den Taiwan-Touristen: Die Waldeisenbahn von Alishan. Nach 2002 gingen verschiedene Taifune, subtropische Regenschauer und Erdrutsche über die schmalspurige Gebirgsbahn nieder.
Deshalb fährt seit Jahren kein Zug mehr auf dem Hauptabschnitt der Bahn. Obwohl einige wichtige Brücken und aufwändige Bauten für die Strecke wieder errichtet wurden, deutet die Baustellenatmosphäre insgesamt darauf hin, dass der betriebslose Zustand noch einige Zeit andauern wird.
Der Bahnhof von Erwanping. Nett waren die Abende mit Herrn Bahnhofsvorsteher Shr in seinem kleinen Stationshaus bei Heineken-Bier und Suntori-Whiskey.
Zwar ist das Bahnhofsgebäude mit einer Holzverkleidung, doch dürfte der Vorsteher längst in Pension sein oder wurde ins Flachland vor der Endstation in Chiayi versetzt. Augenscheinlich waren zwei Drittel des Bahnhofsgeländes den Steilhand hinab gerutscht. Hergestellt ist das Areal wieder, nur fehlen noch neben einem vorhandenen Bauzuggleis die Gleise für die Personenzüge.
Ehehölle Yangminshan – Bei Schwefeldämpfen halten sich die Brautjungfern die Nase zu. Luo You hat zu dem Zeitpunkt kaum erwartet nur wenige Jahre später in gleicher Weise für posen. Zumindest waren für die Fotos die Hintergründe himmlischer und weniger höllisch.
Für das Jahr 2015 bin ich sehr gespannt, wohin sich Taiwan weiter entwickeln wird. Auf den Jahreswechsel in Kaohsiung freut sich Luo You jedenfalls schon. Allen Lesern und Freunden wünsche ich herzlichst alles Gute!
Im Jahr 2002 starte ich zum zweiten Mal zu der bezaubernden subtropischen Insel zwischen Pazifik und Formosastraße. Auf der Reisestrecke lagen nach dem - damals noch – Chiang-Kai-Shek-Flughafen Kaohsiung insbeswondere mit dem buddhistischen Zentrum Fo Guan Shan, die Stadt Meinung mit ihrem Hakka-Museum, Kenting mit der Jugendherberge im chinesischen Stil unterhalb des Froschfelsens sowie dem später durch einen Film sehr populären Chateau-Hotel, dann das Gebiet von Alishan mit der Jugendherberge in Erwanping, der Berggegend um Tatajia, der Bahnhof von Fenqihu. Der Abschluss dieser Reise führte mich nach Taipei. In Erinnerung geblieben sind die Schwefelquellen am Yangminshan und die damals zum Restaurant adaptierte frühere amerikanische Botschaft.
Erst von Kaohsiung in den nahen Osten, nämlich das Gebiet um Meinung, in dem die Volksgruppe der Hakka lebt, dann in den Süden ins Urlaubsgebiet um Kenting. Dann folgte die Route nach Norden in die Berge von Alishan und anschließend nach Taipei in die Hauptstadt.
Vor 12 Jahren fehlte dem Kloster Fo Guan Shan noch das Monumentale.
Aber damals wie heute straht die alte Haupthalle des buddistischen Klosters Spiritualität und Erhabenheit aus.
Die Reise war übrigens meine erste Begenung mit Kenting, dem Urlaubsgebeit im Süden Taiwans. Sehnsüchtig blickte 2002 in Eluanbi an der Südspitze der Insel der Generalissimo Chiang Kai-Shek als Statue in Richtung des chinesischen Festland und träumte noch von dessen kriegerischer Rückeroberung der verlorenen Gebiete, die wieder Millionen Menschen unendliches Leid gebracht hätte.
Heute sind viele der Statuen im Cihu-Skulpturen-Park vom Daxi versammelt. Prominente Plätze wurden nicht wegen der – etwa wie hier in Eluanbi - fotografierenden chinesischen Touristen freigemacht, sondern weil während der Regierungszeit der DPP diese Huldigung des ehemaligen Diktators unpassend in der sich fortschreitend demokratisierencen Gesellschaft Taiwans empfunden wurde. Übrigens waren damals trotz der heute fehlenden Statuen viele Plätze und Orte mit Interesse für ausländische Besucher signifikant leerer. Ob ich irgendwann einmal die silberne Ehrennadel der Gemeinde Kenting für den 25. Urlaubsaufenhalt dort bekommen werde?
Eigentlich ein Muss für den Taiwan-Touristen: Die Waldeisenbahn von Alishan. Nach 2002 gingen verschiedene Taifune, subtropische Regenschauer und Erdrutsche über die schmalspurige Gebirgsbahn nieder.
Deshalb fährt seit Jahren kein Zug mehr auf dem Hauptabschnitt der Bahn. Obwohl einige wichtige Brücken und aufwändige Bauten für die Strecke wieder errichtet wurden, deutet die Baustellenatmosphäre insgesamt darauf hin, dass der betriebslose Zustand noch einige Zeit andauern wird.
Der Bahnhof von Erwanping. Nett waren die Abende mit Herrn Bahnhofsvorsteher Shr in seinem kleinen Stationshaus bei Heineken-Bier und Suntori-Whiskey.
Zwar ist das Bahnhofsgebäude mit einer Holzverkleidung, doch dürfte der Vorsteher längst in Pension sein oder wurde ins Flachland vor der Endstation in Chiayi versetzt. Augenscheinlich waren zwei Drittel des Bahnhofsgeländes den Steilhand hinab gerutscht. Hergestellt ist das Areal wieder, nur fehlen noch neben einem vorhandenen Bauzuggleis die Gleise für die Personenzüge.
Ehehölle Yangminshan – Bei Schwefeldämpfen halten sich die Brautjungfern die Nase zu. Luo You hat zu dem Zeitpunkt kaum erwartet nur wenige Jahre später in gleicher Weise für posen. Zumindest waren für die Fotos die Hintergründe himmlischer und weniger höllisch.
Für das Jahr 2015 bin ich sehr gespannt, wohin sich Taiwan weiter entwickeln wird. Auf den Jahreswechsel in Kaohsiung freut sich Luo You jedenfalls schon. Allen Lesern und Freunden wünsche ich herzlichst alles Gute!
Montag, 31. März 2014
Der Ursprung der Wale
Keine wirklich guten Nachrichten
Für nur 48.000 chinesische Renminbi (5.608,44 Euro nach heutigem Kurs) nach Taiwan auswandern? Mit einem Geschäftsvisum und danach einer ständigen Aufenthaltsgenehmigung beim Immobilienkauf? In den Genuß einer guten Krankenversicherung und medizinischen Versorgung kommen? Keine Geburtenkontrolle und 12 Jahre Schulbildung auf Staatskosten? Familienzusammenführung auf Taiwan? Die Chance, dass alle Familienangehörigen ein Geschäft gründen können? In Taiwan geborene Kinder die Staatsangehörigkeit der Republik China erhalten?
Die Volksrepublik China muss schlimm sein, dass so für eine Auswanderung nach Taiwan geworben wird, über die Fu Ludigel in seinem Blog schrieb.
Und was machen die Taiwaner? Nicht nur der beliebte Blogger und eine meiner Nichten protestieren, sondern auch zigtausende andere Menschen gingen gegen die Annäherung an die Volksrepublik China in Taipei auf die Straße.
Aber es gibt auch bessere Nachrichten vom heutigen Tage. Nach Auffassung des internationalen Gerichtshofs in Den Haag muss Japan die Jagd auf die Wale in der Antarktis beenden.
Vor dem Aquarium von Hengchun zeigen sich beeindruckend die mächtigen Meeressäuger als sprudelnd-spritzende Skulpturen.
Dabei trägt Taiwan durchaus eine Mitschuld am früheren Abschlachten der Wale, sei es durch die Nachfrage für die Küche im Land, wie auch durch Fangpiraterie und eigene Jagd. So sah der Autor vor einigen Jahren in einem Restaurant, das so heute nicht mehr besteht, nahe einem kleinen Fischerhafen bei Kending ein historisches Foto von der Anlandung eines großen Wals, von dem auch die Wirtin berichten konnte.
Die Entwicklung der Wale, so wie sie im Meeresaquarium illustriert wird, und ihre Gefährdung erinnert stark an Loriots wilden Waldmops dessen einstmals mächtige Schaufeln zurückgezüchtet wurden, da ein Zwölfender sich kaum zum Schosshund für ältere Damen eignet.
In Kombination mit dem, was das Besucherzentrum des Nationalparks Kending ausgestopft präsentierte, wird klar: Die Wale stammen vom taiwanischen Reh ab.
Bleibt für die Wale zu hoffen, dass sie weder zurückgezüchtet werden noch ihnen durch andere profitorientierte Walfängernationen an Stelle der Japaner der Garaus gemacht wird. Zudem stellt sich die Frage, wo es jetzt mit der japanischen Jagd weiter geht, wenn diese in der Antarktis beendet wird. Also, wirklich gut scheint diese Nachricht dann doch nicht zu sein.
Für nur 48.000 chinesische Renminbi (5.608,44 Euro nach heutigem Kurs) nach Taiwan auswandern? Mit einem Geschäftsvisum und danach einer ständigen Aufenthaltsgenehmigung beim Immobilienkauf? In den Genuß einer guten Krankenversicherung und medizinischen Versorgung kommen? Keine Geburtenkontrolle und 12 Jahre Schulbildung auf Staatskosten? Familienzusammenführung auf Taiwan? Die Chance, dass alle Familienangehörigen ein Geschäft gründen können? In Taiwan geborene Kinder die Staatsangehörigkeit der Republik China erhalten?
Die Volksrepublik China muss schlimm sein, dass so für eine Auswanderung nach Taiwan geworben wird, über die Fu Ludigel in seinem Blog schrieb.
