These 1, wie Taiwan die Demokratie abschafft
Wer sich zum Jahreswechsel 2013 / 2014 über Taiwans Autobahnen bewegte, konnte Zeuge historischer Momente werden. Obwohl die nationalen Autobahnen „Freeway“ genannt werden, sind sie keineswegs frei.
Hinweisschild für eine Mautstation in Taiwan – Hier war bis zum 30. Dezember zahlen oder Ticket angesagt.
Bis zum vergangenen Monat gab es in regelmäßigen Abständen Mautstationen, um Tickets im Wert von etwa einem Euro für die Benutzung an die Kraftfahrer zu veräußern oder diese vom Zehnerblock aus dem Vorverkauf einzunehmen. 2006 wurde zusätzlich ETC als elektronisches Zahlsystem an den Mautstationen eingeführt.
Als bewundernswert empfand ich immer die asiatische Geschicklichkeit und Geschwindigkeit bei der Ticketübergabe tausender von Autofahrer an die „Mautmäuschen“, in der Regel dort beschäftigter junger Damen mit Mundschutz, in den Mauthäuschen.
Am 30. Dezember 2013 wurden die sämtliche Mautstationen geschlossen. In einer Übergangszeit von drei Tagen waren Taiwans Freeway wirklich frei und kostenlos zu befahren. Danach startete offiziell das neu installierte System eTag der Far Eastern Electronic Toll Collection Co. Ltd. (FETC), einem Unternehmen, das zu einem der größten taiwanischen Konzerne gehört.
Als Argumente für die Einführung des neuen Systems werden die Zeitersparnis ohne Geschwindigkeitsminderung an den Mautstationen auf der Fahrt durch Taiwan, die damit verbundene Reduzierung des Benzinverbrauch und enorme Kostensenkung bei Mauterhebung genannt. Die Abrechnung erfolgt nach gefahrener Strecke und Größe des Fahrzeugs. FETC bietet die Installation des Systems im Fahrzeug an. Aber selbst ohne Anmeldung wird der Wagen beziehungsweise das Fahrzeugkennzeichen an den neuen Kontrollbrücken erfasst und die zu zahlende Summe errechnet. Das Etag-Konto kann über IBON-Zahlautomaten in den Nachbarschaftsläden von 7-Eleven oder über andere Wege, etwa die Kreditkarte, ausgeglichen werden.
Historische Momente – Nach der Schließung der Mautstationen wurde umgehend mit dem Abriß begonnen. Die Presse berichtete über trauernde frühere Mitarbeiter, über viele Jahre entstandene soziale Beziehungen zwischen den Angestellten und den Autofahrern. Stationsleiter riefen dazu auf keine Geschenke abzugeben. Man wisse an den Stationen nicht, wohin damit. Ein schlimmer Verlust für kommende Generationen, welche die althergebrachten Mautstationen nicht kennenlernen werden, wurde heraufbeschworen.
Hunderte, vornehmlich Frauenarbeitsplätze und Verdienstmöglichkeiten sind damit entfallen. Meines Erachtens wird dieses Problem in den Medien nur gestreift. Die fast lückenlose Überwachung der individuellen Mobilität auf der Autobahn durch ein privates Unternehmen und den Staat wurde überhaupt nicht thematisiert. Die Risiken einer Politik des „Big Brother Is Watching You“ werden ignoriert, wie auch die Vielzahl von Überwachungskameras an jeder Straßenkreuzung zeigt. Vielmehr preist sich Taiwan als erste Nation ein derart umfassendes System auf allen Autobahnen eingeführt zu haben. „Ich habe nichts zu verbergen“, sagt die taiwanische Ehefrau. Gilt das auch für die Mächtigen oder bei einer Machtübernahme durch ein totalitaristisches System in Taiwan?
Statt Verdienstmöglichkeiten für viele Menschen gibt es jetzt eine optimale Einnahmesituation für einen Konzern, an den der Staat sich vertraglich gebunden hat. An Erlösen aus der Nutzung öffentliches Eigentum lässt der Staat ein einziges privates Unternehmen teilhaben, auch wenn dieses nur als Dienstleister für die Mauterhebung auftritt.
Hier wird an mehr als der Bausubstanz geknabbert. Wenn viele Menschen so daran hängen, wäre es gut gewesen, eine Station aus Gründen der Denkmalpflege zu erhalten. Die Stationen waren zwar taiwantypisch, aber nicht wirklich herausragend. Eigentlich bringt ihr Abbruch nur Vorteile. Kritisch wird das, was stattdessen kommt und wie mit den Menschen – Beschäftigte und Bevölkerung – umgegangen wird.
Ich bezweifel, ob eine Erhebung der technischen, sozialen und ökologischen Kosten des Verkehrs allein über den Treibstoffpreis und die Besteuerung der Fahrzeuge wirklich eine schlechtere, unzureichende Alternative darstellt. Ein staatliches System einer derartigen Datenerfassung über seine Einwohner und ihr Verhalten bringt für diese Zwecke keinen wirklichen Mehrwert. Zudem liegen in Taiwan die Benutzungsgebühren für die Autobahnen immer noch sehr niedrig. Auch stellen die Autobahnen kein „Premium Produkt“ des Verkehrs dar, für das ein höheres Preis zu verlangen wäre. Ihre Nutzung ist zur Entlastung der oftmals dicht bebauten Stadt- und Landstraßen verkehrsplanerisch wünschenswert.
Auch Bayerns Ministerpräsident Seehofer und die CSU zeigen, dass vielmehr politisch-ökonomische und weniger gesellschaftliche Ziele entscheidend für die Einführung solcher Systeme sind. Wäre die CSU so vehement für die Autobahnmaut, wenn es nicht einen Münchner Technologiekonzern gäbe, der hier innerhalb der nächsten zwei Jahre prima ins Geschäft kommen könnte? Es ist ziemlich klar, dass es kaum darum geht, einige Besitzer ausländischer Wagen und ein paar Holländer extra zur Kasse zu bitten. Das dürften nur bayerische Stammtische glauben. Als Endziel – über das Zwischenstadium Vignette zur Heranführung der Bevölkerung an die allgemeine Maut – ist ein System taiwanischer Prägung mit einer kompletten Mobilitätserfassung der Einzelnen und einem Zuschieben profitabler Aufträge an Industrie und Wirtschaft erkennbar.
In Taiwan gab es schon immer eine Autobahnmaut. Insofern war der Sprung von der Zahlung des Obulus an der Mautbox zur elektronischen Erfassung ein kleiner. Da hat Deutschland noch einen weiteren Weg von der freizügigen Straßennutzung zur Einzelerfassung aller Bewegungen der Fahrzeuge auf den Autobahnen. Aber wird das dann nicht unerheblich, weil bereits Handy-Daten und Internetverbindungen abgefangen, vorgehalten und gespeichert werden?
Nicht alles was geht, sollte auch gemacht werden. Es bedarf gewiß einer neuen Staatsmoral, was zum Schutz der Bürger und Finanzierung des Gemeinwesens erforderlich ist und wo dem Datenwahn und der Profitgier Grenzen zu setzen sind. Schade ist, dass die Piratenpartei dies nicht rüber bringen konnte.
Feierabend für den Abfangjäger mit Münchner Herkunft der Autobahnpolizei. Wenn durch automatische Kameras und elektronische Systeme jeder Wagen, jedes Kennzeichen, jeder Halter erfasst und der zur Kasse gebeten wird, braucht es keine Highway-Jagd auf Mautsünder mehr geben. Statt des langweiligen Stand-By der Polizeifahrzeuge an Mautstationen können jetzt mehr und wirtschaftlicher einnahmeverbessernde Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden.
Mittwoch, 22. Januar 2014
Sonntag, 19. Januar 2014
Das Essen der Schwiegermütter
Club Sandwich & Reis
Ab einem gewissen Alter scheint die Lust auf Abenteuer beim Essensgenuss zurück zu gehen. Vielleicht bestand diese Abenteuerlust niemals bei einigen Menschen. Was einem als Kind zum Mund geführt wird, bleibt bis zum Ende die bevorzugte Nahrung und nichts anderes.
Als meine Schwiegermutter vor einigen Jahren Deutschland bereiste, war klar, dass der Weg regelmäßig in die überwiegend von Vietnamnesen geführten deutschen Chinarestaurants ging. Nur keine Experimente für Zunge und Magen im Barbarenland! Als sicherstes Gericht auf der Speisekarte, bei dem die Küche wenig falsch machen kann, galt der gebratene Reis. Reis ist Grundnahrungsmittel, Gemüse, Eier und eventuelle eingestreute Schrimps oder Hähnchenfleisch sind auch als verträglich bekannt. So wurde dieses Gericht stets bestellt, wenn es nicht das befremdliche deutsche Frühstück mit den harten Brötchen und wenig warmer Kost gab.
Und umgekehrt? Favorit der Schwiegermutter meiner Ehefrau wurde das „Club Sandwich“ oder frei aus dem chinesischen übersetzt das „Sandwich komplett“. Das sieht zunächst recht einfach und gut aus, was da die Hotelküche zu einem günstigen Preis und mit geringen Aufschlag in das geräumige Hotelzimmer liefert. Käse, frischer Eisbergsalat, Tomaten und Gurken, Schinkenspeck und Ei machen eine runde Mahlzeit daraus. In vier Dreiecke geschnitten und mit Pommes in der Mitte gefüllt wirkt der Teller hübsch arrangiert. Alles schmeckt sehr lecker. Mir ist es bisher noch nicht gelungen, dass in Deutschland so köstlich nachzubauen, obwohl auch hier alle Zutaten vorhanden sein sollten.
Jeden Abend Begeisterung über „Club Sandwich“ auf dem Zimmer war für meine Frau ein eher erschreckendes Szenario. Wer als Taiwaner etliche Monate in der kulinarischen Wüste Deutschlands verbracht hatte, dürstete nach der Vielfalt und den Genüssen der Küchen in der Heimat. So konnten doch Alternativen gefunden werden, die dem „Club Sandwich“ in nichts nachstanden. Umgekehrt hätte das in Deutschland mit meiner Schwiegermutter und dem bewährten gebratenen Reis bestimmt nicht funktioniert.
Kein Essen für die deutsche Schwiegermutter der Ehefrau: das chinesisches Frühstück. Neben dem Reisbrei (Zhōu / 粥 oder auf Englisch „Congee“), hier bestreut mit getrockneten und geschredderten Schweinefleisch, gibt es eingelegte Gurkenscheiben, Bambusstreifen in Chiliöl, aus Tofu den getrockneten Dòugān (豆乾) und süßen Dòuzǎo (豆棗), den weicheren Gluten mit Erdnüssen, zudem geröstete Erdnüsse, Gemüse wie Mangold, Sellerie oder Kohl, die hellen Reisbrötchen Mántou (饅頭) sowie Teigbällchen mit Fleischfüllung und vieles mehr. Dazu gibt es einen Becher mit leckerer, rein pflanzlicher Sojamilch.
So war es für die Schwiegermutter meiner Frau gut, dass es beim Hotelbuffet auch Toast mit Schinken und Rührei oder Käse, Croissants mit Erdbeermarmelade, Butter von Oldenburg oder aus Neuseeland sowie Salate, Obst und Müsli gab.
Eigentlich dürften alle Gästehäuser und Hotels heute über einen Kaffeeautomaten meistens schweizerischer Herkunft verfügen, der den Kaffee amerikanisch, manchmal als Capuccino oder Lattee, wenn eine gekühlte Milchbox angeschlossen ist, frisch aufbrüht. Die Zeiten abgestandenen und bitteren Kaffees aus der Glaskanne oder süßen Pulverkaffee mit Milch aus der Fertigmischung 3-in-1 sollten vorbei sein, abgesehen von den Motels und einigen Jugendherbergen.
Diese Entwicklung gefördert haben neben der veränderten Nachfrage der Taiwaner auch die „Convience Stores“. Nach dem Starter Starbucks haben 7Eleven und Co mit ihren Café-Angeboten in den vergangenen Jahren Standards geschaffen, die kaum ein Gastronomiebetrieb ignorieren kann. Es ist heute schon sehr ungewöhnlich in einer Herberge gar keinen Kaffee zu bekommen.
Ich kann mich allerdings an einen Aufenthalt in Alishan im April 2005 erinnern, wo der erste Weg aus dem Hotel morgens in eine Bar führte, um einen richtigen Kaffee zum oder besser direkt nach dem eigentlichen Frühstück zu bekommen. Das Heißgetränk ist für die meisten Deutschen eben ein „Muß“ am Morgen und komplettiert den Tag.
Ab einem gewissen Alter scheint die Lust auf Abenteuer beim Essensgenuss zurück zu gehen. Vielleicht bestand diese Abenteuerlust niemals bei einigen Menschen. Was einem als Kind zum Mund geführt wird, bleibt bis zum Ende die bevorzugte Nahrung und nichts anderes.
Als meine Schwiegermutter vor einigen Jahren Deutschland bereiste, war klar, dass der Weg regelmäßig in die überwiegend von Vietnamnesen geführten deutschen Chinarestaurants ging. Nur keine Experimente für Zunge und Magen im Barbarenland! Als sicherstes Gericht auf der Speisekarte, bei dem die Küche wenig falsch machen kann, galt der gebratene Reis. Reis ist Grundnahrungsmittel, Gemüse, Eier und eventuelle eingestreute Schrimps oder Hähnchenfleisch sind auch als verträglich bekannt. So wurde dieses Gericht stets bestellt, wenn es nicht das befremdliche deutsche Frühstück mit den harten Brötchen und wenig warmer Kost gab.
Und umgekehrt? Favorit der Schwiegermutter meiner Ehefrau wurde das „Club Sandwich“ oder frei aus dem chinesischen übersetzt das „Sandwich komplett“. Das sieht zunächst recht einfach und gut aus, was da die Hotelküche zu einem günstigen Preis und mit geringen Aufschlag in das geräumige Hotelzimmer liefert. Käse, frischer Eisbergsalat, Tomaten und Gurken, Schinkenspeck und Ei machen eine runde Mahlzeit daraus. In vier Dreiecke geschnitten und mit Pommes in der Mitte gefüllt wirkt der Teller hübsch arrangiert. Alles schmeckt sehr lecker. Mir ist es bisher noch nicht gelungen, dass in Deutschland so köstlich nachzubauen, obwohl auch hier alle Zutaten vorhanden sein sollten.
Jeden Abend Begeisterung über „Club Sandwich“ auf dem Zimmer war für meine Frau ein eher erschreckendes Szenario. Wer als Taiwaner etliche Monate in der kulinarischen Wüste Deutschlands verbracht hatte, dürstete nach der Vielfalt und den Genüssen der Küchen in der Heimat. So konnten doch Alternativen gefunden werden, die dem „Club Sandwich“ in nichts nachstanden. Umgekehrt hätte das in Deutschland mit meiner Schwiegermutter und dem bewährten gebratenen Reis bestimmt nicht funktioniert.
Kein Essen für die deutsche Schwiegermutter der Ehefrau: das chinesisches Frühstück. Neben dem Reisbrei (Zhōu / 粥 oder auf Englisch „Congee“), hier bestreut mit getrockneten und geschredderten Schweinefleisch, gibt es eingelegte Gurkenscheiben, Bambusstreifen in Chiliöl, aus Tofu den getrockneten Dòugān (豆乾) und süßen Dòuzǎo (豆棗), den weicheren Gluten mit Erdnüssen, zudem geröstete Erdnüsse, Gemüse wie Mangold, Sellerie oder Kohl, die hellen Reisbrötchen Mántou (饅頭) sowie Teigbällchen mit Fleischfüllung und vieles mehr. Dazu gibt es einen Becher mit leckerer, rein pflanzlicher Sojamilch.
So war es für die Schwiegermutter meiner Frau gut, dass es beim Hotelbuffet auch Toast mit Schinken und Rührei oder Käse, Croissants mit Erdbeermarmelade, Butter von Oldenburg oder aus Neuseeland sowie Salate, Obst und Müsli gab.
Eigentlich dürften alle Gästehäuser und Hotels heute über einen Kaffeeautomaten meistens schweizerischer Herkunft verfügen, der den Kaffee amerikanisch, manchmal als Capuccino oder Lattee, wenn eine gekühlte Milchbox angeschlossen ist, frisch aufbrüht. Die Zeiten abgestandenen und bitteren Kaffees aus der Glaskanne oder süßen Pulverkaffee mit Milch aus der Fertigmischung 3-in-1 sollten vorbei sein, abgesehen von den Motels und einigen Jugendherbergen.
Diese Entwicklung gefördert haben neben der veränderten Nachfrage der Taiwaner auch die „Convience Stores“. Nach dem Starter Starbucks haben 7Eleven und Co mit ihren Café-Angeboten in den vergangenen Jahren Standards geschaffen, die kaum ein Gastronomiebetrieb ignorieren kann. Es ist heute schon sehr ungewöhnlich in einer Herberge gar keinen Kaffee zu bekommen.
Ich kann mich allerdings an einen Aufenthalt in Alishan im April 2005 erinnern, wo der erste Weg aus dem Hotel morgens in eine Bar führte, um einen richtigen Kaffee zum oder besser direkt nach dem eigentlichen Frühstück zu bekommen. Das Heißgetränk ist für die meisten Deutschen eben ein „Muß“ am Morgen und komplettiert den Tag.