Und was machen die Taiwaner? Nicht nur der beliebte Blogger und eine meiner Nichten protestieren, sondern auch zigtausende andere Menschen gingen gegen die Annäherung an die Volksrepublik China in Taipei auf die Straße.
Aber es gibt auch bessere Nachrichten vom heutigen Tage. Nach Auffassung des internationalen Gerichtshofs in Den Haag muss Japan die Jagd auf die Wale in der Antarktis beenden.
Vor dem Aquarium von Hengchun zeigen sich beeindruckend die mächtigen Meeressäuger als sprudelnd-spritzende Skulpturen.
Dabei trägt Taiwan durchaus eine Mitschuld am früheren Abschlachten der Wale, sei es durch die Nachfrage für die Küche im Land, wie auch durch Fangpiraterie und eigene Jagd. So sah der Autor vor einigen Jahren in einem Restaurant, das so heute nicht mehr besteht, nahe einem kleinen Fischerhafen bei Kending ein historisches Foto von der Anlandung eines großen Wals, von dem auch die Wirtin berichten konnte.
Die Entwicklung der Wale, so wie sie im Meeresaquarium illustriert wird, und ihre Gefährdung erinnert stark an Loriots wilden Waldmops dessen einstmals mächtige Schaufeln zurückgezüchtet wurden, da ein Zwölfender sich kaum zum Schosshund für ältere Damen eignet.
In Kombination mit dem, was das Besucherzentrum des Nationalparks Kending ausgestopft präsentierte, wird klar: Die Wale stammen vom taiwanischen Reh ab.
Bleibt für die Wale zu hoffen, dass sie weder zurückgezüchtet werden noch ihnen durch andere profitorientierte Walfängernationen an Stelle der Japaner der Garaus gemacht wird. Zudem stellt sich die Frage, wo es jetzt mit der japanischen Jagd weiter geht, wenn diese in der Antarktis beendet wird. Also, wirklich gut scheint diese Nachricht dann doch nicht zu sein.
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Taiwan 2013 / 2014
Mittwoch, 12. Februar 2014
Haut ab von meiner Insel!
Spaziergang in Eluanbi und Frühlingsfest in Düsseldorf
„Haut ab von meiner Insel“, murmelte die beste Ehefrau von allen angesichts der Plakate, Aktivisten, Lautsprecherpropaganda, der von volksrepublikanischen Reiseführen angeführten und regimetreuen Aufpassern begleiteten Gruppen, die wir an den schönsten Orten von Südtaiwan trafen.
Neben dem einen und anderen Máo Fěi (毛匪), der sich anschaut, was untrennbarer Bestandteil Chinas sein soll und auf den Anspruch erhoben wird, trafen wir in Éluánbí (鵝鑾鼻), dem Kap an der Südspitze Taiwans, auch auf Demonstranten der religiösen Meditationsbewegung Falun Gong , welche die Absicht haben, passierende Festlandschinesen zu verunsichern.
Welche Denkweisen dort aneinander vorbei gehen, lässt sich anhand der Kommentare, die teilweise in einem wenig deutsch klingenden Deutsch verfasst sind, unter der Spiegel-Artikel über die jüngsten Regierungsgespräche zwischen der Republik China und der Volksrepublik China erahnen. Da haben einige volksrepublikanische Studenten bestimmt wieder viel Zeit zwischen den Vorlesungen gehabt.
Wenn ich auch keine Parallelen zur NS-Zeit in Taiwan sehe, kann ich doch dem einen oder anderen Kommentar gut folgen, die Gedanken meiner letzten Artikel in diesem Blog aufgreifen.
Verfolgung und Greueltaten in der Volksrepublik China werden den Besuchern des Parks von Éluánbí (鵝鑾鼻) vor die Nase gehalten. Die freie Meinungsäußerung ist in Taiwan fast uneingeschränkt möglich. Unpassend wirkt der Ort, Andersdenkende und Unwissende auf Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen. Das dies nicht allen Taiwanern gefällt, die hierhin kommen, um den Natur und Freizeitraum zu genießen und zu entspannen, ist durchaus nachvollziehbar.
Was ist zu tun? Wenn die Mächtigen und Reichen auf beiden Seiten der Taiwan Straße aus Gier die Annäherung wollen, wird es für die Menschen schwierig. Die Regierung und Eigentümer der Medien bestimmen, wie und mit welchen Inhalten die Massen berieselt werden. Eine politische Bildung findet nur insoweit statt, wie sie mit den staatlichen und ökonomischen Zielen konform ist. Auch ein Fernsehsender, wie der BBC, ist deshalb absolut systemkonform.
Fujian und Taiwan - Politisch korrekte Kartendarstellung aller Leuchttürme im Wärterhaus des Leuchtturm von Éluánbí (鵝鑾鼻). Keine Republik, keine Volksrepublik, kein China, nur die Namen der Provinzen werden genannt. Die Landmassen sind farblich gleich angelegt. So werden mögliche Verunsicherungen vermieden.
Ein Wandel kann meines Erachtens nur durch andere Wahlergebnisse, einer Unterstützung von Opposition und Bürgerrechtsbewegungen hervorgerufen werden. So bleibt zu hoffen, dass die demokratische Fortschrittspartei DPP bei der nächsten Wahl die Regierung ablösen kann, um diese unselige Entwicklung zu stoppen. Wie ich das sehe, können wir als Ausländer dies nur durch private Gespräche mit vielen Menschen und Internetaktivitäten unterstützen.
Gelegenheit zum Dialog mit Taiwanern – Die Taiwanvereine in Westdeutschland und der Rat für Angelegenheiten der Überseegemeinschaft OCAC haben zum chinesischen Neujahrsfest am 9. Februar 2014 in Düsseldorf eingeladen. Besondere Gäste waren die O-kai Sänger (歐開合唱團), die A-Capella die jazzig Melodien der Ureinwohner Taiwans und bekannte englisch- und chinesischsprachige Stücke interpretierten und kombinierten. Die gelungene und runde Darbietung auf der Bühne gefiel sogar Luo You, der ansonsten instrumental und jazz-frei bevorzugt.
P. S. Es macht durchaus Sinn gegenüber den Taiwaner für die Einführung einer Demokratie nach Schweizer Vorbild zu werben. Vielleicht gibt es danach einen erfolgreichen Volksentscheidung, um die asiatische Urlaubsmigration radikal zu begrenzen und eine angenehme Zugänglichkeit von Orten wie Alishan für den Familienbesucher aus Europa wieder herzustellen.
„Haut ab von meiner Insel“, murmelte die beste Ehefrau von allen angesichts der Plakate, Aktivisten, Lautsprecherpropaganda, der von volksrepublikanischen Reiseführen angeführten und regimetreuen Aufpassern begleiteten Gruppen, die wir an den schönsten Orten von Südtaiwan trafen.
Neben dem einen und anderen Máo Fěi (毛匪), der sich anschaut, was untrennbarer Bestandteil Chinas sein soll und auf den Anspruch erhoben wird, trafen wir in Éluánbí (鵝鑾鼻), dem Kap an der Südspitze Taiwans, auch auf Demonstranten der religiösen Meditationsbewegung Falun Gong , welche die Absicht haben, passierende Festlandschinesen zu verunsichern.
Welche Denkweisen dort aneinander vorbei gehen, lässt sich anhand der Kommentare, die teilweise in einem wenig deutsch klingenden Deutsch verfasst sind, unter der Spiegel-Artikel über die jüngsten Regierungsgespräche zwischen der Republik China und der Volksrepublik China erahnen. Da haben einige volksrepublikanische Studenten bestimmt wieder viel Zeit zwischen den Vorlesungen gehabt.
Wenn ich auch keine Parallelen zur NS-Zeit in Taiwan sehe, kann ich doch dem einen oder anderen Kommentar gut folgen, die Gedanken meiner letzten Artikel in diesem Blog aufgreifen.
Verfolgung und Greueltaten in der Volksrepublik China werden den Besuchern des Parks von Éluánbí (鵝鑾鼻) vor die Nase gehalten. Die freie Meinungsäußerung ist in Taiwan fast uneingeschränkt möglich. Unpassend wirkt der Ort, Andersdenkende und Unwissende auf Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen. Das dies nicht allen Taiwanern gefällt, die hierhin kommen, um den Natur und Freizeitraum zu genießen und zu entspannen, ist durchaus nachvollziehbar.
Was ist zu tun? Wenn die Mächtigen und Reichen auf beiden Seiten der Taiwan Straße aus Gier die Annäherung wollen, wird es für die Menschen schwierig. Die Regierung und Eigentümer der Medien bestimmen, wie und mit welchen Inhalten die Massen berieselt werden. Eine politische Bildung findet nur insoweit statt, wie sie mit den staatlichen und ökonomischen Zielen konform ist. Auch ein Fernsehsender, wie der BBC, ist deshalb absolut systemkonform.
Fujian und Taiwan - Politisch korrekte Kartendarstellung aller Leuchttürme im Wärterhaus des Leuchtturm von Éluánbí (鵝鑾鼻). Keine Republik, keine Volksrepublik, kein China, nur die Namen der Provinzen werden genannt. Die Landmassen sind farblich gleich angelegt. So werden mögliche Verunsicherungen vermieden.
Ein Wandel kann meines Erachtens nur durch andere Wahlergebnisse, einer Unterstützung von Opposition und Bürgerrechtsbewegungen hervorgerufen werden. So bleibt zu hoffen, dass die demokratische Fortschrittspartei DPP bei der nächsten Wahl die Regierung ablösen kann, um diese unselige Entwicklung zu stoppen. Wie ich das sehe, können wir als Ausländer dies nur durch private Gespräche mit vielen Menschen und Internetaktivitäten unterstützen.