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Essen und Trinken,
Kending (墾丁),
Taiwan 2013 / 2014
Samstag, 18. Januar 2014
Taiwans Kampf gegen die globale Erwärmung
Wie Taiwan trotz permanten Mobbing durch die VR China internationale Ziele unterstützt
Egal bei welcher Gelegenheit, die irgendeine internationale Wirkung oder Bedeutung hat, die „Máo Fěi“ (毛匪) versuchen stets Taiwans Teilnahme zu unterdrücken, den Inselstaat auszuschließen oder dessen faktische Souveränität völlig zu entstellen, so etwa bei den olympischen Spielen.
Trotzdem hat es sich Taiwan nie nehmen lassen, internationale Ziele mit großen Engagement in der Staatengemeinschaft zu unterstützen, zum Beispiel bei der Bekämpfung von Krankheiten, wie SARS, oder der Unterstützung im Katastrophenfall. Beim Erdbeben und Tsunami 2011 in Japan war nach den USA Taiwan an zweiter Stelle der Länder, die mit Finanzmittel, technischer und sonstiger Unterstützung halfen.
Die Volksrepublik China sollte es endlich aufgeben, den Menschen auf Taiwan ihren Weg vorschreiben zu wollen. Soweit ich zum Jahreswechsel 2013 / 2014 feststellen konnte, arbeiten aber auch bedeutende politische und ökonomische Gruppen in Taiwan in Richtung einer weiteren Annäherung an die Volksrepublik China, um für sich selber mehr den größten Profit und Nutzen herausholen zu können. Die Vorzüge, in einer demokratischen Gesellschaft zu leben, sich selber zu verwalten und nicht von einer 2000 km entfernten Hauptstadt alles vorgeschrieben zu bekommen, wollen – so mein Eindruck – diese Führer des Staates und der Wirtschaft vergessen machen. Woran ich das festmache, soll in den folgenden Beiträgen noch thematisiert werden.
Heute geht es darum, Taiwans internationales Engagement zu loben. Im Kampf gegen die Erwärmung unseres Planeten sind Taiwaner sogar in der Heimat der Pinguine im Einsatz. Mit modernster Technik und Schneekanonen wird hier versucht, die Schneedecke im ewigen Eis zu stabilisieren. Dieser selbstlose Einsatz ist umso mehr anzuerkennen, als mein Schwiegervater, der in seinem ganzen Leben nicht ein einziges Mal Schnee gesehen hat, die These vertrat, dass Taiwaner nicht in eisigen Klimaten leben können.
Aber wollte nicht auch ich, der 1. Klasse-Reisende auf Taiwan, der nur für ein paar Wochen in der besten Jahreszeit außerhalb der Taifunsaison kommt, der stets gefahren wurde in komfortablen Bussen mit Störpotenzial für die lokale Bevölkerung, in Mietwagen über der Micra-Klasse und sogar in deutschsprachigen Taxis, immer nett zu meinem Gastland sein? Und trotzdem kommt es immer wieder durch, das karikaturenhafte, ironische Überzeichnen von Situationen. Taiwaner könnten es sicher in Deutschland genauso machen, wenn es mehr Verständnis im chinesischen Kulturkreis für Ironie gäbe. Sogar bei meiner Frau ecke ich gelegentlich an, obwohl sie das deutsche Wesen und mich schon lange genug kennen sollte.
Zur Auflösung: Die Heimat dieser Pinguine ist nicht der Südpol sondern das nationale Museum für Meeresbiologie und Aquarium in Hengchun an der Südspitze Taiwans. Aufgrund der Kaltfront, die über Taiwan hinwegzog, war an dem Tag eine gute Gelegenheit, nach vielen Jahren das Museum mit seinen noch warmen Hallen und Austellungsgebäuden wieder zu besuchen. Die Schneekanone hinter Glas dient natürlich dazu ein passendes Ambiente für die agilen Tiere und die zahlenden Besucher zu schaffen. Ansonsten ist es wohl aus Gründen des Klimaschutzes und der Ökologie völlig widersinnig, mit viel fossiler und atomarer Energie Kunstschnee in den Subtropen zu produzieren.
Und auch was dieses Verhalten angeht, ist Taiwan keine Ausnahme in der Staatengemeinschaft.
Egal bei welcher Gelegenheit, die irgendeine internationale Wirkung oder Bedeutung hat, die „Máo Fěi“ (毛匪) versuchen stets Taiwans Teilnahme zu unterdrücken, den Inselstaat auszuschließen oder dessen faktische Souveränität völlig zu entstellen, so etwa bei den olympischen Spielen.
Trotzdem hat es sich Taiwan nie nehmen lassen, internationale Ziele mit großen Engagement in der Staatengemeinschaft zu unterstützen, zum Beispiel bei der Bekämpfung von Krankheiten, wie SARS, oder der Unterstützung im Katastrophenfall. Beim Erdbeben und Tsunami 2011 in Japan war nach den USA Taiwan an zweiter Stelle der Länder, die mit Finanzmittel, technischer und sonstiger Unterstützung halfen.
Die Volksrepublik China sollte es endlich aufgeben, den Menschen auf Taiwan ihren Weg vorschreiben zu wollen. Soweit ich zum Jahreswechsel 2013 / 2014 feststellen konnte, arbeiten aber auch bedeutende politische und ökonomische Gruppen in Taiwan in Richtung einer weiteren Annäherung an die Volksrepublik China, um für sich selber mehr den größten Profit und Nutzen herausholen zu können. Die Vorzüge, in einer demokratischen Gesellschaft zu leben, sich selber zu verwalten und nicht von einer 2000 km entfernten Hauptstadt alles vorgeschrieben zu bekommen, wollen – so mein Eindruck – diese Führer des Staates und der Wirtschaft vergessen machen. Woran ich das festmache, soll in den folgenden Beiträgen noch thematisiert werden.
Heute geht es darum, Taiwans internationales Engagement zu loben. Im Kampf gegen die Erwärmung unseres Planeten sind Taiwaner sogar in der Heimat der Pinguine im Einsatz. Mit modernster Technik und Schneekanonen wird hier versucht, die Schneedecke im ewigen Eis zu stabilisieren. Dieser selbstlose Einsatz ist umso mehr anzuerkennen, als mein Schwiegervater, der in seinem ganzen Leben nicht ein einziges Mal Schnee gesehen hat, die These vertrat, dass Taiwaner nicht in eisigen Klimaten leben können.
Aber wollte nicht auch ich, der 1. Klasse-Reisende auf Taiwan, der nur für ein paar Wochen in der besten Jahreszeit außerhalb der Taifunsaison kommt, der stets gefahren wurde in komfortablen Bussen mit Störpotenzial für die lokale Bevölkerung, in Mietwagen über der Micra-Klasse und sogar in deutschsprachigen Taxis, immer nett zu meinem Gastland sein? Und trotzdem kommt es immer wieder durch, das karikaturenhafte, ironische Überzeichnen von Situationen. Taiwaner könnten es sicher in Deutschland genauso machen, wenn es mehr Verständnis im chinesischen Kulturkreis für Ironie gäbe. Sogar bei meiner Frau ecke ich gelegentlich an, obwohl sie das deutsche Wesen und mich schon lange genug kennen sollte.
Zur Auflösung: Die Heimat dieser Pinguine ist nicht der Südpol sondern das nationale Museum für Meeresbiologie und Aquarium in Hengchun an der Südspitze Taiwans. Aufgrund der Kaltfront, die über Taiwan hinwegzog, war an dem Tag eine gute Gelegenheit, nach vielen Jahren das Museum mit seinen noch warmen Hallen und Austellungsgebäuden wieder zu besuchen. Die Schneekanone hinter Glas dient natürlich dazu ein passendes Ambiente für die agilen Tiere und die zahlenden Besucher zu schaffen. Ansonsten ist es wohl aus Gründen des Klimaschutzes und der Ökologie völlig widersinnig, mit viel fossiler und atomarer Energie Kunstschnee in den Subtropen zu produzieren.
Und auch was dieses Verhalten angeht, ist Taiwan keine Ausnahme in der Staatengemeinschaft.
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Taiwan 2013 / 2014
Samstag, 14. Dezember 2013
Taiwan vor 10 Jahren
Dritte Reise auf die „Ilha Formosa“
Die ersten Digitalbilder von Taiwan entstanden für mich mit der Kamera, einer Fuji, die meine damalige Freundin und heutige Frau auf einer Tombola gewonnen hatte. Auch durch andere gesellschaftliche Ereignisse entstand bei mir der Eindruck, dass bei Verlosungen mit Taiwanern immer äußerst üppige Gewinne winken.
Bei meiner dritten Reise nach Taiwan erreichte ich im Dezember 2003 Taipei. Damals stand noch ein gigantischer Bauaufzug neben dem „Taipei 101“, aber das Einkaufszentrum in dem Hochhaus war bereits eröffnet.
Noch keine Chance zum Wolkenstürmen und auch kein Neujahrsfeuerwerk zum Jahrswechsel 2003 / 2004 – das damals höchste Gebäuder der Welt, das „Taipei 101“, in der Bauphase.
Winterwetter in Taiwans Nordosten – Ein Ausflug führte mich in die Gegend von Ruifang (瑞芳) und der Goldgräberstadt Juifen (九份) .
Eigentliches Ziel war das aufgelassene Kohlenbergbaugebiet um Pingshi (平溪). Beim Anblick all dieser Relikte geht dem Kind des Ruhrgebietes gleich das Herz auf.
Klar, für den Eisenbahn-Aficionado stand natürlich die Bahnlinie von Rueifang nach Chingtung oder Jingtong (菁桐) im Mittelpunkt der Betrachtung.
Das historische Bahngebäude von Jingtong (菁桐) ist sehr schön hergerichtet und beinhaltete damals eine Ausstellung. Mit den zugänglichen Relikten des Bergbaus, seinen landschaftlichen Reizen und der Nähe zum Verdichtungsraum von Taipei wird die Gegend zu einem wichtigen und viel besuchten Ausflugsort.
Eine Besonderheit ist in der Mitte der Strecke die Ortsdurchfahrt des Zuges von Shífēn (十分), wo trotz moderner Triebwagen die Eisenromantik früher Jahre aufkommt. . Vergleichbar interessante Situationen finden sich in Taiwan meiner Kenntnis nach sonst nur an der Waldeisenbahn von Alishan, etwa in Shuisheliao (水社寮).
Nach den Aufenthalten in Taipei und Pingshi ging es mit der Hauptbahn durch den Westen Taiwans. Kaohsiung war das nächste Ziel. Als herausragender Besichtigungspunkt ist hier die Zuckerfabrik von Ciatou (橋頭) zu nennen. Weiter ging es danach für mich zum Sonnen-Mond-See. Die Rückweg nach Kaohsiung führte über Jiji (集集), Taichung (台中), Sanyi (三義) und Lukang (鹿港). Von Kaohsiung ging es dann wieder nach Deutschland.
Sehr authentisch wirkte die stillgelegte und gerade der Öffentlichkeit zugänglich gemachte Zuckerfabrik in Ciatou (橋頭), was damals noch zum Landkreis Kaohsiung zählte. Der Landkreis ging 2010 in der Großstadt Kaohsiung auf. Hallen, Gebäude, Maschinen und die Eisenbahnfahrzeug der Zuckerfabrik waren im Dornröschenschlaf und Originalzustand. Leider ist mittlerweile die Umgebung nach dem Bau der Metro ziemlich verhunzt. Teile des Geländes wurden in Mitleidenschaft gezogen. Zudem wird versucht mit billigen Freizeitangeboten etwas Profit aus dem Gelände zu ziehen. Auch die Gestaltung zum Zuckermuseum ist dem Gesamteindruck eher abträglich. Bunte Blümchen und Kunstobjekte auf der Gleisharfe kommen einfach nicht gut. Der ins Fabrikgebäude gerammte Besuchersteg macht mehr kaputt und verfälscht den Charakter des Industriedenkmals zu erhalten. Die Loks sind draußen abgestellt, verrosten und taugen bald nur noch für „China Steel“ im Hochofen von Kaohsiung. Sehr traurig! Damals machte es jedenfalls noch Spaß, auf Entdeckungstour zu gehen und Lokführer zu spielen.
Unvermeidlicher Klassiker in vielen Touristenprogrammen ist Taiwans Sonnen-Mond-See. Glücklich sind diejenigen, die ihn mit dem richtigen Licht, Wetter und bei hohem Wasserstand erleben. Dann wirkt der See am Besten.
Zum Sonnen-Mond-See zählt natürlich auch das schönste Klohäuschen Taiwans. 2003 war es gerade frisch renoviert. Ein paar Jahre später hatte das harte subtropische Klima leider schon den weißen Anstrich gelöst.
Jiji (集集) war auch 2003 schon mehr Kirmes und Nachtmarkt als Bahnstation. Heute gibt es noch einen Ticken weniger Eisenbahnbetrieb und andererseits vielmehr Halli-Galli durch den anhaltenden Zustrom von Ausflugsbussen.
Es gibt auch schöne und interessante Orte in Taiwan ohne Touristen, so die Tunghai Universität in Taichung (台中). Neben der Kapelle, die der Architekt Ieoh Ming Pei entworfen hat, ist das städtebauliche Gesamtkonzept der Universität mit der schönen Allee äußerst sehenswert.
Mehr Eisenbahnarchälogie, mehr auf eine durch die Medien hochgepuschte Attraktion fokussierten taiwanischen Touristenmassen mit ungefähr viermal so viel oder mehr drumherum an Imbiß- und Verkaufsständen fand sich in Sanyi (三義). Neben einem stillgelegten Streckenabschnitt mit begehbaren Tunnel der Hauptbahn bestehen hier einige pittoreske Reste der Longteng-Eisenbahnbrücke, die 1935 bei einem Erdbeben zusammenkrachte.
Lukang (鹿港) lohnt den Besuch wegen seiner alten Tempel und der historischen Bausubstanz. Verkehrlich ins Abseits geraten, konnte in dieser einstmals wichtigen Hafenstadt vieles aus der - wenn auch kurzen - Historie Taiwans bewahrt werden.
Die ersten Digitalbilder von Taiwan entstanden für mich mit der Kamera, einer Fuji, die meine damalige Freundin und heutige Frau auf einer Tombola gewonnen hatte. Auch durch andere gesellschaftliche Ereignisse entstand bei mir der Eindruck, dass bei Verlosungen mit Taiwanern immer äußerst üppige Gewinne winken.
Bei meiner dritten Reise nach Taiwan erreichte ich im Dezember 2003 Taipei. Damals stand noch ein gigantischer Bauaufzug neben dem „Taipei 101“, aber das Einkaufszentrum in dem Hochhaus war bereits eröffnet.
Noch keine Chance zum Wolkenstürmen und auch kein Neujahrsfeuerwerk zum Jahrswechsel 2003 / 2004 – das damals höchste Gebäuder der Welt, das „Taipei 101“, in der Bauphase.
Winterwetter in Taiwans Nordosten – Ein Ausflug führte mich in die Gegend von Ruifang (瑞芳) und der Goldgräberstadt Juifen (九份) .
Eigentliches Ziel war das aufgelassene Kohlenbergbaugebiet um Pingshi (平溪). Beim Anblick all dieser Relikte geht dem Kind des Ruhrgebietes gleich das Herz auf.
Klar, für den Eisenbahn-Aficionado stand natürlich die Bahnlinie von Rueifang nach Chingtung oder Jingtong (菁桐) im Mittelpunkt der Betrachtung.
Das historische Bahngebäude von Jingtong (菁桐) ist sehr schön hergerichtet und beinhaltete damals eine Ausstellung. Mit den zugänglichen Relikten des Bergbaus, seinen landschaftlichen Reizen und der Nähe zum Verdichtungsraum von Taipei wird die Gegend zu einem wichtigen und viel besuchten Ausflugsort.
Eine Besonderheit ist in der Mitte der Strecke die Ortsdurchfahrt des Zuges von Shífēn (十分), wo trotz moderner Triebwagen die Eisenromantik früher Jahre aufkommt. . Vergleichbar interessante Situationen finden sich in Taiwan meiner Kenntnis nach sonst nur an der Waldeisenbahn von Alishan, etwa in Shuisheliao (水社寮).
Nach den Aufenthalten in Taipei und Pingshi ging es mit der Hauptbahn durch den Westen Taiwans. Kaohsiung war das nächste Ziel. Als herausragender Besichtigungspunkt ist hier die Zuckerfabrik von Ciatou (橋頭) zu nennen. Weiter ging es danach für mich zum Sonnen-Mond-See. Die Rückweg nach Kaohsiung führte über Jiji (集集), Taichung (台中), Sanyi (三義) und Lukang (鹿港). Von Kaohsiung ging es dann wieder nach Deutschland.
Sehr authentisch wirkte die stillgelegte und gerade der Öffentlichkeit zugänglich gemachte Zuckerfabrik in Ciatou (橋頭), was damals noch zum Landkreis Kaohsiung zählte. Der Landkreis ging 2010 in der Großstadt Kaohsiung auf. Hallen, Gebäude, Maschinen und die Eisenbahnfahrzeug der Zuckerfabrik waren im Dornröschenschlaf und Originalzustand. Leider ist mittlerweile die Umgebung nach dem Bau der Metro ziemlich verhunzt. Teile des Geländes wurden in Mitleidenschaft gezogen. Zudem wird versucht mit billigen Freizeitangeboten etwas Profit aus dem Gelände zu ziehen. Auch die Gestaltung zum Zuckermuseum ist dem Gesamteindruck eher abträglich. Bunte Blümchen und Kunstobjekte auf der Gleisharfe kommen einfach nicht gut. Der ins Fabrikgebäude gerammte Besuchersteg macht mehr kaputt und verfälscht den Charakter des Industriedenkmals zu erhalten. Die Loks sind draußen abgestellt, verrosten und taugen bald nur noch für „China Steel“ im Hochofen von Kaohsiung. Sehr traurig! Damals machte es jedenfalls noch Spaß, auf Entdeckungstour zu gehen und Lokführer zu spielen.