Gelegenheit zum Dialog mit Taiwanern – Die Taiwanvereine in Westdeutschland und der Rat für Angelegenheiten der Überseegemeinschaft OCAC haben zum chinesischen Neujahrsfest am 9. Februar 2014 in Düsseldorf eingeladen. Besondere Gäste waren die O-kai Sänger (歐開合唱團), die A-Capella die jazzig Melodien der Ureinwohner Taiwans und bekannte englisch- und chinesischsprachige Stücke interpretierten und kombinierten. Die gelungene und runde Darbietung auf der Bühne gefiel sogar Luo You, der ansonsten instrumental und jazz-frei bevorzugt.
P. S. Es macht durchaus Sinn gegenüber den Taiwaner für die Einführung einer Demokratie nach Schweizer Vorbild zu werben. Vielleicht gibt es danach einen erfolgreichen Volksentscheidung, um die asiatische Urlaubsmigration radikal zu begrenzen und eine angenehme Zugänglichkeit von Orten wie Alishan für den Familienbesucher aus Europa wieder herzustellen.
Sonntag, 19. Januar 2014
Das Essen der Schwiegermütter
Club Sandwich & Reis
Ab einem gewissen Alter scheint die Lust auf Abenteuer beim Essensgenuss zurück zu gehen. Vielleicht bestand diese Abenteuerlust niemals bei einigen Menschen. Was einem als Kind zum Mund geführt wird, bleibt bis zum Ende die bevorzugte Nahrung und nichts anderes.
Als meine Schwiegermutter vor einigen Jahren Deutschland bereiste, war klar, dass der Weg regelmäßig in die überwiegend von Vietnamnesen geführten deutschen Chinarestaurants ging. Nur keine Experimente für Zunge und Magen im Barbarenland! Als sicherstes Gericht auf der Speisekarte, bei dem die Küche wenig falsch machen kann, galt der gebratene Reis. Reis ist Grundnahrungsmittel, Gemüse, Eier und eventuelle eingestreute Schrimps oder Hähnchenfleisch sind auch als verträglich bekannt. So wurde dieses Gericht stets bestellt, wenn es nicht das befremdliche deutsche Frühstück mit den harten Brötchen und wenig warmer Kost gab.
Und umgekehrt? Favorit der Schwiegermutter meiner Ehefrau wurde das „Club Sandwich“ oder frei aus dem chinesischen übersetzt das „Sandwich komplett“. Das sieht zunächst recht einfach und gut aus, was da die Hotelküche zu einem günstigen Preis und mit geringen Aufschlag in das geräumige Hotelzimmer liefert. Käse, frischer Eisbergsalat, Tomaten und Gurken, Schinkenspeck und Ei machen eine runde Mahlzeit daraus. In vier Dreiecke geschnitten und mit Pommes in der Mitte gefüllt wirkt der Teller hübsch arrangiert. Alles schmeckt sehr lecker. Mir ist es bisher noch nicht gelungen, dass in Deutschland so köstlich nachzubauen, obwohl auch hier alle Zutaten vorhanden sein sollten.
Jeden Abend Begeisterung über „Club Sandwich“ auf dem Zimmer war für meine Frau ein eher erschreckendes Szenario. Wer als Taiwaner etliche Monate in der kulinarischen Wüste Deutschlands verbracht hatte, dürstete nach der Vielfalt und den Genüssen der Küchen in der Heimat. So konnten doch Alternativen gefunden werden, die dem „Club Sandwich“ in nichts nachstanden. Umgekehrt hätte das in Deutschland mit meiner Schwiegermutter und dem bewährten gebratenen Reis bestimmt nicht funktioniert.
Kein Essen für die deutsche Schwiegermutter der Ehefrau: das chinesisches Frühstück. Neben dem Reisbrei (Zhōu / 粥 oder auf Englisch „Congee“), hier bestreut mit getrockneten und geschredderten Schweinefleisch, gibt es eingelegte Gurkenscheiben, Bambusstreifen in Chiliöl, aus Tofu den getrockneten Dòugān (豆乾) und süßen Dòuzǎo (豆棗), den weicheren Gluten mit Erdnüssen, zudem geröstete Erdnüsse, Gemüse wie Mangold, Sellerie oder Kohl, die hellen Reisbrötchen Mántou (饅頭) sowie Teigbällchen mit Fleischfüllung und vieles mehr. Dazu gibt es einen Becher mit leckerer, rein pflanzlicher Sojamilch.
So war es für die Schwiegermutter meiner Frau gut, dass es beim Hotelbuffet auch Toast mit Schinken und Rührei oder Käse, Croissants mit Erdbeermarmelade, Butter von Oldenburg oder aus Neuseeland sowie Salate, Obst und Müsli gab.
Eigentlich dürften alle Gästehäuser und Hotels heute über einen Kaffeeautomaten meistens schweizerischer Herkunft verfügen, der den Kaffee amerikanisch, manchmal als Capuccino oder Lattee, wenn eine gekühlte Milchbox angeschlossen ist, frisch aufbrüht. Die Zeiten abgestandenen und bitteren Kaffees aus der Glaskanne oder süßen Pulverkaffee mit Milch aus der Fertigmischung 3-in-1 sollten vorbei sein, abgesehen von den Motels und einigen Jugendherbergen.
Diese Entwicklung gefördert haben neben der veränderten Nachfrage der Taiwaner auch die „Convience Stores“. Nach dem Starter Starbucks haben 7Eleven und Co mit ihren Café-Angeboten in den vergangenen Jahren Standards geschaffen, die kaum ein Gastronomiebetrieb ignorieren kann. Es ist heute schon sehr ungewöhnlich in einer Herberge gar keinen Kaffee zu bekommen.
Ich kann mich allerdings an einen Aufenthalt in Alishan im April 2005 erinnern, wo der erste Weg aus dem Hotel morgens in eine Bar führte, um einen richtigen Kaffee zum oder besser direkt nach dem eigentlichen Frühstück zu bekommen. Das Heißgetränk ist für die meisten Deutschen eben ein „Muß“ am Morgen und komplettiert den Tag.
Ab einem gewissen Alter scheint die Lust auf Abenteuer beim Essensgenuss zurück zu gehen. Vielleicht bestand diese Abenteuerlust niemals bei einigen Menschen. Was einem als Kind zum Mund geführt wird, bleibt bis zum Ende die bevorzugte Nahrung und nichts anderes.
Als meine Schwiegermutter vor einigen Jahren Deutschland bereiste, war klar, dass der Weg regelmäßig in die überwiegend von Vietnamnesen geführten deutschen Chinarestaurants ging. Nur keine Experimente für Zunge und Magen im Barbarenland! Als sicherstes Gericht auf der Speisekarte, bei dem die Küche wenig falsch machen kann, galt der gebratene Reis. Reis ist Grundnahrungsmittel, Gemüse, Eier und eventuelle eingestreute Schrimps oder Hähnchenfleisch sind auch als verträglich bekannt. So wurde dieses Gericht stets bestellt, wenn es nicht das befremdliche deutsche Frühstück mit den harten Brötchen und wenig warmer Kost gab.
Und umgekehrt? Favorit der Schwiegermutter meiner Ehefrau wurde das „Club Sandwich“ oder frei aus dem chinesischen übersetzt das „Sandwich komplett“. Das sieht zunächst recht einfach und gut aus, was da die Hotelküche zu einem günstigen Preis und mit geringen Aufschlag in das geräumige Hotelzimmer liefert. Käse, frischer Eisbergsalat, Tomaten und Gurken, Schinkenspeck und Ei machen eine runde Mahlzeit daraus. In vier Dreiecke geschnitten und mit Pommes in der Mitte gefüllt wirkt der Teller hübsch arrangiert. Alles schmeckt sehr lecker. Mir ist es bisher noch nicht gelungen, dass in Deutschland so köstlich nachzubauen, obwohl auch hier alle Zutaten vorhanden sein sollten.
Jeden Abend Begeisterung über „Club Sandwich“ auf dem Zimmer war für meine Frau ein eher erschreckendes Szenario. Wer als Taiwaner etliche Monate in der kulinarischen Wüste Deutschlands verbracht hatte, dürstete nach der Vielfalt und den Genüssen der Küchen in der Heimat. So konnten doch Alternativen gefunden werden, die dem „Club Sandwich“ in nichts nachstanden. Umgekehrt hätte das in Deutschland mit meiner Schwiegermutter und dem bewährten gebratenen Reis bestimmt nicht funktioniert.
Kein Essen für die deutsche Schwiegermutter der Ehefrau: das chinesisches Frühstück. Neben dem Reisbrei (Zhōu / 粥 oder auf Englisch „Congee“), hier bestreut mit getrockneten und geschredderten Schweinefleisch, gibt es eingelegte Gurkenscheiben, Bambusstreifen in Chiliöl, aus Tofu den getrockneten Dòugān (豆乾) und süßen Dòuzǎo (豆棗), den weicheren Gluten mit Erdnüssen, zudem geröstete Erdnüsse, Gemüse wie Mangold, Sellerie oder Kohl, die hellen Reisbrötchen Mántou (饅頭) sowie Teigbällchen mit Fleischfüllung und vieles mehr. Dazu gibt es einen Becher mit leckerer, rein pflanzlicher Sojamilch.
So war es für die Schwiegermutter meiner Frau gut, dass es beim Hotelbuffet auch Toast mit Schinken und Rührei oder Käse, Croissants mit Erdbeermarmelade, Butter von Oldenburg oder aus Neuseeland sowie Salate, Obst und Müsli gab.
Eigentlich dürften alle Gästehäuser und Hotels heute über einen Kaffeeautomaten meistens schweizerischer Herkunft verfügen, der den Kaffee amerikanisch, manchmal als Capuccino oder Lattee, wenn eine gekühlte Milchbox angeschlossen ist, frisch aufbrüht. Die Zeiten abgestandenen und bitteren Kaffees aus der Glaskanne oder süßen Pulverkaffee mit Milch aus der Fertigmischung 3-in-1 sollten vorbei sein, abgesehen von den Motels und einigen Jugendherbergen.