Unvermeidlicher Klassiker in vielen Touristenprogrammen ist Taiwans Sonnen-Mond-See. Glücklich sind diejenigen, die ihn mit dem richtigen Licht, Wetter und bei hohem Wasserstand erleben. Dann wirkt der See am Besten.
Zum Sonnen-Mond-See zählt natürlich auch das schönste Klohäuschen Taiwans. 2003 war es gerade frisch renoviert. Ein paar Jahre später hatte das harte subtropische Klima leider schon den weißen Anstrich gelöst.
Jiji (集集) war auch 2003 schon mehr Kirmes und Nachtmarkt als Bahnstation. Heute gibt es noch einen Ticken weniger Eisenbahnbetrieb und andererseits vielmehr Halli-Galli durch den anhaltenden Zustrom von Ausflugsbussen.
Es gibt auch schöne und interessante Orte in Taiwan ohne Touristen, so die Tunghai Universität in Taichung (台中). Neben der Kapelle, die der Architekt Ieoh Ming Pei entworfen hat, ist das städtebauliche Gesamtkonzept der Universität mit der schönen Allee äußerst sehenswert.
Mehr Eisenbahnarchälogie, mehr auf eine durch die Medien hochgepuschte Attraktion fokussierten taiwanischen Touristenmassen mit ungefähr viermal so viel oder mehr drumherum an Imbiß- und Verkaufsständen fand sich in Sanyi (三義). Neben einem stillgelegten Streckenabschnitt mit begehbaren Tunnel der Hauptbahn bestehen hier einige pittoreske Reste der Longteng-Eisenbahnbrücke, die 1935 bei einem Erdbeben zusammenkrachte.
Lukang (鹿港) lohnt den Besuch wegen seiner alten Tempel und der historischen Bausubstanz. Verkehrlich ins Abseits geraten, konnte in dieser einstmals wichtigen Hafenstadt vieles aus der - wenn auch kurzen - Historie Taiwans bewahrt werden.
Sonntag, 8. Dezember 2013
Gibt es Seniorenteller in Taiwan?
Pläne und Gedanken zum Jahreswechsel 2013 / 2014
Seit auswärtige Touristen Taiwan fluten, wird das Reisen auf der „Ilha Formosa“ zunehmend schwieriger und teurer. Diese Erkenntnis lieferte die aktuelle Reiseplanung. Zudem werden auch Weihnachten und das westliche Neujahr als besondere Ereignisse und Erlebnistage so stark angenommen, dass die Hotelpreise an den Wochenenden und Feiertagen ins Unanständige steigen.
Scheinbar spielt auch das „1314“ (一三一四 / Yī Sān Yī Sì), für junge Paare eine Rolle bei der Bedeutungssteigerung des westlichen Neujahrstages, also der Wechsel vom Jahr 2013 zum Jahr 2014. 1314 klingt so ähnlich wie Yīshēng yīshì (一生一世) und das bedeutet so viel wie „Für das ganze Leben“. Diese glücksverheißende Zahlenkombination ist auch Teil unseres aktuellen Autokennzeichens. „Aber es sind 2013 und 2014, nicht 13 und 14“, wendet Luo You ein. „Man kann sich alles herbeidichten“, erwidert die beste Ehefrau von allen.
Es hilft, sich mit Freude an die guten und günstigen frühen Jahre zu erinnern, wo noch wenige Menschen um die schönsten Unterkünfte in Taiwan konkurrierten.
Die erste Unterkunft für die Reise in der zweiten Dezemberhälfte wird am Lotus See in Kaohsiung liegen. Vom dortigen Stadtbezirk Zuoying kann bequem die Familie besucht werden. Der See selber und der benachbarte botanische Garten erlauben Spaziergänge im Grünen oder zu Tempeln und Pagoden. Eine gute Taxidichte, Bahnhöfe und Metro in der Nähe ermöglichen es das Stadtzentrum und andere interessante Ziele, wie Fo Guan Shan schnell zu erreichen.
Diesmal werden wir seniorengerecht reisen. Geht das in Taiwan, dem Land, in dem Bürgersteige eine sensationelle Innovation darstellen? Ich denke ja, es wird gehen.
Ausgebucht! Heiligabend in den Bergen von Alishan ließ sich leider nicht mehr einrichten, so beliebt ist das kleine Gästehaus der fürsorglichen Familie Qiū und Zhōng. Es wird Luo Yous dritter Ferienaufenthalt dort sein. Die Kommentare bei Tripadvisor machen auf den fehlenden Lift im Haus aufmerksam und Schwierigkeit die steile Treppe im Lebensalter über 70 zu nehmen. Wir werden uns ausreichend Zeit nehmen und mit der gebotenen Vorsicht an die Sache herangegehen. Treppen in den deutschen Familienheimen der 1950er Jahre sind auch nicht anders.
Am 24. Dezember folgt den Bergen der Strand in der Nähe des Fullon Hotel in Kenting. Ziemlich blöd und kulturell immer noch gewöhnungsbedürftig ist in Taiwan, dass ein Großteil des Zimmerangebots in den Hotels aus riesigen Räumen für Familien mit zwei Kindern oder für 4 junge Menschen, die sich zwei Doppelbetten teilen wollen, besteht. Einzelzimmer sind vor allem in den Urlaubsgebieten eigentlich nicht zu bekommen. Selbst bei den (ebenfalls seltenen) Suiten fehlt in der Regel eine vernünftige Teilung in zwei separate Schlafzimmer. Dies gilt zumindest auf dem Niveau unseres verfügbaren Budgets.
Mit Wohlgefallen hat übrigens der Schreiber dieser Zeilen zur Kenntnis genommen, dass die Werbevideos für Gästehäuser in Taiwan, so etwa der Clip des Lánhǎi qíngtiān (藍海晴天) nicht nur immer professioneller sondern auch reizvoller werden. Dabei fokussiert sich der Blick mehr auf Po und Busen als auf die Pension. Einzig die Frage stellt sich, ob es sich bei den Darstellerinnen um die Töchter des Hauses, Dorfschönheiten aus Houwan oder bezahlte Models aus Hengchun handelt.
Leider werden angesichts in der Wintersaison und der taiwanischen Strandkultur wohl kaum „Nei Nei“ (内内 – hier mal anders) zu sehen sein.
Kaohsiung ist zu Neujahr voll. Also bleiben wir bis dahin in Kenting. Erst danach wird es wieder Platz in Sizihwan oder Xī Zǐ Wān (西子灣) am Stadtstrand geben.
Seit auswärtige Touristen Taiwan fluten, wird das Reisen auf der „Ilha Formosa“ zunehmend schwieriger und teurer. Diese Erkenntnis lieferte die aktuelle Reiseplanung. Zudem werden auch Weihnachten und das westliche Neujahr als besondere Ereignisse und Erlebnistage so stark angenommen, dass die Hotelpreise an den Wochenenden und Feiertagen ins Unanständige steigen.
Scheinbar spielt auch das „1314“ (一三一四 / Yī Sān Yī Sì), für junge Paare eine Rolle bei der Bedeutungssteigerung des westlichen Neujahrstages, also der Wechsel vom Jahr 2013 zum Jahr 2014. 1314 klingt so ähnlich wie Yīshēng yīshì (一生一世) und das bedeutet so viel wie „Für das ganze Leben“. Diese glücksverheißende Zahlenkombination ist auch Teil unseres aktuellen Autokennzeichens. „Aber es sind 2013 und 2014, nicht 13 und 14“, wendet Luo You ein. „Man kann sich alles herbeidichten“, erwidert die beste Ehefrau von allen.
Es hilft, sich mit Freude an die guten und günstigen frühen Jahre zu erinnern, wo noch wenige Menschen um die schönsten Unterkünfte in Taiwan konkurrierten.
Die erste Unterkunft für die Reise in der zweiten Dezemberhälfte wird am Lotus See in Kaohsiung liegen. Vom dortigen Stadtbezirk Zuoying kann bequem die Familie besucht werden. Der See selber und der benachbarte botanische Garten erlauben Spaziergänge im Grünen oder zu Tempeln und Pagoden. Eine gute Taxidichte, Bahnhöfe und Metro in der Nähe ermöglichen es das Stadtzentrum und andere interessante Ziele, wie Fo Guan Shan schnell zu erreichen.
Diesmal werden wir seniorengerecht reisen. Geht das in Taiwan, dem Land, in dem Bürgersteige eine sensationelle Innovation darstellen? Ich denke ja, es wird gehen.