Diese Entwicklung gefördert haben neben der veränderten Nachfrage der Taiwaner auch die „Convience Stores“. Nach dem Starter Starbucks haben 7Eleven und Co mit ihren Café-Angeboten in den vergangenen Jahren Standards geschaffen, die kaum ein Gastronomiebetrieb ignorieren kann. Es ist heute schon sehr ungewöhnlich in einer Herberge gar keinen Kaffee zu bekommen.
Ich kann mich allerdings an einen Aufenthalt in Alishan im April 2005 erinnern, wo der erste Weg aus dem Hotel morgens in eine Bar führte, um einen richtigen Kaffee zum oder besser direkt nach dem eigentlichen Frühstück zu bekommen. Das Heißgetränk ist für die meisten Deutschen eben ein „Muß“ am Morgen und komplettiert den Tag.
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Taiwan 2013 / 2014
Sonntag, 8. Dezember 2013
Gibt es Seniorenteller in Taiwan?
Pläne und Gedanken zum Jahreswechsel 2013 / 2014
Seit auswärtige Touristen Taiwan fluten, wird das Reisen auf der „Ilha Formosa“ zunehmend schwieriger und teurer. Diese Erkenntnis lieferte die aktuelle Reiseplanung. Zudem werden auch Weihnachten und das westliche Neujahr als besondere Ereignisse und Erlebnistage so stark angenommen, dass die Hotelpreise an den Wochenenden und Feiertagen ins Unanständige steigen.
Scheinbar spielt auch das „1314“ (一三一四 / Yī Sān Yī Sì), für junge Paare eine Rolle bei der Bedeutungssteigerung des westlichen Neujahrstages, also der Wechsel vom Jahr 2013 zum Jahr 2014. 1314 klingt so ähnlich wie Yīshēng yīshì (一生一世) und das bedeutet so viel wie „Für das ganze Leben“. Diese glücksverheißende Zahlenkombination ist auch Teil unseres aktuellen Autokennzeichens. „Aber es sind 2013 und 2014, nicht 13 und 14“, wendet Luo You ein. „Man kann sich alles herbeidichten“, erwidert die beste Ehefrau von allen.
Es hilft, sich mit Freude an die guten und günstigen frühen Jahre zu erinnern, wo noch wenige Menschen um die schönsten Unterkünfte in Taiwan konkurrierten.
Die erste Unterkunft für die Reise in der zweiten Dezemberhälfte wird am Lotus See in Kaohsiung liegen. Vom dortigen Stadtbezirk Zuoying kann bequem die Familie besucht werden. Der See selber und der benachbarte botanische Garten erlauben Spaziergänge im Grünen oder zu Tempeln und Pagoden. Eine gute Taxidichte, Bahnhöfe und Metro in der Nähe ermöglichen es das Stadtzentrum und andere interessante Ziele, wie Fo Guan Shan schnell zu erreichen.
Diesmal werden wir seniorengerecht reisen. Geht das in Taiwan, dem Land, in dem Bürgersteige eine sensationelle Innovation darstellen? Ich denke ja, es wird gehen.
Ausgebucht! Heiligabend in den Bergen von Alishan ließ sich leider nicht mehr einrichten, so beliebt ist das kleine Gästehaus der fürsorglichen Familie Qiū und Zhōng. Es wird Luo Yous dritter Ferienaufenthalt dort sein. Die Kommentare bei Tripadvisor machen auf den fehlenden Lift im Haus aufmerksam und Schwierigkeit die steile Treppe im Lebensalter über 70 zu nehmen. Wir werden uns ausreichend Zeit nehmen und mit der gebotenen Vorsicht an die Sache herangegehen. Treppen in den deutschen Familienheimen der 1950er Jahre sind auch nicht anders.
Am 24. Dezember folgt den Bergen der Strand in der Nähe des Fullon Hotel in Kenting. Ziemlich blöd und kulturell immer noch gewöhnungsbedürftig ist in Taiwan, dass ein Großteil des Zimmerangebots in den Hotels aus riesigen Räumen für Familien mit zwei Kindern oder für 4 junge Menschen, die sich zwei Doppelbetten teilen wollen, besteht. Einzelzimmer sind vor allem in den Urlaubsgebieten eigentlich nicht zu bekommen. Selbst bei den (ebenfalls seltenen) Suiten fehlt in der Regel eine vernünftige Teilung in zwei separate Schlafzimmer. Dies gilt zumindest auf dem Niveau unseres verfügbaren Budgets.
Mit Wohlgefallen hat übrigens der Schreiber dieser Zeilen zur Kenntnis genommen, dass die Werbevideos für Gästehäuser in Taiwan, so etwa der Clip des Lánhǎi qíngtiān (藍海晴天) nicht nur immer professioneller sondern auch reizvoller werden. Dabei fokussiert sich der Blick mehr auf Po und Busen als auf die Pension. Einzig die Frage stellt sich, ob es sich bei den Darstellerinnen um die Töchter des Hauses, Dorfschönheiten aus Houwan oder bezahlte Models aus Hengchun handelt.
Leider werden angesichts in der Wintersaison und der taiwanischen Strandkultur wohl kaum „Nei Nei“ (内内 – hier mal anders) zu sehen sein.
Kaohsiung ist zu Neujahr voll. Also bleiben wir bis dahin in Kenting. Erst danach wird es wieder Platz in Sizihwan oder Xī Zǐ Wān (西子灣) am Stadtstrand geben.
Seit auswärtige Touristen Taiwan fluten, wird das Reisen auf der „Ilha Formosa“ zunehmend schwieriger und teurer. Diese Erkenntnis lieferte die aktuelle Reiseplanung. Zudem werden auch Weihnachten und das westliche Neujahr als besondere Ereignisse und Erlebnistage so stark angenommen, dass die Hotelpreise an den Wochenenden und Feiertagen ins Unanständige steigen.
Scheinbar spielt auch das „1314“ (一三一四 / Yī Sān Yī Sì), für junge Paare eine Rolle bei der Bedeutungssteigerung des westlichen Neujahrstages, also der Wechsel vom Jahr 2013 zum Jahr 2014. 1314 klingt so ähnlich wie Yīshēng yīshì (一生一世) und das bedeutet so viel wie „Für das ganze Leben“. Diese glücksverheißende Zahlenkombination ist auch Teil unseres aktuellen Autokennzeichens. „Aber es sind 2013 und 2014, nicht 13 und 14“, wendet Luo You ein. „Man kann sich alles herbeidichten“, erwidert die beste Ehefrau von allen.
Es hilft, sich mit Freude an die guten und günstigen frühen Jahre zu erinnern, wo noch wenige Menschen um die schönsten Unterkünfte in Taiwan konkurrierten.
Die erste Unterkunft für die Reise in der zweiten Dezemberhälfte wird am Lotus See in Kaohsiung liegen. Vom dortigen Stadtbezirk Zuoying kann bequem die Familie besucht werden. Der See selber und der benachbarte botanische Garten erlauben Spaziergänge im Grünen oder zu Tempeln und Pagoden. Eine gute Taxidichte, Bahnhöfe und Metro in der Nähe ermöglichen es das Stadtzentrum und andere interessante Ziele, wie Fo Guan Shan schnell zu erreichen.
Diesmal werden wir seniorengerecht reisen. Geht das in Taiwan, dem Land, in dem Bürgersteige eine sensationelle Innovation darstellen? Ich denke ja, es wird gehen.
Ausgebucht! Heiligabend in den Bergen von Alishan ließ sich leider nicht mehr einrichten, so beliebt ist das kleine Gästehaus der fürsorglichen Familie Qiū und Zhōng. Es wird Luo Yous dritter Ferienaufenthalt dort sein. Die Kommentare bei Tripadvisor machen auf den fehlenden Lift im Haus aufmerksam und Schwierigkeit die steile Treppe im Lebensalter über 70 zu nehmen. Wir werden uns ausreichend Zeit nehmen und mit der gebotenen Vorsicht an die Sache herangegehen. Treppen in den deutschen Familienheimen der 1950er Jahre sind auch nicht anders.
Am 24. Dezember folgt den Bergen der Strand in der Nähe des Fullon Hotel in Kenting. Ziemlich blöd und kulturell immer noch gewöhnungsbedürftig ist in Taiwan, dass ein Großteil des Zimmerangebots in den Hotels aus riesigen Räumen für Familien mit zwei Kindern oder für 4 junge Menschen, die sich zwei Doppelbetten teilen wollen, besteht. Einzelzimmer sind vor allem in den Urlaubsgebieten eigentlich nicht zu bekommen. Selbst bei den (ebenfalls seltenen) Suiten fehlt in der Regel eine vernünftige Teilung in zwei separate Schlafzimmer. Dies gilt zumindest auf dem Niveau unseres verfügbaren Budgets.
Mit Wohlgefallen hat übrigens der Schreiber dieser Zeilen zur Kenntnis genommen, dass die Werbevideos für Gästehäuser in Taiwan, so etwa der Clip des Lánhǎi qíngtiān (藍海晴天) nicht nur immer professioneller sondern auch reizvoller werden. Dabei fokussiert sich der Blick mehr auf Po und Busen als auf die Pension. Einzig die Frage stellt sich, ob es sich bei den Darstellerinnen um die Töchter des Hauses, Dorfschönheiten aus Houwan oder bezahlte Models aus Hengchun handelt.
Leider werden angesichts in der Wintersaison und der taiwanischen Strandkultur wohl kaum „Nei Nei“ (内内 – hier mal anders) zu sehen sein.
Kaohsiung ist zu Neujahr voll. Also bleiben wir bis dahin in Kenting. Erst danach wird es wieder Platz in Sizihwan oder Xī Zǐ Wān (西子灣) am Stadtstrand geben.
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Freitag, 12. Juli 2013
Chinesisches Frühstück in Bayern
Apartheid am Morgen?
Laut Spiegel-Online soll ein bayerisches Hotel die anderen Gäste auf die in der Frühstückszeit bis 7.30 Uhr erwarteten Chinesen und ihre Tischsitten hinweisen. Wer fremdartigen Verhalten entgehen will, kommt besser später.
Bayerisches Frühstück taiwanischer Selektion – Ohne unangenehm aufzufallen genossen wir im vergangenen Herbst unserer Frühstück trotz einer Staatsangehörigkeit der Republik China.
Meine Frau wies mich auf den Artikel und die darunter folgenden klassisch deutschen und amüsanten Kommentare hin, die von Fremdschämen und Rassismus bis zur Empörung über die fehlende Integrationswilligkeit der ausländischen Reisenden variieren.
Wellness-Frühstück bei Lao Wu – Unter den Hotelgästen erschien beim Frühstück nur das Paar vom chinesischen Festland förmlicher mit Krawatte und Kleid. Ich kann versichern, dass das Benehmen sämtlicher Gäste auch für die bayerischen Frühstückszeiten nach 8 Uhr angemessen war. Nur mit einem Kegelklub aus Hintermoching auf versehentlicher Alternativreise zu El Arenal, hätte ich den Frühstücksraum ungerne geteilt.
Wie empörend das Verhalten integrationsfeindlicher Touristen sein kann, hatte ich bereits im heiligen Land bei einer Rundreise vor mehr als einem Jahrzehnt erlebt. „Kein Problem, westliche Frauen können ohne Kopftuch in den Felsendom“, sagte der Reiseführer. Hätten wir sie nur nicht herein gelassen! Keifende Pilgerinnen aus dem moslemischen Hinterland gingen aus sie los und riefen zum Dschihad auf.
„Im Ramadan darf tagsüber nicht gegessen, getrunken, getanzt und nicht gelogen werden“, sagt der lokale „Guide“ arabischer Herkunft auf dem Plateau des Tempelbergs zur Reisegruppe. „Wie lustig“, kicherte eine Reiseteilnehmerin, „nur tagsüber nicht lügen...“ Buff, gingen die klappen bei dem älteren Herrn runter, der zuvor so entspannt wirkte: „Wenn sie unsere Religion nicht akzeptieren, dann....“ und so endeten sein Vortrag und die Führung abrupt.
Vielleicht hätte ein Absatz im Vertrag zwischen lokalem Führer und Reiseveranstalter geholfen, dass Kichern und abartiger Humor bei christlich geprägten Ausländern vorkommen können, ohne dass diese die Absicht haben, den Islam und seine Gläubigen zu beleidigen oder ihnen despektierlich gegenüberzutreten. So hätten Missverständnisse zumindest in diesem Fall vermieden werden können.
Oder umgekehrt, wie am Felsendom, wo einige Jahre später offenbar deutlich stärker stärker durchgegriffen wird und Touristinnen, überspitzt bis zu den Haarspitzen in Bettlaken gehüllt werden.
Haare zeigen ist auch in Taiwan verpönt. Dezent freundlich weist der Bademeister die beste Ehefrau von allen darauf hin, dass der Ausländer mit schütterem Haar eine Kappe braucht. Das gab es seit meinem Schwimmunterricht in der Grundschule nicht mehr!
Vielleicht lässt sich hiermit die Invasion von Touristen aus China bändigen, ohne zum Frühstück in die Apartheid zu verfallen: “请勿 打饱嗝“ Einfach ausdrucken und auf die Tür zum Frühstücksraum kleben!
Laut Spiegel-Online soll ein bayerisches Hotel die anderen Gäste auf die in der Frühstückszeit bis 7.30 Uhr erwarteten Chinesen und ihre Tischsitten hinweisen. Wer fremdartigen Verhalten entgehen will, kommt besser später.
Bayerisches Frühstück taiwanischer Selektion – Ohne unangenehm aufzufallen genossen wir im vergangenen Herbst unserer Frühstück trotz einer Staatsangehörigkeit der Republik China.
Meine Frau wies mich auf den Artikel und die darunter folgenden klassisch deutschen und amüsanten Kommentare hin, die von Fremdschämen und Rassismus bis zur Empörung über die fehlende Integrationswilligkeit der ausländischen Reisenden variieren.
Wellness-Frühstück bei Lao Wu – Unter den Hotelgästen erschien beim Frühstück nur das Paar vom chinesischen Festland förmlicher mit Krawatte und Kleid. Ich kann versichern, dass das Benehmen sämtlicher Gäste auch für die bayerischen Frühstückszeiten nach 8 Uhr angemessen war. Nur mit einem Kegelklub aus Hintermoching auf versehentlicher Alternativreise zu El Arenal, hätte ich den Frühstücksraum ungerne geteilt.
Wie empörend das Verhalten integrationsfeindlicher Touristen sein kann, hatte ich bereits im heiligen Land bei einer Rundreise vor mehr als einem Jahrzehnt erlebt. „Kein Problem, westliche Frauen können ohne Kopftuch in den Felsendom“, sagte der Reiseführer. Hätten wir sie nur nicht herein gelassen! Keifende Pilgerinnen aus dem moslemischen Hinterland gingen aus sie los und riefen zum Dschihad auf.
„Im Ramadan darf tagsüber nicht gegessen, getrunken, getanzt und nicht gelogen werden“, sagt der lokale „Guide“ arabischer Herkunft auf dem Plateau des Tempelbergs zur Reisegruppe. „Wie lustig“, kicherte eine Reiseteilnehmerin, „nur tagsüber nicht lügen...“ Buff, gingen die klappen bei dem älteren Herrn runter, der zuvor so entspannt wirkte: „Wenn sie unsere Religion nicht akzeptieren, dann....“ und so endeten sein Vortrag und die Führung abrupt.
Vielleicht hätte ein Absatz im Vertrag zwischen lokalem Führer und Reiseveranstalter geholfen, dass Kichern und abartiger Humor bei christlich geprägten Ausländern vorkommen können, ohne dass diese die Absicht haben, den Islam und seine Gläubigen zu beleidigen oder ihnen despektierlich gegenüberzutreten. So hätten Missverständnisse zumindest in diesem Fall vermieden werden können.
Oder umgekehrt, wie am Felsendom, wo einige Jahre später offenbar deutlich stärker stärker durchgegriffen wird und Touristinnen, überspitzt bis zu den Haarspitzen in Bettlaken gehüllt werden.
Haare zeigen ist auch in Taiwan verpönt. Dezent freundlich weist der Bademeister die beste Ehefrau von allen darauf hin, dass der Ausländer mit schütterem Haar eine Kappe braucht. Das gab es seit meinem Schwimmunterricht in der Grundschule nicht mehr!
Vielleicht lässt sich hiermit die Invasion von Touristen aus China bändigen, ohne zum Frühstück in die Apartheid zu verfallen: “请勿 打饱嗝“ Einfach ausdrucken und auf die Tür zum Frühstücksraum kleben!
Sonntag, 30. Juni 2013
Abschied, Schmerz und Hoffnung (II)
Der Tag der Bestattung
Um 6.30 Uhr in der Frühe trifft sich die Familie am Tag der Bestattung. Um Unglück zu vermeiden, erhält jeder Teilnehmer an der Trauerfeier zwei kleine Zweige mit Blättern und eine Münze für die Hosentasche.
Das riesige Zelt, das die gesamte Straßenbreite ausfüllt, ist jetzt komplett und opulent ausgeschmückt. Wie ein Tor zu einer Stadt der Trauer ist nun der Eingang zum Zelt hergerichtet. Das Portrait des Verstorbenen befindet sich auf der anderen Seite des Zeltes in einer gewellten, wunderschönen Landschaft aus Pflanzen und Blumen. Davor ist ein Tisch mit Weihrauchbehälter und anderen sakralen Gegenständen. Reihen von stoffüberzogenen Stühlen füllen den Rest des Zeltes aus. An den Seiten stehen die Blumengestecke.
Das die engeren Familienangehörigen wie an den Vortagen Trauerkleidung anzuziehen hatte, war mir klar. Es gab wieder weiße Hosen und Sweatshirts für alle Söhne, Schwiegertöchter, Töchter und Kinder der Söhne, darüber ärmellose Jutejacken, Kapuzen für die Frauen und zusammengenähte Mützen für die Männer. Während Söhne und Schwiegertöchter hellbraune Jute bekam, trugen ihre Kinder und die Töchter des Verstorbenen die gleiche Überbekleidung, aber in einem gelblicheren Gewebe. Diesmal wurden auch die drei Schwiegersöhne ausgestattet. Aus weißen Gewebe gab es ärmellose Jacken, einen Gürtel und Mützen.
Zunächst folgten im Trauerzelt weitere Zeremonien und Riten mit den Priestern des Beerdigungsinstituts. Ein Sprecher, sehr im Stil nordamerikanischer Prediger, leitete den Ablauf und sprach über den Verstorbenen. Die religiösen Handlungen nahmen die anwesenden Priester vor. Während von den näheren Verwandten die Frauen links vom Weihrauchbehälter standen, stellten sich die Männer rechts auf. Die weiteren Trauergästen nahmen auf den Stühlen Platz.
Im zweiten Teil der Trauerfeier sagten alle Gäste in Gruppen oder als Einzelpersonen dem Verstorbenen Dank oder erwiesen ihm die Ehre. Die vortreten wollten, hatten sie sich zuvor in einer Liste registriert. Nicht nur entfernte Verwandte, Freunde oder Nachbarn gehören dazu, sondern auch der Ortsbürgermeister, politische Parteien, Verbänden, Vertreter aus dem Unternehmen, in dem der älteste Sohn beschäftigt ist, und andere.
Zum Ende der Feierlichkeiten im Trauerzelt wurde der Sarg, der sich zuvor hinter der Blumenlandschaft verborgen im letzten Abschnitt des Zelts befand, in den Leichenwagen des Beerdigungsinstitutes, einem schweren amerikanischen Straßenkreuzer, geschoben. Überhaupt wird der Sarg meistens verborgen und man wendet sich möglichst von ihm ab.