Ausgebucht! Heiligabend in den Bergen von Alishan ließ sich leider nicht mehr einrichten, so beliebt ist das kleine Gästehaus der fürsorglichen Familie Qiū und Zhōng. Es wird Luo Yous dritter Ferienaufenthalt dort sein. Die Kommentare bei Tripadvisor machen auf den fehlenden Lift im Haus aufmerksam und Schwierigkeit die steile Treppe im Lebensalter über 70 zu nehmen. Wir werden uns ausreichend Zeit nehmen und mit der gebotenen Vorsicht an die Sache herangegehen. Treppen in den deutschen Familienheimen der 1950er Jahre sind auch nicht anders.
Am 24. Dezember folgt den Bergen der Strand in der Nähe des Fullon Hotel in Kenting. Ziemlich blöd und kulturell immer noch gewöhnungsbedürftig ist in Taiwan, dass ein Großteil des Zimmerangebots in den Hotels aus riesigen Räumen für Familien mit zwei Kindern oder für 4 junge Menschen, die sich zwei Doppelbetten teilen wollen, besteht. Einzelzimmer sind vor allem in den Urlaubsgebieten eigentlich nicht zu bekommen. Selbst bei den (ebenfalls seltenen) Suiten fehlt in der Regel eine vernünftige Teilung in zwei separate Schlafzimmer. Dies gilt zumindest auf dem Niveau unseres verfügbaren Budgets.
Mit Wohlgefallen hat übrigens der Schreiber dieser Zeilen zur Kenntnis genommen, dass die Werbevideos für Gästehäuser in Taiwan, so etwa der Clip des Lánhǎi qíngtiān (藍海晴天) nicht nur immer professioneller sondern auch reizvoller werden. Dabei fokussiert sich der Blick mehr auf Po und Busen als auf die Pension. Einzig die Frage stellt sich, ob es sich bei den Darstellerinnen um die Töchter des Hauses, Dorfschönheiten aus Houwan oder bezahlte Models aus Hengchun handelt.
Leider werden angesichts in der Wintersaison und der taiwanischen Strandkultur wohl kaum „Nei Nei“ (内内 – hier mal anders) zu sehen sein.
Kaohsiung ist zu Neujahr voll. Also bleiben wir bis dahin in Kenting. Erst danach wird es wieder Platz in Sizihwan oder Xī Zǐ Wān (西子灣) am Stadtstrand geben.
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Freitag, 6. Dezember 2013
U2
Das Mondkaninchen
Wenn das kommunistische China seinen „Jiao Didi” (小弟弟) zeigt, eine lange Phallusrakete mit orgasmischen Schreien zum Mond schickt und dabei die Tagesschausprecherin zu der Nachricht, wie anfangs dieser Woche geschehen, von der „Ju Tu“ genannten Raumsonde spricht, kommen bei Luo You Erinnerungen an seine guten Jahre in den Diskotheken der 1980er auf.
Aber kann „the only band that matters“, wie zu der Zeit gesagt wurde, mit so unvergeßlichen Songs wie “In The Name Of Love“ wirklich Namensgeber in der sino-kommunistischen Raumfahrt sein? Eine Musikgruppe, die sich für soziale Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit und politische Projekte einsetzt?
Vereint schmücken die Flaggen Japans, der Volksrepublik China, der Republik China, also Taiwans, und der USA eine Orchideenausstellung im März 2013. Locker gehen die zeitgenössischen Taiwaner mit dem Fahnenschmuck um, dessen Kombination in anderen Ländern, so in der Volksrepublik, große politische und strafrechtliche Probleme aufwerfen kann. Dabei ist es bestimmt nicht nur schöner, sondern auch wesentlich vernünftiger sich gegenseitig Orchideen zu zeigen als geladene Kanonenrohre und Raketen, wie gegenwärtig um die Senkaku-Inseln.
Es ist also kaum vorstellbar, dass die „Máo Fěi“ (毛匪) derart internationalisiert sind, um der Musikgruppe U2 eine für ihre Regierung so bedeutende Errungenschaft zu widmen oder allein schon darauf Anspielungen machen.
Letztendlich führte die unsaubere Aussprache des von der Tagessprecherin stark simplifizierten Chinesischen zu „U2“. Nach einigen Rätseln vor dem Fernseher kam die beste Ehefrau von allen darauf, dass es sich um „Yuè Tù“ (月兔), das Mondkaninchen, handeln muss.
Dies ist zwar nicht „Yuè Tù“ (月兔), ist aber trotzdem süß. Der Hoppel in der Nähe des Imbißzone bei der Orchideenausstellung dient auf keinen Fall dazu, den Appetit anregen. Er soll sicher zusammen mit seinen Freunden in einem Streichelzoo nach den vielen statischen Pflanzen der Schau Kinder und Erwachsene erfreuen. Bei mir hat es funktioniert.
In der chinesischen Mythologie stampft das Kaninchen, was auf dem Mond lebt, dauernd die Kräuter für das Lebenselexier der Unsterblichen und steht in enger Beziehung zur Mondgöttin, dem „Bunny Girl“ nach Buzz Aldrin.
Selbst wenn der Name „Yuè Tù“ (月兔) mittels eine Online-Abstimmung - bestimmt ganz demokratisch - ausgewählt sein sollte, kann er aus meiner zugegeben beschränkten Sicht als Metapher gelten. Letztendlich überleben auch die Funktionäre im System der Volksrepublik vor allem durch die Erfolge ihrer unermüdlichen Kaninchen, ihrer Wissenschaftler und Experten, Arbeiter und Beamten. Und für herausragende Erfolge braucht es Mondflüge. So einfach ist das mit der Raumfahrt. Dann wird auch das friedliche Zusammenleben mit den Nachbarn weniger wichtig.
Wenn das kommunistische China seinen „Jiao Didi” (小弟弟) zeigt, eine lange Phallusrakete mit orgasmischen Schreien zum Mond schickt und dabei die Tagesschausprecherin zu der Nachricht, wie anfangs dieser Woche geschehen, von der „Ju Tu“ genannten Raumsonde spricht, kommen bei Luo You Erinnerungen an seine guten Jahre in den Diskotheken der 1980er auf.
Aber kann „the only band that matters“, wie zu der Zeit gesagt wurde, mit so unvergeßlichen Songs wie “In The Name Of Love“ wirklich Namensgeber in der sino-kommunistischen Raumfahrt sein? Eine Musikgruppe, die sich für soziale Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit und politische Projekte einsetzt?
Vereint schmücken die Flaggen Japans, der Volksrepublik China, der Republik China, also Taiwans, und der USA eine Orchideenausstellung im März 2013. Locker gehen die zeitgenössischen Taiwaner mit dem Fahnenschmuck um, dessen Kombination in anderen Ländern, so in der Volksrepublik, große politische und strafrechtliche Probleme aufwerfen kann. Dabei ist es bestimmt nicht nur schöner, sondern auch wesentlich vernünftiger sich gegenseitig Orchideen zu zeigen als geladene Kanonenrohre und Raketen, wie gegenwärtig um die Senkaku-Inseln.
Es ist also kaum vorstellbar, dass die „Máo Fěi“ (毛匪) derart internationalisiert sind, um der Musikgruppe U2 eine für ihre Regierung so bedeutende Errungenschaft zu widmen oder allein schon darauf Anspielungen machen.
Letztendlich führte die unsaubere Aussprache des von der Tagessprecherin stark simplifizierten Chinesischen zu „U2“. Nach einigen Rätseln vor dem Fernseher kam die beste Ehefrau von allen darauf, dass es sich um „Yuè Tù“ (月兔), das Mondkaninchen, handeln muss.
Dies ist zwar nicht „Yuè Tù“ (月兔), ist aber trotzdem süß. Der Hoppel in der Nähe des Imbißzone bei der Orchideenausstellung dient auf keinen Fall dazu, den Appetit anregen. Er soll sicher zusammen mit seinen Freunden in einem Streichelzoo nach den vielen statischen Pflanzen der Schau Kinder und Erwachsene erfreuen. Bei mir hat es funktioniert.
In der chinesischen Mythologie stampft das Kaninchen, was auf dem Mond lebt, dauernd die Kräuter für das Lebenselexier der Unsterblichen und steht in enger Beziehung zur Mondgöttin, dem „Bunny Girl“ nach Buzz Aldrin.
Selbst wenn der Name „Yuè Tù“ (月兔) mittels eine Online-Abstimmung - bestimmt ganz demokratisch - ausgewählt sein sollte, kann er aus meiner zugegeben beschränkten Sicht als Metapher gelten. Letztendlich überleben auch die Funktionäre im System der Volksrepublik vor allem durch die Erfolge ihrer unermüdlichen Kaninchen, ihrer Wissenschaftler und Experten, Arbeiter und Beamten. Und für herausragende Erfolge braucht es Mondflüge. So einfach ist das mit der Raumfahrt. Dann wird auch das friedliche Zusammenleben mit den Nachbarn weniger wichtig.