Der Trauerzug bildete sich. Die Rolle der drei Schwiegersöhne - einschließlich meiner Person - war es nun, den Trauerzug anzuführen. Dabei ging der älteste Schwiegersohn (大姐夫) an der Spitze und streute Opfergeld auf die Straße. Ihnen folgte eine Musikgruppe und der Leichenwagen. Dahinter waren die nahen Verwandten und die anderen Trauergäste.
Nach einigen hundert Metern wurde am Rand des Dorfes in einen Bus umgestiegen. Dem Leichenwagen folgend ging die Fahrt zum Krematorium.
In ersten Wagen saß neben dem Fahrer auch der älteste Schwiegersohn. Bei geöffneten Fenster streute er weiter Opfergeld auf die Straße, bis das Ziel erreicht war. Im Krematorium ging dann alles ganz schnell. Als wir eintraten, befand sich der Sarg bereits auf dem linken Fördergestell zu einer der drei Feuerkammern. Die Halle war groß und schmucklos. Um die Klappen zu den Feuerkammer war die Wand von der Hitze geschwärzt. Diese Fabrikatmosphäre war schon grenzwertig, um dem Verstorbenen einen angemessenen letzten Abschied zu geben. An der rechten Feuerkammer hatte gerade eine Trauergesellschaft den Körper ihres Lieben den Flammen übergeben. Diese Gruppe erschien übrigens deutlich westlicher gekleidet. Das Krematorium bietet auch die Möglichkeit zur Verbrennung von Opfergaben, was wir bereits am Vortag im heimischer Umgebung erledigt hatten. In Kaohsiung sind Feuerbestattungen kostenfrei, weil damit Flächen gespart werden können und Problemen einer geeigneten Bodenbeschaffenheit für Friedhöfe aus dem Weg gegangen wird. Einige Wochen später erschien in der Lokalpresse ein Bericht über das Bochumer Krematorium, wo die Stadt als Betreiber medizinische Prothesen der Verstorbenen, insbesondere die Edelmetalle daraus, ohne Wissen und Einverständnis der Angehörigen noch für die eigenen Finanzen vergoldet wird. Ob das in Taiwan so ähnlich läuft?
Die drei Priester des Bestattungsinstituts leiteten für uns im Krematorium die Zeremonie vor dem Sarg mit Danksagungen, Verbeugungen mit Räucherstäbchen und Niederknien. In der ersten Reihe standen die Söhne und der erstgeborene Enkelsohn, dann folgten Schwiegertöchter und weitere Kinder der Söhne, die Schwiegertöchter und anderen Trauergäste. Der erstgeborene Sohn trug wieder den Fetisch vom Vortag. Wir dankten und verabschiedeten uns wieder gegenüber dem Verstorbenen und warfen uns vor ihm auf den harten und staubigen Boden des Krematoriums. Beim Aufstehen war der Sarg aus edlem Holz, in Papier gehüllt und mit gefaltenen Papierlotusblüten geschmückt, bereits hinter der geschlossenen Feuerkammertür verschwunden.
Mit dem Bus ging es sofort zurück. An jeder Straßenkreuzung und Brücke wurde der Verstorbene angerufen. Bei der Ankunft war das große Trauerzelt schon fast wieder abgebaut. Alle Trauergäste wuschen sich symbolisch mit Wasser aus Eimern und aßen von einem großen Kuchen. Bei der Verabschiedung gab es für die Gäste Päckchen, gefüllt mit Kuchen und süßen Milchtee, beziehungsweise zur Danksagung auch einen Kartons mit Handtüchern. Der Priester reinigte nun die Straße mit Wasser und Glockenläuten von allem Bösen. Die noch anwesenden Verwandten aßen zur mittlerweile erreichten Mittagszeit gemeinsam Reis und eine süßsaure Gemüsesuppe.
Die Berge im Rücken, das Meer vor sich - Beerdigungsstätten wie nahe Kending mit so einem guten Feng Shui sind ein Ideal, das sich nur frühere Generationen leisten konnten. Heute sind solche Ruheplätze für fast alle Taiwaner unerreichbar. Der moderne Staat fördert massiv Feuerbestattungen.
Die Söhne und der Sohn des Erstgeborenen fuhren am frühren Nachmittag mit einem Wagen des Beerdigungsinstituts zurück zum Krematorium, um die erkaltete Asche und Überreste in die Urne zu füllen und abzuholen. Das Aufnehmen der Knochen ist dabei eine wichtige Handlung.
In der Zeit waren die anderen Verwandten bereits auf dem Weg zum Beinhaus. Beinhäuser sind für viele in Taiwan offenbar eine Kapitalanlage, denn die kleinen unbelegten Ruhestätten können zu einem höheren als den Erwerbspreis später weiter veräußert werden. Der Preis soll sich dabei nach der Lage im Gebäude richten. Die Anlage, zu der wir fuhren, hatte zwei große Turmbauten und dazwischen einen Tempel mit drei großen Statuen im Inneren.
Jeder der gewaltigen Türme hat etwa sieben bis neun Stockwerke. Ähnlich einem Archiv sind im Inneren enge Gänge mit Kassettenschränken, die tausende von Urnen aufnehmen kann. Neben dem Treppenhaus verfügten die Türme auch über eine Aufzugsanlage. Nach einer Zeremonie im Tempel wurde die Urne zu ihrem Platz gebracht. Die Priester segneten den Ort und jeder verabschiedete sich nochmals vom Verstorbenen. Nachdem ich als letzter Trauernder passiert hatte, schloss der Wärter die Kassette.
Zurück im Dorf wurden noch die Gaben für den Verstorbenen aufgeteilt. Dabei waren viele zweckmäßige Dinge, die ihm im Jenseits zu Gute kommen, wie Lebensmittel, Nudeln, Öl oder Getränke. Möglichst am gleichen Tag ging der Weg der Söhne noch für einen Kurzhaarschnitt zum Frisör und der Rasierer wurde auch wieder benutzt. Für die kommenden Monate gab es einen Plan vom Bestattungsinstitut, welche religiösen Ämter und Dienste für den Verstorben erfolgen müssen. Am Hausschrein wird ihm gedacht und so bleibt er zwischen uns, teilt mit uns die Träume und Gedanken.
Um 6.30 Uhr in der Frühe trifft sich die Familie am Tag der Bestattung. Um Unglück zu vermeiden, erhält jeder Teilnehmer an der Trauerfeier zwei kleine Zweige mit Blättern und eine Münze für die Hosentasche.
Das riesige Zelt, das die gesamte Straßenbreite ausfüllt, ist jetzt komplett und opulent ausgeschmückt. Wie ein Tor zu einer Stadt der Trauer ist nun der Eingang zum Zelt hergerichtet. Das Portrait des Verstorbenen befindet sich auf der anderen Seite des Zeltes in einer gewellten, wunderschönen Landschaft aus Pflanzen und Blumen. Davor ist ein Tisch mit Weihrauchbehälter und anderen sakralen Gegenständen. Reihen von stoffüberzogenen Stühlen füllen den Rest des Zeltes aus. An den Seiten stehen die Blumengestecke.
Das die engeren Familienangehörigen wie an den Vortagen Trauerkleidung anzuziehen hatte, war mir klar. Es gab wieder weiße Hosen und Sweatshirts für alle Söhne, Schwiegertöchter, Töchter und Kinder der Söhne, darüber ärmellose Jutejacken, Kapuzen für die Frauen und zusammengenähte Mützen für die Männer. Während Söhne und Schwiegertöchter hellbraune Jute bekam, trugen ihre Kinder und die Töchter des Verstorbenen die gleiche Überbekleidung, aber in einem gelblicheren Gewebe. Diesmal wurden auch die drei Schwiegersöhne ausgestattet. Aus weißen Gewebe gab es ärmellose Jacken, einen Gürtel und Mützen.
Zunächst folgten im Trauerzelt weitere Zeremonien und Riten mit den Priestern des Beerdigungsinstituts. Ein Sprecher, sehr im Stil nordamerikanischer Prediger, leitete den Ablauf und sprach über den Verstorbenen. Die religiösen Handlungen nahmen die anwesenden Priester vor. Während von den näheren Verwandten die Frauen links vom Weihrauchbehälter standen, stellten sich die Männer rechts auf. Die weiteren Trauergästen nahmen auf den Stühlen Platz.
Im zweiten Teil der Trauerfeier sagten alle Gäste in Gruppen oder als Einzelpersonen dem Verstorbenen Dank oder erwiesen ihm die Ehre. Die vortreten wollten, hatten sie sich zuvor in einer Liste registriert. Nicht nur entfernte Verwandte, Freunde oder Nachbarn gehören dazu, sondern auch der Ortsbürgermeister, politische Parteien, Verbänden, Vertreter aus dem Unternehmen, in dem der älteste Sohn beschäftigt ist, und andere.
Zum Ende der Feierlichkeiten im Trauerzelt wurde der Sarg, der sich zuvor hinter der Blumenlandschaft verborgen im letzten Abschnitt des Zelts befand, in den Leichenwagen des Beerdigungsinstitutes, einem schweren amerikanischen Straßenkreuzer, geschoben. Überhaupt wird der Sarg meistens verborgen und man wendet sich möglichst von ihm ab.
Der Trauerzug bildete sich. Die Rolle der drei Schwiegersöhne - einschließlich meiner Person - war es nun, den Trauerzug anzuführen. Dabei ging der älteste Schwiegersohn (大姐夫) an der Spitze und streute Opfergeld auf die Straße. Ihnen folgte eine Musikgruppe und der Leichenwagen. Dahinter waren die nahen Verwandten und die anderen Trauergäste.
Nach einigen hundert Metern wurde am Rand des Dorfes in einen Bus umgestiegen. Dem Leichenwagen folgend ging die Fahrt zum Krematorium.