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Yuè Tù“ (月兔)
Freitag, 29. November 2013
Peppe und die Taiwaner
Oder „UNDER THE TUSCAN SUN“
Mit diesem Beitrag enden Luo Yous italienische Wochen. Die große Erkenntnis war, dass für Taiwan ein italienisches Restaurant als Geschäftsidee risikoärmer sein dürfte als ein deutscher Biergarten. Klimatisch und kulturell entspricht die Küche und der Charakter Italien deutlich mehr den taiwanischen Ansprüchen. Mit einem deutschen Biergarten, einer Bäckerei, einem Bistro hat eher der Tüchtige mit einem guten Konzept Erfolg. Mit Antipasti, Pizza, Pasta und Vino dürfte man, so wie das nun schon länger bestehende Escape 41 in Kaohsiung, auf der sicheren Seite liegen. Der „Luigi“ als Lǎobǎn (老闆) wird in Taiwan schneller überzeugen als der bayerische „Seppel“.
Was sicher auch zum geschäftsfördernden Image der italienischen Küche beiträgt, ist, dass in Italien keines der besuchten Restaurants während unseres Urlaubs wirklich bei Geschmack und Qualität des Essens versagte, genauso wie dies auch in Taiwan gilt - dort allerdings mit der Frage, ob es angesichts der modernen Angebote so in Zukunft bleiben wird. Wie oft hingegen erlebt der Reisende in Deutschland eine versalzene Gerichte, hartes Fleisch und andere Schrecklichkeiten.
Deutsche Gastronomiekonzepte als Nischenprodukt in Taiwan: Julius Mannich Haus in Tainan, Januar 2009. Mittlerweile vermeldete die Bloggosphere Zuwachs im Südwesten.
Wendels durchaus weltberühmte Bäckerei in Taipei war auch während der letzten Urlaubstage an der Amalfiküste ein Gesprächsthema. Deutsche Urlauber gibt es dort viele. In einigen Bücher ist sogar nachzulesen, dass Deutsche den Grundstein für den Tourismus gelegt haben, der heute die Region wirtschaftlich trägt. Dagegen ist es im noch eine Besonderheit dort auf einen Taiwaner zu treffen, vorausgesetzt sie outen sich zwischen all den Japanern, Koreanern, anderen Asiaten und ABC (American Born Chinese).
Dies kann sich aber schnell ändern, wenn uns elektronische Medien immer stärker vernetzen und die Informationswelt noch umfassender wird. Unser Gastgeber Peppe in Nocelle, einem Dorf oberhalb von Positano, war ganz überrascht, wie viele Klicks die Internetseite seiner Pension aus Taiwan erhält. Seine Nichte, die den Internetservice für verschiedene B & B an der Amalfiküste betreibt, hat ihm die Statistik gezeigt. Nicht nur der Tripadvisor sorgt dafür, sondern auch taiwanische Blogger und frühere Pensionsgäste, haben zu seiner Bekanntheit beigetragen.
Rechts in der Bildmitte thront Nocelle mit seiner kleinen Kirche über Positano. Die Zufahrtstraße mit Bushaltestelle und Parkplatz endet hinter dem Bergrücken vor dem autofreien Dörfchen, dass nur über Treppen, ausgebaute Fußwege und Maultierpfade erschlossen wird.
Dem Himmel wirklich sehr nahe fühlt sich der Gast in der Pension von Peppe und Gerardina Cuccaro. Der berühmte Pfad der Götter, „il sentiero degli dei“, führt direkt am Haus vorbei und ermöglicht Wanderungen in luftiger Höhe nach Positano, Praiano oder Agerola. Enthoben vom profanen Dasein des Touristen im Hauptort Positano bietet das kleine Nocelle neben atemberaubenden Ausblicken und Ruhe eine freundliche Trattoria, eine Pizzeria mit einem kleinen Laden, eine hübsche Kirche und weitere Pension. Es ist schwer, etwas Vergleichbares zu finden. Für den Weg empfiehlt sich leicht tragbares Gepäck, weil einige Meter zu Fuß zu gehen sind und der Ort nur über mindestens eine Treppe erreichbar ist.
Am Dorfrand von Nocelle hat der kleine Stadtbus, betrieben vom Busunternehmen Flavio Gioia s.a.s. , seine Endstation, die er nach einer halbe Stunde Fahrt von Positanos Zentrum an der Piazza Mulini erreicht. Nach den weiteren wichtigen Haltestellen Sponda und Chiesa Nuova in Positano fährt er die Bergstraße über Montepertuso hoch.
Die „aktuellen“ Fahrpläne aus den Jahren 2011 und 2012 finden sich auf der Webseite des Busunternehmens, wobei hinter dem Link „Orario Positano – Praiano“ der Fahrplan nach Nocelle im Rahmen unter „ Positano Inferno … äh .. Interno“ versteckt. Dabei fahren die Busse mit dem Zielschild „Positano Interno“ nicht nach Nocelle, sondern drehen nur ihre Runde in Positano. Die Busse nach Nocelle und Montepertuso haben auch diese Ziele in der Anzeige.
Laut Information am Haltestellenaushang war die Linie Positano – Praiono eingestellt, weil – soweit ich es verstand – der Kreis Salerno keine Zuschüsse mehr für den Busbetrieb zahlen wollte. Alles sehr unübersichtlich!
Und so gibt es zur Unterhaltung der Einheimischen jeden Tag völlig verunsicherte, konfuse Touristen, die um wichtigen Haltestellen des Stadtbusses Piazza Mulini, Sponda und Chiesa Nuova herumirren und jeden, manchmal auch mehrmals, ansprechen und fragen.
Zur Information: Umsteigen vom SITA-Bus Sorrent – Amalfi kann man an sowohl der Haltestelle Chiesa Nuova wie auch Sponda. Die Haltestelle Chiesa Nuova ist vor dem urigen Restaurant Grottino Azzurro. Die Fahrkarten gibt es in Tabacchi gegenüber der Bar Internationale.
In Sponda liegt die Haltestelle des Stadtbusse etwa 70 m von der Haltestelle des SITA-Busses entfernt an der Straße herunter zum Stadtzentrum, der Via Cristoforo Colombo. Mit Sicherheit handelt sich hierbei um die schönste Haltestelle in ganz Positano. Nochmal 30 Meter weiter zum Zentrum ist auf der rechten Seite eine Tankstelle, die Bustickets verkauft. Im Oktober 2013 kostete eine Fahrkarte 1,30 Euro.
Unter der Sonne der Toskana – Die Via Cristoforo Colombo, wo die schönste Haltestelle liegt, war einer der wichtigen Drehorte für den Film „Under The Tuscan Sun“, in dem sich die Charaktere wie in einer romantischen Novelle aus Raum und Zeit lösen. So fahren Frances und Marcello mal eben aus der Toskana an Rom und Neapel vorbei nach Positano, was über 400 km Strecke sind, um sich eine Lampe in einer Antiquitätenhandlung anzusehen. Die schönen Filmszenen in Positano von der DVD weckten hier an einem dunklen Novemberabend natürlich die besten Urlaubserinnerungen.
Zweifelsohne ist der Film auch in Asien populär, die der Eintrag im Blog von Han und Ching zeigt. Deren Reiseweg mit Rom, Neapel, Capri, der Amalfiküste, Florenz und der Toskana, Venedig und Mailand entspricht genau der Route der Gruppe Taiwaner, die sich über „Backpackers“ gefunden hatte und die wir trafen. „Mighty Internet!“ Und wo trifft man sich? Natürlich im Dorfbus auf dem gemeinsamen Weg zum „Casa Cuccaro“ in Nocelle, wobei sie – wie wahrscheinlich jeder „Newcomer“ – zuvor mehrmals fragten, ob das der richtige Bus ist.
“How To Meet Taiwanese“ - Die Fahrt im Dorfbus von Positano über Montepertuso nach Nocelle zeigt es. Nach einigen Urlaubstagen begannen wir die lokale Bevölkerung etwas zu bemitleiden. Das lag nicht an den Taiwanern im Besonderen, sondern an den vielen internationalen und nationalen Urlaubern, welche die örtlichen Verkehrsmitteln oft verstopfen und zu überfüllten Bussen und Straßen führen. Am Abend des 30. Oktober 2013, dem Tag der Aufnahme der wesentlichen Szenen, war die Situation noch okay.
So schließt sich der Kreis und Taiwan wird wieder zum Hauptthema, nicht nur beim gemeinsamen Dinner des Tages in der Trattoria Santa Croce sondern auch mit Blick auf den Flug im kommenden Dezember auf die Insel, die mein Herz berührt hat. Trotz mancher Widrigkeiten im Busverkehr kann das auch noch im November schöne Italien sicher sein, dass wir wiederkommen.