In ersten Wagen saß neben dem Fahrer auch der älteste Schwiegersohn. Bei geöffneten Fenster streute er weiter Opfergeld auf die Straße, bis das Ziel erreicht war. Im Krematorium ging dann alles ganz schnell. Als wir eintraten, befand sich der Sarg bereits auf dem linken Fördergestell zu einer der drei Feuerkammern. Die Halle war groß und schmucklos. Um die Klappen zu den Feuerkammer war die Wand von der Hitze geschwärzt. Diese Fabrikatmosphäre war schon grenzwertig, um dem Verstorbenen einen angemessenen letzten Abschied zu geben. An der rechten Feuerkammer hatte gerade eine Trauergesellschaft den Körper ihres Lieben den Flammen übergeben. Diese Gruppe erschien übrigens deutlich westlicher gekleidet. Das Krematorium bietet auch die Möglichkeit zur Verbrennung von Opfergaben, was wir bereits am Vortag im heimischer Umgebung erledigt hatten. In Kaohsiung sind Feuerbestattungen kostenfrei, weil damit Flächen gespart werden können und Problemen einer geeigneten Bodenbeschaffenheit für Friedhöfe aus dem Weg gegangen wird. Einige Wochen später erschien in der Lokalpresse ein Bericht über das Bochumer Krematorium, wo die Stadt als Betreiber medizinische Prothesen der Verstorbenen, insbesondere die Edelmetalle daraus, ohne Wissen und Einverständnis der Angehörigen noch für die eigenen Finanzen vergoldet wird. Ob das in Taiwan so ähnlich läuft?
Die drei Priester des Bestattungsinstituts leiteten für uns im Krematorium die Zeremonie vor dem Sarg mit Danksagungen, Verbeugungen mit Räucherstäbchen und Niederknien. In der ersten Reihe standen die Söhne und der erstgeborene Enkelsohn, dann folgten Schwiegertöchter und weitere Kinder der Söhne, die Schwiegertöchter und anderen Trauergäste. Der erstgeborene Sohn trug wieder den Fetisch vom Vortag. Wir dankten und verabschiedeten uns wieder gegenüber dem Verstorbenen und warfen uns vor ihm auf den harten und staubigen Boden des Krematoriums. Beim Aufstehen war der Sarg aus edlem Holz, in Papier gehüllt und mit gefaltenen Papierlotusblüten geschmückt, bereits hinter der geschlossenen Feuerkammertür verschwunden.
Mit dem Bus ging es sofort zurück. An jeder Straßenkreuzung und Brücke wurde der Verstorbene angerufen. Bei der Ankunft war das große Trauerzelt schon fast wieder abgebaut. Alle Trauergäste wuschen sich symbolisch mit Wasser aus Eimern und aßen von einem großen Kuchen. Bei der Verabschiedung gab es für die Gäste Päckchen, gefüllt mit Kuchen und süßen Milchtee, beziehungsweise zur Danksagung auch einen Kartons mit Handtüchern. Der Priester reinigte nun die Straße mit Wasser und Glockenläuten von allem Bösen. Die noch anwesenden Verwandten aßen zur mittlerweile erreichten Mittagszeit gemeinsam Reis und eine süßsaure Gemüsesuppe.
Die Berge im Rücken, das Meer vor sich - Beerdigungsstätten wie nahe Kending mit so einem guten Feng Shui sind ein Ideal, das sich nur frühere Generationen leisten konnten. Heute sind solche Ruheplätze für fast alle Taiwaner unerreichbar. Der moderne Staat fördert massiv Feuerbestattungen.
Die Söhne und der Sohn des Erstgeborenen fuhren am frühren Nachmittag mit einem Wagen des Beerdigungsinstituts zurück zum Krematorium, um die erkaltete Asche und Überreste in die Urne zu füllen und abzuholen. Das Aufnehmen der Knochen ist dabei eine wichtige Handlung.
In der Zeit waren die anderen Verwandten bereits auf dem Weg zum Beinhaus. Beinhäuser sind für viele in Taiwan offenbar eine Kapitalanlage, denn die kleinen unbelegten Ruhestätten können zu einem höheren als den Erwerbspreis später weiter veräußert werden. Der Preis soll sich dabei nach der Lage im Gebäude richten. Die Anlage, zu der wir fuhren, hatte zwei große Turmbauten und dazwischen einen Tempel mit drei großen Statuen im Inneren.
Jeder der gewaltigen Türme hat etwa sieben bis neun Stockwerke. Ähnlich einem Archiv sind im Inneren enge Gänge mit Kassettenschränken, die tausende von Urnen aufnehmen kann. Neben dem Treppenhaus verfügten die Türme auch über eine Aufzugsanlage. Nach einer Zeremonie im Tempel wurde die Urne zu ihrem Platz gebracht. Die Priester segneten den Ort und jeder verabschiedete sich nochmals vom Verstorbenen. Nachdem ich als letzter Trauernder passiert hatte, schloss der Wärter die Kassette.
Zurück im Dorf wurden noch die Gaben für den Verstorbenen aufgeteilt. Dabei waren viele zweckmäßige Dinge, die ihm im Jenseits zu Gute kommen, wie Lebensmittel, Nudeln, Öl oder Getränke. Möglichst am gleichen Tag ging der Weg der Söhne noch für einen Kurzhaarschnitt zum Frisör und der Rasierer wurde auch wieder benutzt. Für die kommenden Monate gab es einen Plan vom Bestattungsinstitut, welche religiösen Ämter und Dienste für den Verstorben erfolgen müssen. Am Hausschrein wird ihm gedacht und so bleibt er zwischen uns, teilt mit uns die Träume und Gedanken.
Mittwoch, 1. Mai 2013
Streifzüge durch Taiwans Südwesten
Oder der ewige Taiwantourist
Folgt der Leser diesem Link und Kommentar, so hat der gewöhnliche Tourist Taiwan in fünf Tagen zu erledigen. Weil das den Flug aus Europa nicht lohnt, muss Taiwan mit anderen Zielen in Asien kombiniert werden. Und überhaupt ist die Insel für den Fremdenverkehr unterentwickelt. Es ist fast unmöglich mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und sich bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewegen, stellt ein Problem dar. Die Menschen sind freundlich, das Land ist interessant. Aber das Tourismusbüro, sprich der Staat, tut zu wenig.
17 Tage im März 2013 auf Taiwan und kein Verlangen noch nach Japan, Korea, Hongkong, auf die Philippinen oder nach Bali weiterzufliegen. Streifzüge nach Houbi (後壁), Kending (墾丁) und Manzhou (滿州), Meinong (美濃), Shangan (上安) und Siding (隙頂) sowie durch weitere Teile der Stadt einschließlich des früheren Landkreises Kaohsiung (高雄) waren mehr als genug, um die Zeit zu füllen.
Aus europäischer Sicht bleibt sicherlich Taiwan ein touristischer Nebenschauplatz, sofern keine familiären, geschäftlichen oder freundschaftlichen Beziehungen dorthin bestehen. Dabei läuft Taiwans Tourismussektor nach meinem Eindruck zur Zeit richtig heiß und die freien Kapazitäten schmelzen zusammen. War es vor einigen Jahren kein Problem ein freies komfortables Zimmer zu einem vernünftigen Preis für einige Tage am Sonnen-Mond-See, in Alishan, im Stadtzentrum von Kaohsiung oder in Kending zu bekommen, müssen die Reisenden auf eigenen Pfaden heute deutlich flexibler sein. Besucher aus Singapur, Hongkong und Festlandschina überfluten geradezu die Insel.
Rückfahrt von Alishan in der Buskarawane. Wer bringt die Fuhre Turis schneller zum nächsten Stop? „888-QQ“ ist der Wunschbusfahrer jedes Touristen. Er fährt vorsichtig und mit Bedacht. Das muss ein Anfänger sein. „Color Full Tour“ vertraut in den Gott des Glücks, schaukelt seine Ladung durch und überholt für einen früheren Feierabend blind in der Kurve.
Im Gespräch mit einem zukunftsorientierten Gastgeber, moderiert durch die beste Ehefrau von allen, obwohl er gut Englisch konnte, kam auch die Frage nach mehr Werbung für den lokalen Tourismus in Europa auf. Aus allgemeiner westlicher Perspektive dürften gegenüber Taiwan sicher andere Ziele in Asien zunächst Vorrang haben und mehr bieten, wie die Volksrepublik China, Thailand oder Bali. Auch Fotos und Berichte aus Vietnam oder Malaysia zeigen, dass diese Länder ebenfalls große Anstrengungen machen, Geld aus dem Tourismusgeschäft für ihre Volkswirtschaften abzuschöpfen. Dabei haben sie in gewisser Hinsicht dem Urlauber aus dem Westen deutlich mehr zu bieten als Taiwan.
Einer der nördlichsten Punkte im letzten Urlaubsprogramm: das in moderner Architektur errichtete neue Besucherzentrum am Sonne-Mond-See. Taiwans Verwaltung macht eine Menge, um den Touristen einen angenehmen und abwechselungsreichen Aufenthalt zu ermöglichen.
Angesichts der Konkurrenzsituation macht es für den individuellen Tourismus sicher Sinn sich als Anbieter auf die Mittelstrecke zu konzentrieren. Neben den vorgenannten China, Singapur und Hongkong kommen Japan, auch Korea, Australien, Neuseeland oder auch die USA und Kanada als etablierte Wohlstandsnationen vor Europa in Betracht, um für sich zu werben.
Für den Monat meines Aufenthaltes zeigen die vom Tourismusbüro veröffentlichten Zahlen, dass von 759.233 Besuchern circa
12 % aus geschäftlichen Gründen (90.603),
71 % zum Vergnügen (537.648) und
5 % für einen Verwandtenbesuch (38.972) nach Taiwan kamen.
Für sonstige Reisezwecke, wozu unter anderem Konferenzteilnahme, Ausstellungsbesuch, medizinische Behandlung oder Studium zählen, bleiben dann 12 %.
Von den mehr als 759.000 Besuchern waren etwa
49 % Bürger von Hongkong, Macao und andere Chinesen (370,545),
20 % Japaner (150.644),
15 % Südostasiaten (111.818),
5 % US-Amerikaner (41.037),
3 % Koreaner (24.637),
wenige Australier und Neuseeländer (10,781), Briten (8.252), Deutsche (6.022), andere Europäer (17.262) und weitere Nationalitäten.
Der durchschnittliche Aufenthalt im März 2013 umfasste 6,55 Übernachtungen.
Trotz dieser verkürzten Zahlen wird meines Erachtens deutlich, wer sich als Urlauber für Taiwan interessiert und kommt. Für den deutschen Urlauber wird Taiwan sicher ein Nischenprodukt bleiben, um besondere Vögel zu beobachten, andere Eisenbahnwelten zu entdecken, eine neue Küche zu schmecken, seinen Tee zu ernten, die traditionelle chinesische Schrift zu erlernen, sich der asiatischen Philosophie, Religion und Leibesübung anzunähern, oder einfach eine in vielem ganz andere Kultur zu erleben und in sie einzutauchen.
Sicher funktioniert dies besser und zielgerichteter, durch den organisierten Reiseablauf in einer Gruppe und mit lokalen Begleitern. Es ist nicht zu bestreiten, dass in Asien für den deutschen Urlauber in der Regel die Hürden in der Kommunikation sowie im Umgang miteinander etwas höher sind, als in europäischen Ländern oder Nordamerika.
Taiwan ist sicher keine Insel für Urlaube an langen Stränden, kletter- und wanderbaren Bergen, zum Spottpreis oder nächtelangen großartigen Abfeiern, zum ausgiebigen Alkoholkonsum oder für besondere Dienstleistungen.
Eine Straße Touriort in Kenting - Für Taiwans junge Leute, auswärtige Englischlehrer und die Adoka, soweit sie noch nach Strandleben suchen, reicht das. Natürlich ist das weit von einem „internationalen Touristikort“ entfernt, wenn es nicht einmal einen sicheren Bürgersteig in ausreichender Breite gibt. Aber Taiwan verändert sich schnell und die Frage ist berechtigt, ob die Taiwaner das überhaupt wollen.
Wird hier der Ausländer verstanden? Seit sich ein Fahrradtourismus im Süden und Osten Taiwans entwickelt, bieten Polizeistationen die „Bike Stage“ an. Bei den Polizisten findet der Radfahrer auf Tour nicht nur guten Rat sondern auch Werkzeug, Druckluft, Wasser und eine einfache medizinische Versorgung. Könnte es nicht auch bald einen deutschen Reiseveranstalter geben, der westliche Fahrradenthusiasten auf die Insel einlädt? Oder gibt es ihn schon?
Folgt der Leser diesem Link und Kommentar, so hat der gewöhnliche Tourist Taiwan in fünf Tagen zu erledigen. Weil das den Flug aus Europa nicht lohnt, muss Taiwan mit anderen Zielen in Asien kombiniert werden. Und überhaupt ist die Insel für den Fremdenverkehr unterentwickelt. Es ist fast unmöglich mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und sich bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewegen, stellt ein Problem dar. Die Menschen sind freundlich, das Land ist interessant. Aber das Tourismusbüro, sprich der Staat, tut zu wenig.
17 Tage im März 2013 auf Taiwan und kein Verlangen noch nach Japan, Korea, Hongkong, auf die Philippinen oder nach Bali weiterzufliegen. Streifzüge nach Houbi (後壁), Kending (墾丁) und Manzhou (滿州), Meinong (美濃), Shangan (上安) und Siding (隙頂) sowie durch weitere Teile der Stadt einschließlich des früheren Landkreises Kaohsiung (高雄) waren mehr als genug, um die Zeit zu füllen.
Aus europäischer Sicht bleibt sicherlich Taiwan ein touristischer Nebenschauplatz, sofern keine familiären, geschäftlichen oder freundschaftlichen Beziehungen dorthin bestehen. Dabei läuft Taiwans Tourismussektor nach meinem Eindruck zur Zeit richtig heiß und die freien Kapazitäten schmelzen zusammen. War es vor einigen Jahren kein Problem ein freies komfortables Zimmer zu einem vernünftigen Preis für einige Tage am Sonnen-Mond-See, in Alishan, im Stadtzentrum von Kaohsiung oder in Kending zu bekommen, müssen die Reisenden auf eigenen Pfaden heute deutlich flexibler sein. Besucher aus Singapur, Hongkong und Festlandschina überfluten geradezu die Insel.
Rückfahrt von Alishan in der Buskarawane. Wer bringt die Fuhre Turis schneller zum nächsten Stop? „888-QQ“ ist der Wunschbusfahrer jedes Touristen. Er fährt vorsichtig und mit Bedacht. Das muss ein Anfänger sein. „Color Full Tour“ vertraut in den Gott des Glücks, schaukelt seine Ladung durch und überholt für einen früheren Feierabend blind in der Kurve.
Im Gespräch mit einem zukunftsorientierten Gastgeber, moderiert durch die beste Ehefrau von allen, obwohl er gut Englisch konnte, kam auch die Frage nach mehr Werbung für den lokalen Tourismus in Europa auf. Aus allgemeiner westlicher Perspektive dürften gegenüber Taiwan sicher andere Ziele in Asien zunächst Vorrang haben und mehr bieten, wie die Volksrepublik China, Thailand oder Bali. Auch Fotos und Berichte aus Vietnam oder Malaysia zeigen, dass diese Länder ebenfalls große Anstrengungen machen, Geld aus dem Tourismusgeschäft für ihre Volkswirtschaften abzuschöpfen. Dabei haben sie in gewisser Hinsicht dem Urlauber aus dem Westen deutlich mehr zu bieten als Taiwan.
Einer der nördlichsten Punkte im letzten Urlaubsprogramm: das in moderner Architektur errichtete neue Besucherzentrum am Sonne-Mond-See. Taiwans Verwaltung macht eine Menge, um den Touristen einen angenehmen und abwechselungsreichen Aufenthalt zu ermöglichen.
Angesichts der Konkurrenzsituation macht es für den individuellen Tourismus sicher Sinn sich als Anbieter auf die Mittelstrecke zu konzentrieren. Neben den vorgenannten China, Singapur und Hongkong kommen Japan, auch Korea, Australien, Neuseeland oder auch die USA und Kanada als etablierte Wohlstandsnationen vor Europa in Betracht, um für sich zu werben.
Für den Monat meines Aufenthaltes zeigen die vom Tourismusbüro veröffentlichten Zahlen, dass von 759.233 Besuchern circa
12 % aus geschäftlichen Gründen (90.603),
71 % zum Vergnügen (537.648) und
5 % für einen Verwandtenbesuch (38.972) nach Taiwan kamen.
Für sonstige Reisezwecke, wozu unter anderem Konferenzteilnahme, Ausstellungsbesuch, medizinische Behandlung oder Studium zählen, bleiben dann 12 %.
Von den mehr als 759.000 Besuchern waren etwa
49 % Bürger von Hongkong, Macao und andere Chinesen (370,545),
20 % Japaner (150.644),
15 % Südostasiaten (111.818),
5 % US-Amerikaner (41.037),
3 % Koreaner (24.637),
wenige Australier und Neuseeländer (10,781), Briten (8.252), Deutsche (6.022), andere Europäer (17.262) und weitere Nationalitäten.
Der durchschnittliche Aufenthalt im März 2013 umfasste 6,55 Übernachtungen.
Trotz dieser verkürzten Zahlen wird meines Erachtens deutlich, wer sich als Urlauber für Taiwan interessiert und kommt. Für den deutschen Urlauber wird Taiwan sicher ein Nischenprodukt bleiben, um besondere Vögel zu beobachten, andere Eisenbahnwelten zu entdecken, eine neue Küche zu schmecken, seinen Tee zu ernten, die traditionelle chinesische Schrift zu erlernen, sich der asiatischen Philosophie, Religion und Leibesübung anzunähern, oder einfach eine in vielem ganz andere Kultur zu erleben und in sie einzutauchen.
Sicher funktioniert dies besser und zielgerichteter, durch den organisierten Reiseablauf in einer Gruppe und mit lokalen Begleitern. Es ist nicht zu bestreiten, dass in Asien für den deutschen Urlauber in der Regel die Hürden in der Kommunikation sowie im Umgang miteinander etwas höher sind, als in europäischen Ländern oder Nordamerika.
Taiwan ist sicher keine Insel für Urlaube an langen Stränden, kletter- und wanderbaren Bergen, zum Spottpreis oder nächtelangen großartigen Abfeiern, zum ausgiebigen Alkoholkonsum oder für besondere Dienstleistungen.
Eine Straße Touriort in Kenting - Für Taiwans junge Leute, auswärtige Englischlehrer und die Adoka, soweit sie noch nach Strandleben suchen, reicht das. Natürlich ist das weit von einem „internationalen Touristikort“ entfernt, wenn es nicht einmal einen sicheren Bürgersteig in ausreichender Breite gibt. Aber Taiwan verändert sich schnell und die Frage ist berechtigt, ob die Taiwaner das überhaupt wollen.
Wird hier der Ausländer verstanden? Seit sich ein Fahrradtourismus im Süden und Osten Taiwans entwickelt, bieten Polizeistationen die „Bike Stage“ an. Bei den Polizisten findet der Radfahrer auf Tour nicht nur guten Rat sondern auch Werkzeug, Druckluft, Wasser und eine einfache medizinische Versorgung. Könnte es nicht auch bald einen deutschen Reiseveranstalter geben, der westliche Fahrradenthusiasten auf die Insel einlädt? Oder gibt es ihn schon?
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