Und so heißt es: „拜拜 意大利, Bai Bai, Idali! Bis bald“
Mit diesem Beitrag enden Luo Yous italienische Wochen. Die große Erkenntnis war, dass für Taiwan ein italienisches Restaurant als Geschäftsidee risikoärmer sein dürfte als ein deutscher Biergarten. Klimatisch und kulturell entspricht die Küche und der Charakter Italien deutlich mehr den taiwanischen Ansprüchen. Mit einem deutschen Biergarten, einer Bäckerei, einem Bistro hat eher der Tüchtige mit einem guten Konzept Erfolg. Mit Antipasti, Pizza, Pasta und Vino dürfte man, so wie das nun schon länger bestehende Escape 41 in Kaohsiung, auf der sicheren Seite liegen. Der „Luigi“ als Lǎobǎn (老闆) wird in Taiwan schneller überzeugen als der bayerische „Seppel“.
Was sicher auch zum geschäftsfördernden Image der italienischen Küche beiträgt, ist, dass in Italien keines der besuchten Restaurants während unseres Urlaubs wirklich bei Geschmack und Qualität des Essens versagte, genauso wie dies auch in Taiwan gilt - dort allerdings mit der Frage, ob es angesichts der modernen Angebote so in Zukunft bleiben wird. Wie oft hingegen erlebt der Reisende in Deutschland eine versalzene Gerichte, hartes Fleisch und andere Schrecklichkeiten.
Deutsche Gastronomiekonzepte als Nischenprodukt in Taiwan: Julius Mannich Haus in Tainan, Januar 2009. Mittlerweile vermeldete die Bloggosphere Zuwachs im Südwesten.
Wendels durchaus weltberühmte Bäckerei in Taipei war auch während der letzten Urlaubstage an der Amalfiküste ein Gesprächsthema. Deutsche Urlauber gibt es dort viele. In einigen Bücher ist sogar nachzulesen, dass Deutsche den Grundstein für den Tourismus gelegt haben, der heute die Region wirtschaftlich trägt. Dagegen ist es im noch eine Besonderheit dort auf einen Taiwaner zu treffen, vorausgesetzt sie outen sich zwischen all den Japanern, Koreanern, anderen Asiaten und ABC (American Born Chinese).
Dies kann sich aber schnell ändern, wenn uns elektronische Medien immer stärker vernetzen und die Informationswelt noch umfassender wird. Unser Gastgeber Peppe in Nocelle, einem Dorf oberhalb von Positano, war ganz überrascht, wie viele Klicks die Internetseite seiner Pension aus Taiwan erhält. Seine Nichte, die den Internetservice für verschiedene B & B an der Amalfiküste betreibt, hat ihm die Statistik gezeigt. Nicht nur der Tripadvisor sorgt dafür, sondern auch taiwanische Blogger und frühere Pensionsgäste, haben zu seiner Bekanntheit beigetragen.
Rechts in der Bildmitte thront Nocelle mit seiner kleinen Kirche über Positano. Die Zufahrtstraße mit Bushaltestelle und Parkplatz endet hinter dem Bergrücken vor dem autofreien Dörfchen, dass nur über Treppen, ausgebaute Fußwege und Maultierpfade erschlossen wird.
Dem Himmel wirklich sehr nahe fühlt sich der Gast in der Pension von Peppe und Gerardina Cuccaro. Der berühmte Pfad der Götter, „il sentiero degli dei“, führt direkt am Haus vorbei und ermöglicht Wanderungen in luftiger Höhe nach Positano, Praiano oder Agerola. Enthoben vom profanen Dasein des Touristen im Hauptort Positano bietet das kleine Nocelle neben atemberaubenden Ausblicken und Ruhe eine freundliche Trattoria, eine Pizzeria mit einem kleinen Laden, eine hübsche Kirche und weitere Pension. Es ist schwer, etwas Vergleichbares zu finden. Für den Weg empfiehlt sich leicht tragbares Gepäck, weil einige Meter zu Fuß zu gehen sind und der Ort nur über mindestens eine Treppe erreichbar ist.
Am Dorfrand von Nocelle hat der kleine Stadtbus, betrieben vom Busunternehmen Flavio Gioia s.a.s. , seine Endstation, die er nach einer halbe Stunde Fahrt von Positanos Zentrum an der Piazza Mulini erreicht. Nach den weiteren wichtigen Haltestellen Sponda und Chiesa Nuova in Positano fährt er die Bergstraße über Montepertuso hoch.
Die „aktuellen“ Fahrpläne aus den Jahren 2011 und 2012 finden sich auf der Webseite des Busunternehmens, wobei hinter dem Link „Orario Positano – Praiano“ der Fahrplan nach Nocelle im Rahmen unter „ Positano Inferno … äh .. Interno“ versteckt. Dabei fahren die Busse mit dem Zielschild „Positano Interno“ nicht nach Nocelle, sondern drehen nur ihre Runde in Positano. Die Busse nach Nocelle und Montepertuso haben auch diese Ziele in der Anzeige.
Laut Information am Haltestellenaushang war die Linie Positano – Praiono eingestellt, weil – soweit ich es verstand – der Kreis Salerno keine Zuschüsse mehr für den Busbetrieb zahlen wollte. Alles sehr unübersichtlich!
Und so gibt es zur Unterhaltung der Einheimischen jeden Tag völlig verunsicherte, konfuse Touristen, die um wichtigen Haltestellen des Stadtbusses Piazza Mulini, Sponda und Chiesa Nuova herumirren und jeden, manchmal auch mehrmals, ansprechen und fragen.
Zur Information: Umsteigen vom SITA-Bus Sorrent – Amalfi kann man an sowohl der Haltestelle Chiesa Nuova wie auch Sponda. Die Haltestelle Chiesa Nuova ist vor dem urigen Restaurant Grottino Azzurro. Die Fahrkarten gibt es in Tabacchi gegenüber der Bar Internationale.
In Sponda liegt die Haltestelle des Stadtbusse etwa 70 m von der Haltestelle des SITA-Busses entfernt an der Straße herunter zum Stadtzentrum, der Via Cristoforo Colombo. Mit Sicherheit handelt sich hierbei um die schönste Haltestelle in ganz Positano. Nochmal 30 Meter weiter zum Zentrum ist auf der rechten Seite eine Tankstelle, die Bustickets verkauft. Im Oktober 2013 kostete eine Fahrkarte 1,30 Euro.
Unter der Sonne der Toskana – Die Via Cristoforo Colombo, wo die schönste Haltestelle liegt, war einer der wichtigen Drehorte für den Film „Under The Tuscan Sun“, in dem sich die Charaktere wie in einer romantischen Novelle aus Raum und Zeit lösen. So fahren Frances und Marcello mal eben aus der Toskana an Rom und Neapel vorbei nach Positano, was über 400 km Strecke sind, um sich eine Lampe in einer Antiquitätenhandlung anzusehen. Die schönen Filmszenen in Positano von der DVD weckten hier an einem dunklen Novemberabend natürlich die besten Urlaubserinnerungen.
Zweifelsohne ist der Film auch in Asien populär, die der Eintrag im Blog von Han und Ching zeigt. Deren Reiseweg mit Rom, Neapel, Capri, der Amalfiküste, Florenz und der Toskana, Venedig und Mailand entspricht genau der Route der Gruppe Taiwaner, die sich über „Backpackers“ gefunden hatte und die wir trafen. „Mighty Internet!“ Und wo trifft man sich? Natürlich im Dorfbus auf dem gemeinsamen Weg zum „Casa Cuccaro“ in Nocelle, wobei sie – wie wahrscheinlich jeder „Newcomer“ – zuvor mehrmals fragten, ob das der richtige Bus ist.
“How To Meet Taiwanese“ - Die Fahrt im Dorfbus von Positano über Montepertuso nach Nocelle zeigt es. Nach einigen Urlaubstagen begannen wir die lokale Bevölkerung etwas zu bemitleiden. Das lag nicht an den Taiwanern im Besonderen, sondern an den vielen internationalen und nationalen Urlaubern, welche die örtlichen Verkehrsmitteln oft verstopfen und zu überfüllten Bussen und Straßen führen. Am Abend des 30. Oktober 2013, dem Tag der Aufnahme der wesentlichen Szenen, war die Situation noch okay.
So schließt sich der Kreis und Taiwan wird wieder zum Hauptthema, nicht nur beim gemeinsamen Dinner des Tages in der Trattoria Santa Croce sondern auch mit Blick auf den Flug im kommenden Dezember auf die Insel, die mein Herz berührt hat. Trotz mancher Widrigkeiten im Busverkehr kann das auch noch im November schöne Italien sicher sein, dass wir wiederkommen.
Und so heißt es: „拜拜 意大利, Bai Bai, Idali! Bis bald“
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